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Die Schönsten hinter Gittern

Viele Besucher kamen zur Rassekatzenausstellung in die Blumenhalle Löbau auf dem Messegelände. Auch ein Tierschutzverein war dabei.

© Thomas Eichler

Von Constanze Junghanß

Löbau. Die Züchter geben ihren Katzen eine Stimme auf Papier. „Hallo ich bin Benni, ein sechs Monate alter Maine Coon“, steht auf einem Zettel inklusive Informationen zur Katzenrasse. Benni – das rote und riesige Katzenkind – hält die Augen geschlossen und duselt vor sich hin. Die etwa hundert anderen Katzen in der Blumenhalle auf dem Löbauer Messegelände machen das fast alle genauso. Entweder drehen sie den Zweibeinern, die vor den Käfigen stehen, ihren Rücken zu. Oder sie dösen im Kuschelnest.

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Bilder von der Löbauer Katzenausstellung

Marlis Krause weiß warum das so ist: „Eine Katzenausstellung ist für die Tiere Stress hoch Drei“, erklärt die Vorsitzende der Katzenfreunde Ostsachsen e. V. Schließlich sitzen oder liegen die Tiere einen ganzen Tag lang im Käfig. Das sei nicht die allerbeste Lösung, sagt sie. Und deshalb gab es am Wochenende eine Art Modellversuch. Der Verein hatte eine große Vogelvoliere – ausgestattet mit Kratzbaum, diversen Katzenhöhlen und sogar freundlich drapierten Gardinen – wie ein Wohnzimmer ausstaffiert, um dort einige der Samtpfoten unterzubringen. Das sei zwar eine ziemlich teure Variante, wie Marlis Krause sagte. Dennoch könnte das Modell künftig Schule bei den Ausstellungen machen.

Denn dadurch könnte der Stress für die Tiere reduziert werden. Wobei auffällig gestresste Tiere so oder so bei einer Katzenausstellung nichts zu suchen hätten, wie die Vorsitzende mit Blick auf die Kontrollen betont. „Wir haben dafür eine Tierarzthelferin dabei und schauen, ob die Katzen geimpft und frei von Parasiten sind“, sagt Marlis Krause. Nicht kontrolliert werden könne, ob Züchter ihre Tiere medikamentös ruhig stellen. Das schließt die Vereinsvorsitzende zwar rigoros aus. Um das allerdings ganz genau festzustellen, wäre ein Bluttest notwendig. Aber den ordne niemand im Vorfeld an.

Rund 60 Aussteller waren mit ihren Tieren in Löbau dabei. 14 Rassen wurden am Wochenende präsentiert. Drei Richter bewerteten die Tiere und auch die Publikumslieblinge wurden gekürt. Manja Rocho, stellvertretende Vereinsvorsitzende, hat den Großteil der Organisation übernommen, Züchter und Händler eingeladen. Über die Resonanz freute sich die 31-Jährige. Bereits bis zum Sonnabendnachmittag kamen über 1 000 Besucher. „Wir profitieren von den gleichzeitig stattfindenden Messen nebenan“, sagte sie. Die „Feiern & Genießen“ und die „Reisen & Vital“ liefen parallel in der Messehalle. Gäste nutzten die Möglichkeit der Rabatt-Eintrittskarte, um beide Veranstaltungen zu besuchen.

Susanne und Fritz Höntzsch sind aus Großdubrau angereist. Als Katzenbesitzer von einem Maine Coon interessierte sich das Ehepaar besonders für diese Rasse. Nur zum anschauen, wie Frau Höntzsch sagt. Einen Spielgefährten für ihren Kater wollten sie nicht anschaffen. Tiere kaufen, ist sowieso bei den Ausstellungen absolutes Tabu. Vielmehr geht es darum, Kontakte zum Züchter zu knüpfen, falls man sich für eine Rassekatze entscheiden will. Die Maine Coons hätten sich – wie Manja Rocho erklärt – mittlerweile zur „Trendkatze“ entwickelt. Die XXL-Rasse mit bis zu 1,20 Meter langen Tieren findet immer mehr Fans, ebenso wie die Ocicat, die mit ihrem gepunkteten Fell ein bisschen wie ein Mini-Leopard ausschaut. Beide Rassen waren in Löbau ebenso zu entdecken, wie Britisch Kurzhaar-Katzen und andere Rassen. „Früher züchteten viele Perserkatzen“, weiß Frau Rocho. Deren Fangemeinde ist allerdings zurückgegangen. Zugenommen dagegen hätte die „Schwarzzucht“ – wenn also Katzen ohne Papiere abgegeben werden.

Ebenfalls im – fraglichen – Aufwärtstrend: Straßenkatzen. Elvira Langnickel vom Tierschutzverein Bischofswerda informierte an ihrem Stand über Schicksale. „Es gibt immer mehr Katzenbabys, weil Leute nicht gewillt sind, ihre Freigänger zu kastrieren“, erzählt sie. Während in einigen Städten bereits eine Kastrationspflicht besteht, um die Vermehrung einzudämmen, gelte das in der hiesigen Region noch nicht. Mittlerweile betreut der Verein etwa 75 herrenlose Tiere, richtet Futterstellen ein und lässt Kastrationen durchführen. Frau Langnickel hat außerdem Gehäkeltes mitgebracht: Katzenminzekissen und Spielbälle, die für eine kleine Spende den Besitzer wechselten. Aus der Erfahrung heraus weiß die Tierschützerin, dass selbst Rassekatzen manchmal ausgesetzt werden und auf der Straße landen.

Osterüberraschung