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Die Wette mit dem Wappen

Der Freitaler Stadtrat Martin Rülke ließ sich am Donnerstag auf besondere Weise frisieren. Schuld ist der Erfolg des Oberbürgermeisters.

© Karl-Ludwig Oberthür

Von Tobias Winzer

Freital. Erst das Zahnrad, dann die Fichte, die Hämmer und zum Schluss die Ähre. Friseurin Claudia Mihaly-Anastasio hat mit Haaren schon ziemlich viel ausprobiert, aber das Stadtwappen Freitals in einen Hinterkopf zu rasieren, war auch für sie eine Premiere. „Ich habe extra Ähren und Tannenbäume geübt“, sagt sie mit einem Lachen. CDU-Stadtrat Martin Rülke, dessen Haar sie bearbeitet, nimmt das ruhig zur Kenntnis. Er musste Donnerstagnachmittag eine ungewöhnliche Wette einlösen.

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Anfang des Jahres hatten sich CDU-Fraktionschef Peter Pfitzenreiter und Vize Rülke darüber Gedanken gemacht, ob Oberbürgermeisterkandidat Uwe Rumberg, ebenfalls CDU, wohl 50 Prozent der Wählerstimmen holt und damit im ersten Wahlgang zum neuen Stadtoberhaupt gewählt wird. „Peter Pfitzenreiter hat von Anfang an gesagt, das schafft er im ersten Wahlgang“, erzählt Rülke. „Als dann immer mehr Kandidaten dazu kamen, war ich mir eigentlich sicher, dass es nicht reichen wird.“ Pfitzenreiter und Rülke besiegelten eine Wette. Der Verlierer soll sich das Freitaler Stadtwappen in die Haare rasieren lassen. Zur Erinnerung: Uwe Rumberg gewann die Wahl Anfang Juni überraschend deutlich mit 51,3 Prozent.

Rumberg ist überrascht über die Aktion

Die passende Friseurin zum Einlösen der Wettschuld war schnell gefunden. Mihaly-Anastasio betreibt einen Friseursalon an der Dresdner Straße und sitzt für die Bürger für Freital im Stadtrat. Etwa eine Stunde brauchte sie beim Termin für das kleine Kunstwerk am Hinterkopf.

Mit Hilfe einer Schablone wurde der Umriss des Wappens auf den Hinterkopf gezeichnet und anschließend ausrasiert. Um das Stadtemblem wirklich zu frisieren, ist es allerdings viel zu kleinteilig. Deswegen musste sich die Friseurin mit Haarkreide und Eyeliner helfen. „Na, Hut ab. Das hast Du gut gemacht“, sagte Rülke am Ende der Sitzung und zeigte seine neue Haarpracht den Kollegen in der Stadtratssitzung am Donnerstag. Anschließend wurde der rot-goldene Schmuck wieder aus den Haaren gewaschen. Rülke ist Leiter einer Schule in Dresden. „Da wäre es komisch, wenn ich mit dieser Frisur komme.“

Oberbürgermeister Rumberg war überrascht, dass die Wette tatsächlich eingelöst wurde. „Ich dachte damals, das wäre Spaß, aber sie meinen es ernst“, sagte er. „Die Lehre daraus ist doch aber eigentlich: Man sollte nicht wetten.“