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Die Waldhotel-Halle lebt

Zwei junge Männer haben die Weinböhlaer Tennishalle gemietet und setzen den Sportbetrieb in Eigenregie fort.

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© Arvid Müller

Von Wolf Dieter Liebschner

Weinböhla. Wer in der Tennishalle Weinböhla zwischen 17 und 22 Uhr aufschlagen will, muss sich rechtzeitig um die Platzbuchung kümmern. Oder eben Geduld haben. „In den Abendstunden sind wir immer gut belegt“, sagt Ronny Brattig. Der 29-jährige Speditionskaufmann führt gemeinsam mit dem 33-jährigen Installateur David Herrmann den Tennisbetrieb in der Halle am Waldhotel neben ihren eigentlichen Berufen weiter.

Das war nicht unbedingt absehbar. Noch im vergangenen Herbst war das Waldhotel als Flüchtlingsunterkunft im Gespräch. Und nach dem Verkauf des Waldhotel-Komplexes, zu dem zwei Tennishallen gehören, an die Senioren-Wohnen Weinböhla GmbH verzögern sich nun die Umbauarbeiten zu Seniorenwohnungen. Das gefährdete auch den Spielbetrieb in der Halle. Um das zu verhindern, gründeten die beiden jungen Männer kurz entschlossen das Unternehmen Tennis- und Sportcenter Weinböhla und mieteten den Hallenkomplex vom Besitzer des Areals. „Wir haben das mit eigenen finanziellen Mitteln angeschoben“, sagt Brattig.

Weitere Halle mieten?

Zu ihrem Bereich gehören neben der Zwei-Felder-Halle die Umkleidekabinen sowie die Barzone. Eventuell wollen beide ab September noch die zweite Halle mieten. Doch zunächst wollen sie abwarten, wie sich der Betrieb einspielt. „Wir haben die Schlüssel zur Halle erst seit Mitte Januar, befinden uns also immer noch in der Testphase.“ Während die Tennisenthusiasten in der warmen Jahreszeit über eine ausreichende Anzahl von Plätzen verfügen, sieht es zwischen September und April eher schlecht aus. „Der Bedarf ist da“, so Brattig. „Wir haben ein Einzugsgebiet von Meißen bis Riesa und Radeburg. Die nächsten Tennishallen befinden sich erst wieder im Radebeuler Krokofit und in Radeberg. Und auch die sind immer gut belegt.“

Unter den Sportlern sind auch viele, die hier ein Tennishallen-Abonnement haben, teilweise seit mehr als zehn Jahren. Die freuen sich natürlich ganz besonders, dass es in Weinböhla weitergeht. Von 14 bis 22 Uhr sind Brattig und Herrmann, beide selbst aktive Tennisspieler, von Montag bis Sonntag neben ihrem eigentlichen Broterwerb wechselweise vor Ort und betreuen die Spieler. Als Belastung empfinden sie das nicht. „Tennis, das ist der Sport, den wir mögen. Da schaut man einfach nicht auf die Uhr“, so Brattig.

Auch Kindertraining

An den Wochenenden finden in der Halle Punktspiele der verschiedenen Leistungsklassen statt. Neben den Weinböhlaer Sportfreunden nutzen auch die Aktiven des Meißner TC diese Möglichkeit. Einer der Höhepunkte wird der 2. April sein. Dann treffen sich hier Sportlerinnen und Sportler zu ihren Leistungsklassenturnieren. Brattig und Herrmann bieten zudem auch Kindertraining an.

Die Hallenbelegung hat sich mittlerweile eingespielt. Auch die neue Internetseite tennishalle-weinboehla.de ist an den Start gegangen. Nur die Vollendung fehlt noch. „Der Plan ist, dass die Nutzer online buchen können“, sagt Brattig. „Das wird uns die Arbeit sehr erleichtern.“

Auch im Hallenkomplex hat sich einiges getan. Brattig und Herrmann haben die alten Leuchtstoffröhren ausgewechselt und wollen nach und nach den über 20 Jahre alten Belag der Tennisfelder erneuern. Sie haben einen Schlägerbespannungsservice eingerichtet und denken an die Eröffnung eines Sportladens. „Da dreht sich natürlich alles um das Thema Tennis: von Testschlägern über Saiten, Bälle bis hin zur Sportbekleidung“, so Brattig.