Partner im RedaktionsNetzwerk Deutschland
Merken

Die Windrad-Giganten

Auf dem Marienberg in Burkau werden zwei neue Windkraftanlagen montiert. Tonnenschwere Millimeterarbeit.

Teilen
Folgen
NEU!
© Rocci Klein

Von Carolin Menz

Burkau. Scheinbar mühelos schwebt es an den Ketten durch die Luft. 35 Meter lang und tonnenschwer ist dieses rot-weiße Rotorblatt, das sich bald an einem der zwei neuen Windräder in Burkau drehen wird. Die Endmontage der Anlagen des Investors OWE Oberlausitzer Windenergie hat begonnen. Das Einsetzen der Blätter an der wuchtigen Rotornabe jetzt ist der spektakulärste und kniffligste Arbeitsschritt.

Eines der Rotorblätter schwebt vom Lkw. Die drei Rotorblätter sind elementarer Bestandteil der Windkraftanlage.
Eines der Rotorblätter schwebt vom Lkw. Die drei Rotorblätter sind elementarer Bestandteil der Windkraftanlage. © Rocci Klein

Die Mitarbeiter der Firma Enercon bringen diese gigantischen Bauteile, die sie nur mithilfe hoher Leitern besteigen können, nicht mehr ins Schwitzen. Sie stimmen sich routiniert über ihre Funkgeräte ab. Mit zwei Kränen werden die drei gewaltigen Blätter nacheinander und millimetergenau in die Öffnungen der Rotornabe gehievt und anschließend mit jeweils 50 Schrauben innen und außen befestigt. Ist das erledigt, wird die dann 50 Tonnen schwere Rotornabe samt Flügel abheben und in 98 Meter Höhe an der Gondel angebracht. Vorausgesetzt, der Wind spielt mit. Weht auch nur ein Lüftchen mehr als erlaubt, müssen die Bauleute pausieren, sagen sie. Auch wenn sie in jeder Situation schwindelfrei sind. Das Aufsetzen der Generatoren und Maschinenhäuser auf beide Türme habe in dieser Woche aber schon problemlos geklappt.

Baustelle ist streng abgeriegelt

Bis zu acht Mitarbeiter der Firma Enercon aus Aurich und zwei Kranführer arbeiten auf der Baustelle, die streng abgeriegelt ist. Im August war mit dem Bau der Türme begonnen worden. Zum Großteil bestehen sie aus Beton, nur auf den letzten Metern aus Stahl. Fertig montiert werden die Windräder eine Gesamthöhe von 139,5 bzw. 149 Meter haben und damit bedeutend höher sein als die bisherigen vier Anlagen auf dem Berg zwischen Schönbrunn und Burkau. Allerdings werden sie an einem tiefer gelegenen Standort aufgestellt, sodass sich laut Projektentwickler und OWE-Gesellschafter Sten Jacobson ein einheitliche Landschaftsbild ergebe.

Die drei Rotorblätter, die jetzt verbaut werden, kamen in der Nacht zu Donnerstag mit drei Schwerlasttransportern. Ab der A4-Abfahrt Salzenforst schlängelten sich die recht beweglichen Laster durch teils enge Straßen. Kommende Woche treffen die Flügel für die zweite Anlage ein.

Ende Oktober könnten die Windräder in Betrieb gehen, sagt Sten Jacobson. OWE investiere über fünf Millionen Euro in die Anlagen und den Anschluss ans Enso-Netz. Die neuen Windräder sollen zusammen neun Millionen Kilowattstunden Strom im Jahr produzieren.