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Döbeln: Girokonten werden teurer

Die Kunden der Sparkasse Döbeln müssen ab 1. Januar 2021 mehr zahlen. Nur so ließen sich Filialen und Angebote halten.

Kunden der Kreissparkasse Döbeln müssen ab 1. Januar 2021 ein bis zwei Euro mehr für ihr Girokonto bezahlen.
Kunden der Kreissparkasse Döbeln müssen ab 1. Januar 2021 ein bis zwei Euro mehr für ihr Girokonto bezahlen. © Archivfoto: SZ/Uwe Soeder

Region Döbeln. Niedrigzinsen und ständig steigende Kosten – das belastet auch die Kreissparkasse Döbeln. Damit das Geldinstitut seine Dienstleistungen auch weiterhin den Kunden in der Region anbieten kann, müssen die ab dem kommenden Jahr tiefer in die Tasche greifen. Wie die Vorstände Uwe Krahl und Thomas Gogolla vorab informierten, steigen ab dem 1. Januar 2021 die Preise für die Girokonten um einen Euro, für manche Modelle um zwei Euro.

Knapp 35.500 Girokonten sind bei der Sparkasse Döbeln angelegt, darunter rund 33.000 als private Konten, knapp 2.500 als Geschäftskonten. „Darunter sind über 370 Vereinskonten“, sagt Jürgen Kolbe, Leiter Vertriebsmanagement. Bisher zahlen die Kunden zwischen 0,90 und 10,90 je nach Modell pro Monat. „Über die genauen Änderungen informieren wir unsere Kunden rechtzeitig im Detail“, äußerte sich Uwe Krahl. 

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Er machte deutlich, dass nur auf diesem Weg auch in Zukunft an den sechs Filialen der Sparkasse festgehalten werden könne. Ebenso sehen die Planungen für die nächsten Jahre auch die drei Selbstbedingungsstandorte in Döbeln und Waldheim vor. Und das, obwohl die Nutzung von Online-Banking in diesem Jahr weiter gestiegen ist. Vor allem der Lockdown im Frühjahr aufgrund der Corona-Pandemie habe diese Entwicklung innerhalb kurzer Zeit beschleunigt, sagte Vorstand Gogolla. Aktuell würden demnach über 50 Prozent der Kunden Geldgeschäfte mittels Online-Banking abwickeln.

Trotzdem sei den Kunden auch die Filiale vor Ort wichtig, betonte Uwe Krahl. Der Kunde wünsche sich beide Arten der Dienstleistung, die es in Bezug auf die Filialen zu erhalten, in Bezug auf den Online-Bereich weiter auszubauen gelte.

Zuletzt wurden die Gebühren für die Konten zum 1. Januar 2016 angehoben, auch damals im Schnitt um rund einen Euro. Zum 1. Januar 2018 war die jährliche Gebühr für die SparkassenCard angehoben worden. Begründet wurde dies unter anderem mit den neuen Funktionen der Karte. Jene verfügt seitdem über eine Antenne, die auch das bargeldlose Bezahlen ermöglicht. Angepasst worden sind damals auch die Bearbeitungsgebühren für Tagesgeldkonten sowie die Kosten für Anlagen zur Scheckeinreichung.

Sparkasse gut aufgestellt

Mit der Gebührenanpassung sowie der Aktivität im Bereich von Immobilien und Eigenheimstandorten versucht sich die Sparkasse finanzielle Sicherheit bei den anhaltenden niedrigen Zinsen zu verschaffen. Ziel sei es, zinsunabhängige Erträge zu generieren, äußerte sich Krahl. „Die niedrigen Zinsen werden sich nicht ändern. Wir müssen uns langfristig darauf einstellen.“

Doch auch für die Kunden seien die Niedrigzinsen von Nachteil. Daher würden die Berater der Sparkasse vor allem zu Investitionen in Aktien und Wertpapieren raten. Doch bisher seien die Döbelner da noch eher zurückhaltend. „Wenn sie dies weiterhin tun, müssen die Kunden damit leben, dass sie für ihr Geld auch nichts bekommen“, meinte Krahl.

Trotz der Lage auf den Finanzmärkten sowie der Corona-Pandemie stehe die Sparkasse auf sicheren Füßen und könne eine gute Position im Freistaat behaupten. Das Jahr 2019 konnte erfolgreich abgeschlossen werden. Das Kreditgeschäft habe sich brutto auf rund 108 Millionen Euro belaufen. Dabei seien zur Hälfte Kredite von privaten sowie gewerblichen Kunden aufgenommen worden. 

„75 Prozent der neuen Kredite machen dabei Wohnungsbaukredite aus“, sagt Gogolla. Dieser Trend setze sich 2020 fort. Schon jetzt habe die Sparkasse Kreditgeschäfte in Höhe von rund 100 Millionen Euro abgeschlossen. Darunter seien lediglich 3,2 Millionen Euro Corona-Kredite. „Das ist sehr gering“, so Krahl.

Uwe Krahl und Thomas Gogolla von Vorstand der Kreissparkasse Döbeln sehen das Geldinstitut gut aufgestellt, auch während der Corona-Krise.
Uwe Krahl und Thomas Gogolla von Vorstand der Kreissparkasse Döbeln sehen das Geldinstitut gut aufgestellt, auch während der Corona-Krise. © Jungnickel-fotografie.de

Mehr Händler setzen auf Kartenzahlung

Mit Beginn der Krise hätte das Geldinstitut versucht, zu jedem gewerblichen Kunden Kontakt aufzunehmen und diesen zu beraten. „Es ist nicht zu erkennen, dass die Zahl der Insolvenzen hochgegangen ist“, erklärte Uwe Krahl. „Die staatlichen Maßnahmen scheinen zu wirken.“ 

Von Vorteil sei, so Vorstand Gogolla, dass es vor Ort viele kleinteilige Betriebe gebe, die sehr beweglich seien und sich in der Krise schnell versucht hätten, neue Geschäftsmodelle zu erarbeiten. Auch hätten nur rund 200 Kreditkunden die Option auf Tilgungsaussetzung und Stundung von Kreditraten in Anspruch genommen. Und das offenbar mehr aus der ersten Angst heraus, die zu Beginn des Lockdown einige erfasst habe, so Kolbe.

Auch ihren Betrieb habe die Sparkasse während der Krise bisher am Laufen halten können, bis auf zwei Wochen. In jener Zeit waren die Filialen in Ostrau sowie Waldheim geschlossen, um dort die entsprechenden hygienischen Voraussetzungen für den Weiterbetrieb zu schaffen. Mit Beginn des Lockdown seien Mitarbeiter ins HomeOffice gewechselt, aus dem heraus große Teile des Hauses funktionsfähig gehalten worden seien. „Wir haben die Situation relativ schnell in den Griff bekommen“, meinen die Vorstände.

Eine weitere Auswirkung der Krise sei zudem die Steigerung des kontaktlosen Bezahlens via Smartphone oder Karte. Inzwischen seien auch alle Händler, die Kunde bei der Sparkasse sind, dazu in der Lage, Kartenzahlungen entgegenzunehmen. Unter anderem hätte es eine entsprechende Aufrüstung der Technik bei Bäckern, Physiotherapeuten sowie verschiedenen anderen Dienstleistern gegeben. Bereits vorhandene Terminals seien zudem auf das kontaktlose Zahlen umgestellt worden, sagte Jürgen Kolbe vom Vertriebsmanagement.

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