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Die südafrikanische Villa

Das Ehepaar Holm aus Südafrika hat in Meißen ein Haus saniert – es war Liebe auf den ersten Blick.

© Claudia Hübschmann

Von Udo Lemke

Meißen. Dass Meißen und Südafrika sehr wohl etwas miteinander zu tun haben, wird schon am Eingang klar: Hausherr Henning Holm und seine Frau Thea empfangen die Gäste mit südafrikanischem Leidersburg-Sekt. Den hat der Vater des Proschwitzer Kellermeisters Jacques du Preez ausgebaut. Gereicht wird der Sekt zu einer besonderen Begrüßung: Die um 1870 gebaute Villa in der Hafenstraße 26, gegenüber dem Parkhotel, ist fertig. Das einst ruinöse Gebäude ist wieder ein Wohnhaus und wird Meißen erhalten bleiben.

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Selbst der Keller hat etwas, lässt sich später nutzen. Aus einem Zimmer im ersten Stock ergibt sich dieser Blick auf das Parkhotel.
Selbst der Keller hat etwas, lässt sich später nutzen. Aus einem Zimmer im ersten Stock ergibt sich dieser Blick auf das Parkhotel. © Claudia Hübschmann
Selbst der Keller hat etwas, lässt sich später nutzen. Aus einem Zimmer im ersten Stock ergibt sich dieser Blick auf das Parkhotel.
Selbst der Keller hat etwas, lässt sich später nutzen. Aus einem Zimmer im ersten Stock ergibt sich dieser Blick auf das Parkhotel. © Claudia Hübschmann

So ungewöhnlich wie die Bauherren, so ungewöhnlich ist die Geschichte dieser Wiederauferstehung. „Vor ungefähr 15 Jahren haben Thea und ich beschlossen, noch einmal eine neue Herausforderung zu suchen“, erklärte Henning Holm am Freitagnachmittag bei der Einweihung der Villa vor den versammelten Handwerken, dem Architekten Gerhard Hess und Freunden. „2008 sind wir hier vorbeigefahren und haben uns sofort in die Villa verliebt.“ 2010 gab es dann den entscheidenden Kontakt mit dem Vorbesitzer, alles ging ganz schnell, und dann ging es nicht mehr schnell. Es brauchte weitere sieben Jahre, bis das Haus nun wieder intakt ist.

Intakt heißt, dass in dem denkmalgeschützten Gebäude allein etwa 50 Holzfenster, die nach alten Vorlagen gefertigt wurden, eingesetzt werden müssen, sagt Meister Rolf Hennersdorf von der Radeburger Firma Zeidler. Die Sandsteingewände der Fenster und die komplette Treppe sei Aufgabe seiner Firma gewesen, sagt Dieter Vogt, Inhaber der Firma Vogt Naturstein + Denkmalpflege aus Roitzschen.

Zwei Beispiele für das Prinzip, das Henning Holm bei der Sanierung hat walten lassen. Er hat nur heimische Firmen beschäftigt und so gut als möglich auf heimische Materialien gesetzt. Hennig Holm ist in Westeuropa gut vernetzt, und immer wieder sei die Frage gekommen, warum er ausgerechnet in den Osten gehen wolle, wo man doch gar nicht leben könne. Die Antwort: „Wir haben uns hier in kurzer Zeit mit vielen Leuten angefreundet.“ Und an die Anwesenden zur Einweihung des Hauses gewandt, sagte er: „Freut euch, dass ihr anders seid.“

Henning Holm, der in Südafrika eine Firma für Energieberatung hat, aber auch Anlagen zur Energiegewinnung aus Geothermie und Fotovoltaik bis zu einem Megawatt baut, will sich auch auf dem deutschen Markt etablieren. Hier aber vor allem im Bereich der Energieberatung von Unternehmen. Und die drei Söhne der Holms? „Die sanieren gerade in Kapstadt eine alte Viktorianische Villa.“