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Döbelner Friseure für Neustart gut gerüstet

Corona-Tests sind organisiert, Salons nach den Hygienevorschriften eingerichtet, Termine bis zu vier Wochen ausgebucht.

Franziska Gaida betreibt den Salon Haarkunst am Döbelner Körnerplatz allein. Deshalb hat sie mit den neuen Hygienevorschriften, die Voraussetzung für die Öffnung der Salons sind, kein Problem.
Franziska Gaida betreibt den Salon Haarkunst am Döbelner Körnerplatz allein. Deshalb hat sie mit den neuen Hygienevorschriften, die Voraussetzung für die Öffnung der Salons sind, kein Problem. © Lars Halbauer

Region Döbeln. Nach zehn Wochen öffnen am 1. März die Friseursalons wieder. Pro Person müssen dort zehn Quadratmeter zur Verfügung stehen, Friseure und Kunden dürfen sich nur mit Maske begegnen und einmal pro Woche müssen sich die Mitarbeiter der Salons auf Corona testen lassen. Wie ist das umsetzbar?

Hair Factory: Weitere Plätze in Büro und Wintergarten geschaffen

„Ich bin glücklich, dass mein Salon so groß ist“, sagt Alexandra Weißflog von Hair Factory. Dadurch gebe es nur geringe Einschränkungen. Trotzdem hat sie weiter vorgesorgt. „Ich habe mein Büro freigeräumt und nach Hause verlagert“, erzählt sie.

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Sowohl dort, als auch im kleinen Wintergarten, der zum Geschäft gehört, sind neue Plätze für die Kunden entstanden. Dadurch könnten elf Kunden gleichzeitig frisiert werden, jedoch nicht mehr zwei Kunden von einer Mitarbeiterin parallel – zum Beispiel, wenn die Eine einen Kurzhaarschnitt erhält, während bei der Zweiten die neue Haarfarbe einwirkt.

Die Termine sind für die ersten vier Wochen bei allen sechs Mitarbeitern fast ausgebucht. „Oberste Priorität haben unsere Stammkunden. Das finde ich ihnen gegenüber fair“, so Alexandra Weißflog. Auch, wenn ihr bewusst sei, dass sie damit manchen Neukunden verärgere.

Alle Mitarbeiter von Hair Factory verlängern ihre eigentliche Arbeitszeit, die Öffnungszeiten des Salons bleiben allerdings dieselben. „Denn alle haben auch noch Familie“, so die Chefin und fügt hinzu: „Wir wollen wieder und die Kunden wollen wieder.“ Und alle seien inzwischen lange genug sensibilisiert, dass sie sich an die geltenden Corona-Regeln halten werden.

Bevor der Friseursalon am Montag um 8 Uhr öffnet, treffen sich die Mitarbeiter aber erst einmal um 7 Uhr einige Meter weiter in der Apotheke an der Oberbrücke. „Dort lassen wir uns testen“, so Alexandra Weißflog. Die Ergebnisse werde sie in ihren Unterlagen dokumentieren.

Friseur Pur: Chefin absolviert beim DRK Schnelltest-Seminar

Jana Esthymiou vom Friseur Pur hat in dieser Woche ein Seminar des DRK-Kreisverbandes Döbeln-Hainichen besucht und dort gelernt, wie Corona-Schnelltests durchgeführt werden. „Wir haben lange kein Geld verdient und müssten nun als erstes welches für die Tests ausgeben. Jetzt kann ich meine Mitarbeiter selbst testen“, sagt sie.

Sie habe zwar über ihre Steuerberaterin Überbrückungsgeld III beantragt und gleich am nächsten Tag eine Information bekommen. „Aber die Zahlung ist noch nicht erfolgt“, so Jana Esthymiou.

Die räumliche Beschränkung im Salon durch die Quadratmetervorgabe pro Person sieht sie nicht problematisch. „Wir sind nur zu dritt. Das lässt sich gut händeln“, meint sie. Zudem habe sie bereits nach dem ersten Lockdown Trennwände angeschafft und die Abstände auf dem Boden markiert.

Auch sie sagt: „Wir sind froh, dass wir wieder dürfen“, und setzt darauf, dass sich auch die Kunden an die Vorgaben halten. In den ersten drei März-Wochen gibt es keine Lücke mehr im Bestellbuch.

Schnittstelle: Berufskollegin hilft bei Corona-Tests

„Die Platzverteilung regelt die Terminvergabe“, sagt Kathleen Falk vom Salon Schnittstelle. Die Tür zum Geschäft bleibe geschlossen . Nur Kunden, die bestellt sind, werden eingelassen. „Wer einen Gutschein möchte, muss vorher anrufen und kann ihn dann abholen“, erklärt Kathleen Falk.

Seitdem bekannt wurde, dass die Friseure wieder öffnen dürfen, klingle ihr Telefon am laufenden Band. Inzwischen sei sie mit der Terminvergabe in der Vorosterwoche angekommen.

Zum Ende dieser Woche hat sich das Friseurteam in der Ginkgo-Apotheke in Döbeln Nord testen lassen, „damit wir am Montag problemlos starten können.“ Künftig erhält die Schnittstelle in dieser Beziehung Hilfe vom Friseur Pur.

„Jana Esthymiou, die den DRK-Kurs belegt hat, übernimmt auch die Schnelltests bei uns“, so Kathleen Falk, die sehr dankbar dafür ist. „Wir unterstützen uns in dieser Zeit gegenseitig.“ Die Kosten für die Tests teilen sich die Friseurinnen.

Haarkunst: Kunden ohne WhatsApp und Co. bietet die Inhaberin Termine an

Franziska Gaida ist im Salon Haarkunst Alleinkämpferin. „Deshalb habe ich weniger Probleme, mich an die Platzvorgaben zu halten“, sagt sie. Zwar habe sie drei Plätze zur Verfügung, werde aber jetzt immer nur einen Kunden bedienen und erst, wenn dieser das Geschäft wieder verlassen hat, den nächsten einlassen. „Deshalb brauche ich auch nichts abzutrennen“, meint Franziska Gaida.

Zudem werde sie zwischen den Kunden Pausen einplanen, um durchzulüften und selbst einmal kurz die Maske abnehmen zu können. Auch sie ist mit den Bestellungen in der vierten Märzwoche angekommen.

Viele Kunden hätten sich über die sozialen Medien bei ihr gemeldet. „Ältere Stammkunden, denen kein Internet oder Whats-App zur Verfügung steht, habe ich selbst angerufen“, erzählt sie.

Für den Schnelltest müsse sie einmal pro Woche ihren Hausarzt aufsuchen oder eine Apotheke, die diese Tests anbietet.

Friseur Central: Auch die Herren benötigen jetzt einen Termin

„Den ersten Lockdown haben wir umsatztechnisch sehr gemerkt“, sagt Jana Kettner, Chefin der sechs Salons des Friseurs Central. Sie spricht von mehreren 1.000 Euro Verlust. Gleichzeitig seien Mehrkosten durch die Hygienevorschriften entstanden, nach denen sie mehr Umhänge, Masken, Desinfektionsmittel und entsprechende Spender angeschafft habe.

Die zehn Quadratmeter pro Person einzuhalten, sei nicht einfach. Wie damals bleibe auch jetzt jeder zweite Platz leer. Trennwände stelle sie nicht auf. Aber es werde darauf geachtet, dass sich die Schichten der 29 Mitarbeiter nicht mehr überschneiden.

Trotz Corona hat sie zum 1. März zwei Neue eingestellt. „Der Bedarf ist da. Eigentlich sollten die beiden bereits zwei Monate eher beginnen“, sagt Jana Kettner. Sie lobt ihre Mitarbeiter: „Ich bin froh, dass ich so ein super Team habe. Sie halten alle zur Stange. Sie sind Spitze.“

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Friseure dürfen am Montag öffnen. Das Handwerk ist dennoch aufgebracht: auch über Auflagen und Kosten.

Je nachdem, welchen Wunsch die Kunden haben, sind die Termine der einzelnen Mitarbeiter für vier bis sechs Wochen ausgebucht. Und die Chefin weist darauf hin: „Auch die Herren brauchen jetzt für den Besuch des Salons am Obermarkt einen Termin.“ Viele hätten das bereits geahnt und nachgefragt.

Das Testen übernimmt Jana Kettner selbst - jeden Tag in einem anderen Salon. Dafür hat sie einen Lahrgang besucht, den die Friseurinnung angeboten hat.

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