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Die neuen Linken

Die Linken Roland Willing und Jörg Mumme sind in Freitals Stadtrat nachgerückt. Was haben sie sich vorgenommen?

© Karl-Ludwig Oberthür

Von Tobias Winzer

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Der Winter naht mit Eis und auf Kufen

Das Schlittschuhlaufen im FEZ “Hains“ ist ein herrlicher Spaß – egal ob als Eisprinzessin oder -prinz, mit Pirouetten drehen oder als blutiger Anfänger.

Freital. Die nächste Kommunalwahl steht zwar erst im kommenden Jahr an, doch trotzdem hat der Stadtrat zum Jahresbeginn sein Gesicht verändert – vor allem in einer Fraktion. Nach dem Wegzug von Michael Richter und dem familiär bedingten Rückzug von Karin Müller musste sich die Linke, die vier Sitze im Stadtparlament hat, neu aufstellen. Jörg Mumme und Roland Willing sind im Januar und Februar nachgerückt. Was haben die Neuen vor?

„Gute Frage“, sagt Jörg Mumme und muss erst einmal überlegen. „Ich möchte es gern etwas gerechter machen für die Bürger in Freital“, so der 54-jährige Polizist, der zusammen mit der Landtagsabgeordneten Verena Meiwald auch den Ortsverband der Linken führt. Er könne deutliche Zeichen für Benachteiligung in der Stadt erkennen – vor allem, wenn er von Berufs wegen im Einsatz ist. „Ich könnte mir zum Beispiel vorstellen, dass es kostenloses Schulessen in Freital gibt“, sagt er. „Das ist doch für die Stadt leistbar.“

Während Mumme nun zum ersten Mal in den Freitaler Stadtrat eingezogen ist, kennt Willing das Gremium schon bestens. Von 2004 bis 2014 war er gewähltes Mitglied. Lange Zeit führte er die Fraktion als Vorsitzender. Doch gesundheitliche Probleme warfen ihn zurück. 2013 übernahm Michael Richter das Amt des Fraktionschefs von ihm. Jetzt, wo es Willing besser geht, will er es noch einmal probieren. „Zumindest anderthalb Jahre bis zu den Kommunalwahlen“, sagt der 49-Jährige, der in Dresden als Steuerfachangestellter arbeitet. „Wenn es kraftmäßig geht, möchte ich danach weitermachen.“

In seinem neuen Amt will sich der Freitaler unter anderem für die Entwicklung des Tourismus stark machen. Willing kann sich unter anderem vorstellen, dass Rathaus, die Hotels der Stadt und die lokalen Unternehmen stärker zusammenarbeiten. Gäste, die nach Freital kommen, könnten dann zum Beispiel auch gleich typische Freitaler Produkte, wie Werners Kloßmehl oder Salbeitee von Bombastus kennenlernen. „Das ist doch Werbung für Freital“, sagt Willing.

Außerdem will er sich für eine große Tourismusregion entlang der Weißeritz von Freital bis nach Altenberg einsetzen. Mit einer „Weißeritztalcard“, so würde er sie nennen, könnten Gäste dieser Region Rabatte in allen Museen, Schwimmbädern und Co. bekommen.

Beide sehen zudem das schlechte Image Freitals als großes Thema – wollen damit aber anders umgehen, als so manch andere Fraktion. „Neulich wurde im Stadtrat gefragt, ob man nicht etwas dagegen tun könnte, dass bei der Google-Suche nach Freital immer zuerst die Gruppe Freital als Treffer auftaucht“, sagt Mumme. „Das ist doch der falsche Ansatz.“ Man müsse das Problem angehen und es nicht unter den Teppich kehren. „Sonst wird die Gruppe Freital noch eine ganze Weile oben in der Trefferliste stehen.“ Mumme wünscht sich ein „linkes Korrektiv“ im Stadtrat.

Dass die Zeichen dafür zurzeit eher schlecht stehen, verhehlt er nicht. Die Situation im Ortsverband bezeichnet er als „schwierig“. Der Verband sei überaltert. Trotzdem hat sich die Partei für die Kommunalwahlen 2019 einiges vorgenommen. „Wir wollen das Ergebnis vom letzten Mal übertreffen“, sagt Willing.