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Bereit für Tokio - und den zweiten Triumph?

Martin Schulz fährt zu den Paralympischen Spielen. Der frühere Döbelner hat nach Rio 2016 erneut Gold im Visier. Auch Paris in drei Jahren steht auf seinem Plan.

Martin Schulz holte 2016 Gold in Rio. Folgt für den Ex-Döbelner jetzt in Tokio die Titelverteidigung bei den Paralympics?
Martin Schulz holte 2016 Gold in Rio. Folgt für den Ex-Döbelner jetzt in Tokio die Titelverteidigung bei den Paralympics? © dpa

Döbeln/Leipzig. Zeit für seine ursprüngliche Heimat hat Martin Schulz zurzeit nicht. "Gelegentlich" sei er mal bei seinen Eltern in Döbeln, sagt der 31-Jährige. "Doch mein Lebensmittelpunkt ist inzwischen nun einmal Leipzig", fügt er hinzu.

Richtig. Dort lebt Martin Schulz, dort trainiert er für ein riesiges Ziel: die Paralympics von Tokio. Samstag ist Start in die japanische Metropole - und der Paratriathlet Martin Schulz kennt nur ein Ziel. "Gold, mindestens aber eine Medaille", formuliert der Ausnahmeathlet, der vor fünf Jahren schon einmal auf dem paralympischen Thron stand. In Rio 2016 kam er nach Schwimmen, Radfahren und Laufen ganz vorn an. Ein Erfolg, der für Aufsehen sorgte. Weil Martin Schulz erst wenige Jahre vorher zum Paratriathlon gestoßen war.

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Am Sonnabend geht nun der Flieger nach Tokio. Mit einem Jahr Verspätung. Martin Schulz nimmt es gelassen. Er hat in den letzten Wochen trainiert, trainiert, trainiert. "Der Zeitunterschied war für mich eigentlich noch nie ein Problem", sagt er. Nach deutscher Zeit wird er am 29. August um 1.30 Uhr auf die Strecke in Tokio gehen. Er habe das nicht extra trainiert, höchstens mal um ein oder zwei Stunden angepasst. "Man braucht doch das Tageslicht", sagt Martin Schulz.

Konkurrenz kommt aus Kanada und Australien

"Gegner" des bevorstehenden Wettkampfes in der japanischen Metropole seien ganz andere. Die Hitze und die hohe Luftfeuchtigkeit zum Beispiel. "Richtig trinken", so eine Devise. Aber auch richtig trainieren. Nach aufregenden und harten Tagen im Trainingslager, werde es jetzt "jeden Tag ein bisschen weniger". Der Körper müsse Gelegenheit kriegen, "zu Kraft zu kommen. Ich bin Ausdauersportler. Und als solcher weiß ich, was im Training zu beachten ist".

Darauf hat sich der ehemalige Döbelner versucht einzustellen. Dass der eigentliche Termin der Paralympics vor einem Jahr coronabedingt ausfiel, "war schon ziemlich krass". Schulz hat den Widrigkeiten getrotzt. "Ich habe mich immer nur auf mich konzentriert", sagt der Ausnahmeathlet, dem von Geburt an der linke Unterarm fehlt. Das meint er natürlich insbesondere auf die harte Konkurrenz bezogen, die vor allem aus Kanada und Australien kommt. Man beäugt sich seit vielen Jahren.

Bei den Spielen von Rio 2016 hatte Martin Schulz nach triumphalem Wettkampf die Nase vorn. Bei Europa- und Weltmeisterschaften hat er stets eine Medaille gewonnen. Das gilt nun auch für Tokio. "Ich will eine Medaille, aber das wird kein Selbstläufer" sagt Martin Schulz. Und er weiß: "Ich zähle zu den Favoriten, fühle mich gut."

Nächstes Ziel lautet Paris

Die Eröffnungsfeier der Paralympics wird er nicht live erleben. Er werde sich "eine gemütliche Ecke" suchen, um den Einmarsch der Nationen anzuschauen. Die Spiele von Tokio seien eben anders als die von Rio. Das ganz große Flair werde wohl nicht da sein, weil offiziell keine Zuschauer zugelassen sind. Deshalb macht Martin Schulz aus seiner Zukunft auch kein Geheimnis. Unabhängig vom Abschneiden in Japan "mache ich weiter bis Paris", sagt er. Dort finden 2024 die nächsten Paralympics statt. "Ich möchte nochmal das ganz große Flair erleben", sagt der Ex-Döbelner. Und fügt hinzu: "Durch Corona hat vieles gefehlt. Aber es macht noch Spaß."

Martin Schulz kam als Sechsjähriger zum Schwimmsport und von dort später zum Triathlon. Mit 14 Jahren ging er in Leipzig auf das Sportinternat. Von 2012 bis einschließlich 2019 sicherte sich Schulz insgesamt acht Mal hintereinander den Europameistertitel in seiner Klasse PTS5. Der Athlet, der für den Verein SC DHfK Leipzig startet, konnte 2016 als erster Triathlet den Hattrick mit jeweils Gold bei den Welt- und Europameisterschaften sowie den Paralympics schaffen.

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