merken
PLUS Döbeln

Feuerwehrdepot schon wieder zu klein

Der Ortswehrleiter bemängelt die Zustände im Gerätehaus Grünlichtenberg. Eine schnelle Änderung ist nicht in Sicht.

Die Grünlichtenberger Kameraden müssen sich bei Feuerwehreinsätzen neben den Autos umziehen. Einen Umkleideraum gibt es nicht.
Die Grünlichtenberger Kameraden müssen sich bei Feuerwehreinsätzen neben den Autos umziehen. Einen Umkleideraum gibt es nicht. © Dietmar Thomas

Kriebstein. Es gibt keine Absauganlage für Abgase. Und die Feuerwehrleute müssen sich direkt neben den Fahrzeugen umziehen. Die Zustände im Feuerwehrgerätehaus bezeichnet Ortswehrleiter Hauptbandmeister Holger Jakob vor dem Gemeinderat als unzulänglich und gefährlich für die insgesamt 25 Kameraden.

Dabei ist das Depot, das direkt an die Grundschule grenzt, noch gar nicht so alt. Im Jahr 2006 war es eingeweiht worden. Errichtet wurde es damals ohne Fördermittel. Rund 120.000 Euro zahlte Kriebstein für die etwa 200 Quadratmeter große Fahrzeughalle, in der zwei Feuerwehrautos Platz finden, aus der Gemeindekasse.

Anzeige
Die WOGENO sucht neue Mitarbeiter
Die WOGENO sucht neue Mitarbeiter

Die Wohnungsgenossenschaft Zittau eG bietet für engagierte Bewerber ein attraktives und verlässliches Arbeitsumfeld.

Die Zeit drängte, das alte Gerätehaus verfiel immer mehr. Damals gab es zwar eine Warteliste für Fördermittel. Bis diese geflossen wären, hätten aber noch fünf bis sechs Jahre vergehen können. Deshalb ergriff die Gemeinde die Initiative.

In der neuen Fahrzeughalle standen bei der Einweihung zwei Feuerwehrfahrzeuge, die mit Benzin betankt werden mussten. „Heute haben wir zwei Dieselfahrzeuge, die die entsprechenden Abgase erzeugen“, so Jakob. Bei einem Einsatz müssten die Fahrzeuge als erstes angelassen werden.

Währenddessen ziehen sich die Kameraden direkt neben den Fahrzeugen um. Die Abstände zur Außenwand seien überdies nicht gesetzeskonform. Er wolle sich gar nicht ausmalen, was passiert, wenn ein Kamerad in der Hektik des Einsatzes beim Umziehen stolpert und ein anderer vielleicht schon mit dem Auto losfährt. Wer übernimmt dann die Verantwortung?, fragt er.

Kreisbrandmeister bemängelte Zustand schon 2015

Bei einer Begehung vor fünf Jahren habe der damalige Kreisbandmeister die Situation aller Gerätehäuser der Gemeinde begutachtet und festgestellt, dass in Grünlichtenberg und Höfchen schnell etwas geschehen müsse. Im Ortsteil Höfchen ist mittlerweile ein neues Gerätehaus eingeweiht worden.

Die Ortswehr Kriebstein habe im vergangenen Jahr eine Absauganlage erhalten. In Grünlichtenberg hingegen tue sich gar nichts, so mache es zumindest den Eindruck“, sagte Holger Jakob. Unter diesen Voraussetzungen sei es überdies sehr schwer, Leute für die Mitarbeit in der Feuerwehr zu begeistern. „Es wird immer schwieriger Kameraden zu finden“, so der Hauptbrandmeister. Seit langen wünschen sich die Kameraden außerdem eine Wärmebildkamera. Diese sei schon seit Jahren beantragt worden.

Pläne liegen schon vor

Bürgermeisterin Maria Euchler (FW) lässt keinen Zweifel an der Wichtigkeit der Feuerwehr. „Es stimmt, die Voraussetzungen sind nicht optimal und „die Kameraden, die uns im Ernstfall helfen, setzen sich selbst körperlichen Gefahren aus“, sagte sie. „Aber wir müssen mit wenigen Mitteln viel bewerkstelligen und die Feuerwehr ist ein Teil davon.“ Die Planungen für einen Anbau am Gerätehaus, in dem sich die Kameraden umziehen können, liegen auch schon in der Schublade. Hauptgrund dafür, dass sie vor zwei Jahren ins Stocken geraten sind, sei, dass das Vorhaben ohne Fördermittel nicht realisiert werden könne. Die stünden im Moment nicht zur Verfügung.

Überdies habe Kriebstein als kleine Gemeinde viele andere Vorhaben, etwa im Bereich der Kindertagesstätten oder dem Straßenbau, umzusetzen, die auch sehr wichtig seien. Es habe schlichtweg an Mitarbeitern gefehlt, die Planungen weiter fortschreiben zu können. Trotzdem habe sie sich zum Ziel gesetzt, die Pläne nun zeitnah zu Ende zu bringen und Fördermittel zu beantragen.

FF-Gerätehaus Grünlichtenberg Quelle: Ingenieurbüro Lochschmidt Foto: Ingenieurbüro Lochschmidt
FF-Gerätehaus Grünlichtenberg Quelle: Ingenieurbüro Lochschmidt Foto: Ingenieurbüro Lochschmidt © Ingenieurbüro Lochschmidt

Nach den Entwürfen, die das Ingenieurbüro Lochschmidt erarbeitet hat, soll an der linken Außenwand der Halle ein etwa 3,30 Meter breiter Anbau als Umkleide entstehen, der mit einer Tür zur Fahrzeughalle verbunden ist. Der Eingang befindet sich neben den Hallentoren.

Maria Euchler rechnet mit einer Bausumme von rund 180.000 Euro. Das Planungsbüro hatte vor zwei Jahren mit 150.000 Euro kalkuliert. „Aber mittlerweile sind die Baukosten gestiegen“, so die Bürgermeisterin. Probleme gebe es auch noch mit der Einhaltung der Abstandsflächen zu den benachbarten Grundstücken.

Mehr lokale Nachrichten aus Döbeln und Mittelsachsen lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Döbeln