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Döbeln soll City-Manager bekommen

Im nächsten Jahr könnte jemand die Koordination des Döbelner Stadtmarketings übernehmen. 2002 gab es das schon mal.

Über die Muldeninsel soll sich der Geltungsbereich des neuen Fördergebietes erstrecken. Zum ersten Mal wären in dem Programm auch nichtinvestive Vorhaben wie die Finanzierung eines Citymanagers möglich.
Über die Muldeninsel soll sich der Geltungsbereich des neuen Fördergebietes erstrecken. Zum ersten Mal wären in dem Programm auch nichtinvestive Vorhaben wie die Finanzierung eines Citymanagers möglich. © Dietmar Thomas

Döbeln. Es ist Anfang 2002. Döbeln bekommt zum ersten Mal einen City-Manager. Besser gesagt: eine City-Managerin. Sylvia Fischer soll die Aktivitäten in der Döbelner Innenstadt koordinieren und gemeinsam mit Stadtverwaltung, Gewerbetreibenden und Händlern für mehr Leben in der Stadt sorgen. 20 Jahre später könnte es wieder jemanden geben, der sich um das Stadtmarketing kümmert.

Damals war die Stelle übers Arbeitsamt und einen Sponsorenpool mit Banken, dem Stadtwerbering und der Stadt finanziert worden. Heute könnte es dafür Fördermittel aus dem Städtebauförderprogramm „Lebendige Zentren“ geben, um das sich die Stadt bis März bewerben will.

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Beginn des City-Managements bereits 2022?

Dass aus diesem Programm nicht nur Investitionen finanziert werden, sondern auch solche Marketingaktivitäten, das will die Stadt ausnutzen. Fürs Stadtmarketing gibt es in Döbeln eine Arbeitsgruppe, der verschiedene Firmen und Gewerbetreibende, Verbände und die Stadtverwaltung angehören.

Eine Aufgabe des City-Managers oder der City-Managerin wäre es unter anderem, diese Aktivitäten zu koordinieren. „Es gibt viele Akteure in der Marketing-Gruppe, die eine Menge zu tun haben und diese Arbeit nicht nebenbei ehrenamtlich erledigen können“, sagte Baudezernent Thomas Hanns.

Reinhard Zerge, Stadtwerkechef im Ruhestand, hatte einige Zeit die Arbeitsgruppe moderiert. Herausgekommen ist eine gemeinsame Internetpräsentation. „Mein Döbeln“ soll die Stadt, das Kulturleben, Handel und Wirtschaft in seiner ganzen Breite vorstellen. Bisher ist das Projekt aber nicht abgeschlossen. „So eine Homepage ist eine feine Sache. Es ist aber auch eine Fleißarbeit, sie auf den aktuellen Stand zu bringen“, sagte Hanns.

Wenn die Stadt ins Förderprogramm „Lebendige Innenstadt“ kommt, könnte es im kommenden Jahr losgehen mit dem neuen City-Management. Das Projekt sei auf fünf Jahre angelegt, könnte aber auch auf den gesamten Förderzeitraum bis 2029 verlängert werden, sagte Hanns.

„Wir müssten jemanden dafür gewinnen, der geeignet ist.“ City-Manager gebe es in anderen Kommunen schon lange. „Wir müssten schauen: Was läuft woanders gut und was läuft nicht so gut.“

Döbeln plant Projekte für rund 3,8 Millionen Euro

Bis 2029 hat die Stadtverwaltung Projekte für rund 3,8 Millionen Euro geplant, die sie über das Förderprogramm finanzieren will. Dabei gibt es – im Gegensatz zum alten Stadtsanierungsprogramm – diesmal auch die Möglichkeit, nichtinvestive Projekte zu finanzieren. Mit dem City-Management allein will es die Verwaltung nicht bewenden lassen.

Es sind noch weitere Aktivitäten zur Stärkung der Innenstadt vorgesehen, die mit Fördergeld finanziert werden können. Etwa Innenstadtwettbewerbe zur Schaufenstergestaltung und Fotowettbewerbe zu verschiedenen Themen. Auch ein Leerstandmanagement könnte es geben.

Die Schaufenster ungenutzter Geschäfte könnten vorübergehend für Infos zur Stadt und Museen genutzt werden. „Es gibt immer mal wieder Geschäfte, die aus irgendwelchen Gründen leer stehen. Durch Olga Scheck und Eduard Reiswich haben wir gute Beispiele, wie so etwas aussehen kann“, sagte Hanns.

Die beiden Döbelner Künstler haben Schaufenster mit ihren Bildern gestaltet und Hanns könnte sich vorstellen, so etwas künftig auch finanziell zu unterstützen.

Einige Punkte auf der Döbelner Maßnahmenliste

Ein neues Stadtinfosystem mit Info-Stelen für Stadtplan, Theater, Stadtbad und Museen steht auch auf der Maßnahmenliste, Ladesäulen für E-Bikes und schließlich auch die Idee eines Konzeptes zur „Innenstadtillumination“.

Beleuchtete Gebäude gebe es zum Beispiel mit der Nicolaikirche, dem Rathaus und dem Theater jetzt schon, sagte Hanns. „Beim Wettbewerb zur Gestaltung von Obermarkt und Niedermarkt gab es einen Beitrag, der sich mit Bezug auf den Maler Erich Heckel mit der Beleuchtung mit expressionistischen Farben beschäftigte. Man könnte diese Idee weiterentwickeln“, so Hanns.

Der Stadtrat hatte in der vergangenen Woche die Muldeninsel als Fördergebiet festgelegt. Bis Anfang März will die Verwaltung die Aufnahme in das Förderprogramm beantragen. Hausbesitzer können auch davon profitieren. Für die Sanierung der Außenhülle eines Hauses kann es bis zu 25 Prozent Zuschuss geben.

Auch die Stadt will endlich ein Projekt in Angriff nehmen, das schon lange wartet. Im Braunschen Garten an der Mulde steht noch ein altes Gartenhaus. Unter den Holzschwarten versteckt sich eine Fachwerk-Gartenlaube von 1877. Die Hütte steht deshalb unter Denkmalschutz. Jetzt könnte sie restauriert werden.

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