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Die Schwanenmutter vom Carolasee ist tot

Da war die Welt noch in Ordnung: Fünf Jungschwäne und die Schwanenmutter im Juni 2018. © Christian Juppe,

Viele Dresdner kennen das Tier und seine Familie aus dem Großen Garten. 

Traurige Nachrichten gibt es aus dem Großen Garten: Das Weibchen des dort lebenden Schwanenpaares ist tot. Das teilte Thomas Eißer, der sich seit Jahren um die Schwäne im Großen Garten kümmert, am Donnerstag mit. Bereits am vergangenen Montag wurde das Tier leblos aufgefunden.

Der Experte vermutet, dass das im Frühjahr 2007 am Carolasee geschlüpfte Schwanenweibchen am Abend des 1. Advent starb, denn zum Zeitpunkt des Fundes war es steif gefroren. Die Todesursache ist noch unklar. Das Tier wird am Freitag in der Landesuntersuchungsanstalt für Gesundheits- und Veterinärwesen untersucht, die Ergebnisse liegen in der nächsten Woche vor, teilt die Stadt auf SZ-Anfrage mit. Der männliche Schwan muss sich nun zum dritten Mal ein Weibchen suchen, denn auch seine erste Partnerin starb – im Sommer 2012 in Kreischa. Es ist unklar, ob er sich erneut auf Partnersuche begibt, denn der Wasservogel ist nicht mehr der Jüngste: Er wurde als erwachsener Schwan im Dezember 2002 in Kreischa beringt. Zudem binden sich Paare für das ganze Leben. Erst im Mai dieses Jahres gab es im Großen Garten Nachwuchs. Von den fünf Jungschwänen ist einer im Juni gestorben, drei weitere leben bei „Papa“ auf dem Carolasee.

Und wie viele Familien haben offenbar auch die Schwäne einen Angehörigen in ihren Reihen, der etwas anders als die anderen ist: Einer der Jungschwäne sorgte im Oktober für eine Sperrung des Eisenbahnverkehrs über die Marienbrücke. Das Tier hatte es sich auf den Gleisen gemütlich gemacht und blockierte damit die Züge. Daraufhin rückte die Bundespolizei unterstützt von Schwanen-Beringer Thomas Eißer aus, „verhaftete“ das Tier und brachte es in die Wildvogelauffangstation in Kaditz.

Anfang November konnte der unternehmungslustige Schwan an der Elbe in Pieschen in die Freiheit entlassen werden. Mittlerweile wurde das Tier mehrmals in Pieschen, am Blauen Wunder in Blasewitz sowie an der Kiesgrube in Birkwitz/Pratzschwitz gesichtet.(jv/mja)

Einsatz an der Marienbrücke: Thomas Eißer bei der Rettung des Jungschwans im Oktober 2018.  © SZ