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Braucht Hartha noch mehr Geschäfte?

Pro und Kontra: Die Meinungen zum geplanten Nahversorgungszentrum an der Dresdener Straße gehen bei Sächsische.de auseinander. Zwei Kommentare.

Unterschiedliche Meinungen zum neu geplanten Einkaufsstandort in Hartha: Erik-Holm Langhof, Volontär aus Döbeln und Dietmar Thomas, Fotograf aus Hartha.
Unterschiedliche Meinungen zum neu geplanten Einkaufsstandort in Hartha: Erik-Holm Langhof, Volontär aus Döbeln und Dietmar Thomas, Fotograf aus Hartha. © Lutz Weidler, André Braun

Hartha. Ein Investor plant ein neues Nahversorgungszentrum in Hartha. Ansiedeln sollen sich an der Dresdener Straße ein Vollsortimenter, ein Discounter und ein Drogeriemarkt. Der Stadtrat hat dafür zunächst seine Zustimmung gegeben.

Das sorgt für Zustimmung, aber auch Kritik. Zwei Kommentare aus der Sächsische.de-Redaktion: Pro und Kontra "Einkaufstempel".

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Pro: Lieber mehr als gar keine Einkaufsmöglichkeiten

Von Erik-Holm Langhof, Volontär aus Döbeln

Grundsätzlich war es ein guter Plan der Verwaltung und des Stadtrates, neue, größere Einzelhändler nur noch in der Innenstadt zuzulassen. Somit sollte genau diese wiederbelebt werden.

Doch auch Firmen schauen genau, wo es sich lohnt überhaupt noch zu bauen. In einer Gesellschaft mit wenig Zeit setzen sie auf Flächen direkt an Hauptstraßen, wie es bei der Dresdener Straße der Fall ist. Doch was nun: Innenstadtbelebung oder Verzicht auf neue Geschäfte?

Natürlich ist diese Entscheidung weder für den Bürgermeister, noch für den Stadtrat einfach. Einerseits riskieren sie den Unmut der Bürger, der bei einem kompletten Rückzug von Edeka und einem begrenzten Angebot bei Nahkauf sowie Netto, entstehen könnte.

Andererseits stoßen sie auf Kritiker, die weder verstehen können, warum Hartha noch mehr Läden braucht und dafür Land versiegelt, noch wie ältere Menschen zukünftig einkaufen sollen, wenn Geschäfte nur noch am Stadtrand angesiedelt sind.

Dennoch bin ich überzeugt, dass man zweiteres Risiko eingehen sollte. Nicht zuletzt, weil so der Wunsch nach einem Drogeriemarkt gestillt wird und die Sorge nach zu wenig Einkaufsmöglichkeiten nicht so schnell aufkommt.

Kontra: Einkaufen geht auch in der Innenstadt

Von Dietmar Thomas, Fotograf aus Hartha

Die Stadt Hartha sollte sich von den Großkonzernen nicht erpressen lassen. Es gibt derzeit ausreichend Einkaufsmöglichkeiten, warum dann ein neuer „Einkaufstempel“ an der Dresdener Straße?

Die Verwaltung und der Bürgermeister sollten Rückgrat beweisen und sich klar hinter die vor allem älteren Bürger stellen, die einen Markt wie Edeka in der Innenstadt brauchen. Denn Einkaufen ist für sie oft nicht nur einkaufen, sondern auch ein „sozialer Knotenpunkt“, an dem sich Bekannte und Freunde treffen oder gemeinsam beim Bäcker einen Kaffee trinken.

Aber auch Edeka selbst sollte nicht nur auf die Finanzen achten, sondern sich auch seiner sozialen Verantwortung bewusst sein. Die Entscheidung, aus der Innenstadt an den Stadtrand zu ziehen, ist aus meiner Sicht äußerst verwerflich.

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Ganz vom Aspekt der Umwelt abgesehen, da durch die Neuansiedlung erneut freie Fläche versiegelt wird. Für was? Wir haben bereits einen alten Simmel-Markt und ein Gebäude, das von Diska genutzt wurde. Beide stehen leer.

Die Stadt sollte sich gemeinsam mit den Großkonzernen bemühen, Leben in die Innenstadt zu bringen. Dazu zählt auch, entsprechende Straßen dafür herzurichten.

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