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Gastspiel gestrichen

In der Döbelner Sporthalle Burgstraße sollten im Januar Timo Boll und Co. spielen. Doch das ist nicht zu stemmen.

Gerade in der Zeit um den Jahreswechsel ist in der Sporthalle Burgstraße normalerweise viel los.
Gerade in der Zeit um den Jahreswechsel ist in der Sporthalle Burgstraße normalerweise viel los. © Jörg Schreiber

Von Jörg Schreiber

Döbeln. Normalerweise hätte in den Tischtennis-Ligen des Sächsischen Tischtennis Verbandes (STTV) und damit auch in der Sporthalle Burgstraße bis in den dritten Advent hinein Hochbetrieb herrschen müssen. Nahezu alle höherklassigen Mannschaften aus dem Altkreis Döbeln wären aktiv gewesen. Normalerweise.

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Doch wie schon im Frühjahr ist in Zeiten von Corona alles anders. Nichts geht mehr. Ab dem 2. November wurden alle Veranstaltungen auf Verbandsebene gestoppt. Erstes prominentes Opfer waren bereits am 31.Oktober und 1.November, noch vor dem offiziellen Inkrafttreten der Ausnahmeregelungen, die Landesranglisten der Seniorinnen und Senioren, bei denen sich Torsten Dathe und Kerstin Seidel sowie der Ex-Döbelner Olaf Dathe gute Chancen ausrechnen konnten.

Tabellenstände "eingefroren"

„Ich hatte fast damit gerechnet, weil die Corona-Zahlen vor dem Wochenende sprunghaft gestiegen sind. Einen Tag vor Turnierbeginn erreichte mich dann vom Verband ein Anruf, mit der Information, dass die Veranstaltung abgesagt ist“, blickt Olaf Dathe zurück. „Allerdings kam mir die Absage sogar ein wenig entgegen“, erzählt er weiter. „Denn ich hatte zu Saisonbeginn mehr schlecht als recht gespielt, weil meine Knieverletzung noch nicht komplett ausgeheilt war. Wenn es im kommenden Jahr dann wieder losgehen wird, hoffe ich natürlich, dass ich durch die Zwangspause zumindest gesundheitlich wieder fit bin.“

Der einstimmige Präsidiumsbeschluss von Ende Oktober sah vor, die Einzelwettbewerbe und den Punktspielbetrieb – mit Ausnahme der Profiligen – in allen Altersklassen zu unterbrechen und die bis dahin nicht ausgetragenen Mannschaftswettkämpfe der ersten Halbserie ersatzlos zu streichen. Die Tabellenstände wurden eingefroren. Ab Januar sollte die Saison ihre Fortsetzung finden. Damit hatten der Deutsche Tischtennis Bund und der sächsische Landesverband seinen Vereinen frühzeitig ausreichend Planungssicherheit mit auf den Weg gegeben. „Wir wollten mit der Absage der Mannschaftswettkämpfe bis zum kommenden Jahr ein Terminchaos im Dezember vermeiden. Vorrang hätten in dieser Zeit die Ranglisten und Einzelmeisterschaften gehabt, weil sich die Spielerinnen und Spieler über diese Wettkämpfe bis zu den nationalen Veranstaltungen qualifizieren“, berichtet STTV-Vorstandsmitglied Jörg Dathe.

Gedenkturnier fällt ersatzlos weg

Doch selbst diese weitsichtige Ausrichtung wurde von der Realität eingeholt. Denn nach der Verlängerung des Teil-Lockdowns bis zum 10. Januar – inzwischen wurde bekanntlich ein harter Lockdown angeordnet – hat sich das Entscheidungsgremium des Sächsischen Tischtennis Verbandes dazu entschlossen, Mannschafts- und auch Einzelwettkämpfe mindestens bis zum 24. Januar auszusetzen. Davon betroffen sind alle Mannschaften sowie Spielerinnen und Spieler aus dem Altkreis Döbeln.

Die sächsischen Landeseinzelmeisterschaften der Damen und Herren, die Ende Januar in Brandis stattfinden sollten, wurden schon jetzt prophylaktisch auf Anfang Juni verlegt. Das 14. Helmut-Hanschmann-Gedenkturnier des Döbelner SV, das für Ende Dezember im Terminkalender stand und mit organisatorischem Geschick gegebenenfalls noch Anfang Januar hätte über die Bühne gehen können, fällt der Pandemie jedoch ersatzlos zum Opfer. „Wir hatten dieses Turnier bis zum Schluss fest im Blick. Die Verlängerung des Lockdowns hat jedoch alle Planungen über den Haufen geworfen“, so Jörg Dathe, der auch als stellvertretender Abteilungsleiter beim Döbelner SV fungiert.

Sollten die Ligen nach dem 24. Januar ihre Wettkämpfe wieder aufnehmen können, wird es aber nicht nur eine verkürzte Hinrunde geben. Auch die Rückrunde – und das steht ebenfalls schon seit längerer Zeit fest – wird deutlich heruntergefahren. Denn für alle Mannschaften, die sich in den Monaten September und Oktober bereits gegenüberstanden, wird es nach dem Restart keine Möglichkeit mehr für eine Revanche geben. In der zweiten Halbserie werden nur noch jene Duelle ausgetragen, die aufgrund des plötzlichen Stillstands von Anfang November bis Ende Dezember dem Lockdown zum Opfer fielen. Dadurch wird die laufende Saison in Summe aller Begegnungen auf eine Halbserie reduziert.

Top-Event ohne Zuschauer unmöglich

„Wir hoffen natürlich, dass wir zumindest die Hälfte aller geplanten Spiele in dieser Saison noch zu Ende bringen. Und dass mit einer einfachen Runde auch die Leistungen der Mannschaften entsprechend transparent bewertet sind. Sollte sich allerdings bis Mitte April kein Rad mehr drehen, dann müssen wir uns im Verband Gedanken machen, wie wir mit dieser angebrochenen Saison umgehen werden. In diesem Zusammenhang könnte ich mir vorstellen, dass das komplette Spieljahr annulliert und auf null zurückgestellt wird“, überlegt Jörg Dathe.

Und noch etwas bereitet dem Döbelner Kopfzerbrechen: Der bereits langersehnte Auftritt von Borussia Düsseldorf in der Sporthalle Burgstraße. Am dritten Januar-Wochenende sollten die Rheinländer um Weltklassespieler Timo Boll in Döbeln einmarschieren. Ein punktspielfreies Wochenende war in der Region für alle Mannschaften fest eingeplant. Fast zwei Jahre nach ihrer letzten Vorstellung in Mittelsachsen, wäre es der insgesamt siebente Auftritt des deutschen Rekordmeisters in Döbeln gewesen. „Die Bundesliga darf zwar spielen, doch nur vor leeren Rängen. Aber ohne Publikum macht die ganze Sache natürlich keinen Sinn. Zudem könnten wir solch eine Veranstaltung ohne Zuschauereinnahmen nicht stemmen“, so Jörg Dathe abschließend. Bleibt zu hoffen, dass auch wieder bessere Zeiten kommen.

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