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Dipps: Weltkriegsgranaten gesprengt

Bei vier Sprengungen werden Hinterlassenschaften aus dem Zweiten Weltkrieg beseitigt. Ein Ende ist dabei nicht in Sicht.

Sprengmeister Robert Ludewig (vorne), Kampfmittelräumer Holger Dwaroch in der Dippser Heide mit Resten der gesprengten Panzergranaten.
Sprengmeister Robert Ludewig (vorne), Kampfmittelräumer Holger Dwaroch in der Dippser Heide mit Resten der gesprengten Panzergranaten. © Egbert Kamprath

Gleich vier Mal krachte es am Mittwoch in der Dippser Heide und danach waren gefährliche Hinterlassenschaften aus dem Zweiten Weltkrieg nur noch Schrott. Zurück blieb ein Trichter von vier Metern Durchmesser und zwei Metern Tiefe.

Mitarbeiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Sachsen sprengten vor Ort Munition, deren Transport in die Zerlegeeinrichtung nach Zeithain zu gefährlich gewesen wäre. Seit 2013 sucht ein privater Kampfmittelräumdienst in dem Gebiet systematisch nach Granaten, Patronen und Waffenresten. Zum Kriegsende hinterließen die fliehenden und sich auflösenden deutschen Truppen Unmengen an Kriegsmaterial.

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Verrostete Zünder machen Sorgen

Was die Sache für die Kampfmittelbeseitiger besonders brisant macht, ist der immer schlechter werdende Zustand der Munition. Jahrzehnte im Boden hinterlassen ihre Spuren, die Korrosion schreitet voran. Bei manchem verrosteten Zünder könnte eine leichte Erschütterung schon ausreichen, dass er auslöst. Solche Kampfmittel werden von den Mitarbeitern der Firma Boskalis Hirdes vor Ort belassen und einmal im Jahr gesprengt. Das geschieht gewöhnlich kurz vor dem Winter.

An dieser Mörsergranate ist zu sehen, wie weit nach den vielen Jahrzehnten im Boden die Korrosion fortgeschritten ist. Am Mittwoch wurde auch sie gesprengt.
An dieser Mörsergranate ist zu sehen, wie weit nach den vielen Jahrzehnten im Boden die Korrosion fortgeschritten ist. Am Mittwoch wurde auch sie gesprengt. © Egbert Kamprath

Um eine großräumige Sperrung der Dippser Heide zu vermeiden sowie den Aufwand beim Einsatz von Polizeikräften und Technik zu reduzieren, gab es diesmal statt einer großen Sprengung vier kleine. Sprengmeister Robert Ludewig befestigte dazu Hohlladungen an den Granaten, die den darin befindlichen Sprengstoff ausbrannten. Insgesamt wurden diesmal 30 Panzergranaten, 14 Handgranaten, drei Gewehrgranaten und fünf Mörsergranaten vernichtet. Dazu gehörte außerdem eine Pionierladung von drei Kilogramm Sprengstoff, die aber schon mit Zünder versehen war. Das finden selbst die Munitionsberger nicht alle Tage. Gegenwärtig sind es sieben von ihnen, die in der Dippser Heide arbeiten.

Diesmal keine Sprengung in Altenberg

Damit durch die Sprengungen niemand gefährdet wird, erfolgte im Umkreis von 300 Metern eine Sperrung des Areals. Zwölf Beamte waren im Einsatz sowie ein Hubschrauber mit Wärmebildtechnik. Insgesamt 40 Wanderer und Spaziergänger wurden nach Auskunft der Polizei weggeschickt.

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In diesem Jahr wurde etwas weniger Munition als sonst geborgen. Das liegt allerdings nicht daran, dass die Suche zu Ende geht, sondern ist der Borkenkäferplage zuzuschreiben. Die Kampfmittelberäumer waren verstärkt als Vorhut für die Forstleute im Einsatz, damit diese beim Fällen von betroffenen Fichten auf sicherem Terrain unterwegs sein konnten. Dazu gehörte auch die Untersuchung von Rückegassen der Harvester. Im letzten Jahr wurde dabei eine scharfe Panzermine entdeckt. Die Spezialisten mussten sie vor Ort sprengen. Die eigentliche Arbeit, das systematische Absuchen der Heide, geriet etwas ins Hintertreffen. Ein Ende ist dabei nicht in Sicht. Seit 2013 wurden schon 110 Tonnen Munition hier geborgen. In den Wäldern bei Altenberg bleibt es in diesem Jahr dagegen ruhig. Hier fällt eine übliche Sprengung, die vom Kahleberg aus jedes Mal ein spektakuläres Bild bot, aus.

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