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Wer darf in die Oberschule Klingenberg?

Die Schülerzahlen nehmen zu. Für Kinder aus Tharandt und Dorfhain könnte das zum Nachteil werden.

Von Anja Ehrhartsmann & Gunnar Klehm
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Immer mehr Kinder wollen an die Oberschule nach Klingenberg.
Immer mehr Kinder wollen an die Oberschule nach Klingenberg. © SZ

Im Schulnetzplan des Landkreises ist die Oberschule Klingenberg als Schulstandort bestätigt worden. Gleichzeitig wurde die Möglichkeit offengelassen, die Schule den zunehmenden Schülerzahlen anzupassen, erklärt Klingenbergs Bürgermeister Torsten Schreckenbach (BfK). Momentan ist die Oberschule zweieinhalb-zügig. Das heißt, in einem Jahrgang werden zwei Klassen neu gebildet, im darauffolgenden drei. "Das hat bisher gereicht. Nun kommen aber geburtenstarke Jahrgänge."

Die Kapazität der Schule reicht nicht mehr aus. Da nicht nur Klingenberger Schüler die Oberschule besuchen, sondern auch welche aus den umliegenden Kommunen wie Dorfhain und Tharandt, überlegen die drei Gemeinden gemeinsam, wie die Schule auf eine stabile Dreizügigkeit gestellt werden kann. "Als Gemeinde können wir das nicht alleine stemmen", sagt Torsten Schreckenbach.

Klingenberger Kinder haben Vorrang

Schon jetzt ist die Auslastung der Klassenräume und der Turnhalle an der Grenze. Baumaßnahmen wären für eine Erweiterung nötig. "Wir überlegen, inwiefern das gemeinsam gehen kann", so das Gemeindeoberhaupt. Die Baumaßnahmen wollen aber bezahlt sein. Zwar stellt der Freistaat Fördermittel in Aussicht, die Eigenmittel müssten aber von der Kommune kommen. Klingenberg hat das Geld aber nicht so üppig.

Auf der Kreistagssitzung, als der Schulnetzplan mit der 2,5-Zügigkeit beschlossen wurde, kam zwar zur Sprache, dass Tharandt damit nicht einverstanden ist. Insbesondere bei den Harthaern ist die Klingenberger Schule beliebt, weil wohnort-nah. Geändert hat das am Beschluss aber nichts.

Alternativ müssten die Kinder wahrscheinlich nach Freital-Hainsberg ausweichen. Auch wenn in der Sekundarstufe die freie Schulwahl gilt, sind die Harthaer im Nachteil. "Es können nur so viele Schüler aus Dorfhain und Tharandt zu uns kommen, wie noch Platz übrig ist", gibt Bürgermeister Schreckenbach zu Bedenken.

Im Tharandter Gemeinderat wird vehement darum gekämpft, so schnell wie möglich die Kapazitäten in Klingenberg zu erhöhen. Im Kreistag war von den Tharandtern aber nichts zu hören, weder von Räten noch von Elternvertretern. Jetzt wird hinter den Kulissen versucht, zu retten, was noch zu retten ist.

"Ich war beim Landesamt für Schule und Bildung. Dort sieht man angesichts der Schülerzahlen auch die Dreizügigkeit gegeben", sagte Tharandts Bürgermeister Silvio Ziesemer (parteilos) kürzlich im Gemeinderat. Nur baut das Landesamt nicht, sondern das müsste Klingenberg tun. Doch dessen Bürgermeister hatte im Kreistag erklärt, dass die Gemeindefinanzen das nicht hergeben würden. Ziesemer strebt dennoch ein "Rund-Tisch-Gespräch" an, an dem Landkreis, Klingenberg, Tharandt, Dorfhain und Freital teilnehmen sollten, um eine Lösung im Sinne der Kinder zu finden.