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Haus in Waldheim wird zur Gefahr

Vor dem Haus Nummer 39 am Niedermarkt ist der Fußweg mit Baken abgesperrt. Nun muss der Eigentümer handeln.

Der Fußweg vor dem Haus am Niedermarkt 39 in Waldheim ist mit Baken abgesperrt. Das ist notwendig, weil der Eigentümer seiner Sicherungspflicht nicht nachkommt.
Der Fußweg vor dem Haus am Niedermarkt 39 in Waldheim ist mit Baken abgesperrt. Das ist notwendig, weil der Eigentümer seiner Sicherungspflicht nicht nachkommt. © Dietmar Thomas

Waldheim. Es ist die einzige Ruine innerhalb der Häuserzeile, die sich an den Goldenen Löwen am Niedermarkt anschließt. Jetzt geht von dem Schandfleck auch noch eine Gefahr aus.

Die Dachschindeln sehen aus, als würden sie jeden Moment herabfallen. Ein offensichtlich schon vor langer Zeit angebrachtes Fangnetz am Dachsims hängt in Fetzen herunter. Die Fenster im Dachgeschoss stehen offen. Der graue Putz ist fleckig, die Eingangstür mit Holz zugenagelt.

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Dachteile fallen vom Haus in Waldheim herunter

„Der Eigentümer ist seiner Pflicht zur Verkehrssicherung nicht nachgekommen“, sagt Christin Rost, Leiterin des Ordnungsamtes der Stadt Waldheim. Vom Dach drohen Teile herunterzufallen. Aus diesem Grund habe die Kommune jetzt reagiert und den Fußweg absperren lassen.

„Die Sicherheit der Fußgänger steht hierbei im Vordergrund“, so Christin Rost. Gemeinsam mit dem Eigentümer soll eine Lösung gefunden werden. „Wir sind in Kontakt mit ihm“, so Christin Rost.

Auch Bürgermeister Steffen Ernst (FDP) ärgert sich über den Anblick des Hauses und die Gefahr, die von ihm ausgeht. „Eigentum verpflichtet“, sagt er. Wenn ein Gebäude dann noch zu einer Unfallquelle werde und der Eigentümer nicht reagiere, müsse die Kommune eingreifen. Das sei mit der Absperrung geschehen. Die Kosten für die Arbeiten werden dem Eigentümer in Rechnung gestellt.

Schon vor Jahren hatte sich der Stadtrat mit dem Gebäude beschäftigen müssen. Daran erinnert sich Albrecht Bergmann, der zu dieser Zeit noch dem Gremium angehörte, noch ganz genau.

Frühere Leinenweber-Manufaktur

„Der damalige Eigentümer hatte Anfang der neunziger Jahre in einer Nacht-und-Nebel-Aktion die Einfahrt mit dem Rolltor einbauen lassen“, erzählt Bergmann. Er habe den Bau damals damit begründet, dass er für anstehende Sanierungsarbeiten und die Entkernung eine Ausfahrt für den Abtransport des Bauschutts benötige. Das habe er auch glaubhaft versichert. „Das ist aber nun schon fast 30 Jahre her und geschehen ist nichts“, so Bergmann.

Nach den Recherchen von Albrecht Hänel vom Heimatverein Waldheim könnte sich in dem Haus ganz früher einmal eine Leinenweber-Manufaktur befunden haben. Das habe er in alten Adressbüchern nachgelesen. „Die Manufaktur muss dort so um 1500 beheimatet gewesen sein“, so Hänel.

Die Weberei war neben der Tuchmacherei und dem Ackerbau ein Haupterwerbszweig der Einwohner Waldheims. Von 1886 bis 1899 habe sich dann eine Tischlerei in dem Haus befunden.

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