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Hoffen auf das Weihnachtsgeschäft

Die Konditorei am Markt in Hartha darf noch verkaufen, aber niemanden bewirten. Das kommt bei manchen Kunden falsch an.

Sie geben alles, um die gemütliche Konditorei am Markt in den Zeiten der Einschränkungen zu erhalten: Konditorlehrling Maxi Brodhuhn (links), Chefin Mirjam Kornol und Mitarbeiterin Anett Sachse.
Sie geben alles, um die gemütliche Konditorei am Markt in den Zeiten der Einschränkungen zu erhalten: Konditorlehrling Maxi Brodhuhn (links), Chefin Mirjam Kornol und Mitarbeiterin Anett Sachse. © Lars Halbauer

Hartha. Mirjam’s Konditorei & Eiscafé hat sich in den vergangenen vier Jahren zu einem echten Treffpunkt am Markt entwickelt. Vor allem im Sommer nutzten viele Gäste die Möglichkeit, im Außenbereich auf der Rathausstraße selbst gemachtes Eis und leckeren Kuchen zu essen, sowie sich mit Freunden und Bekannten zu treffen.

„Das machte nach dem Lockdown im Frühjahr Mut“, sagte Mirjam Kornol, die Inhaberin der Konditorei. Den Lockdown hatte das Team genutzt, um zu renovieren, Trennwände aufzustellen und ein Hygienekonzept zu entwickeln. „Die Leute kamen nicht nur zu uns, weil wir am Markt das einzige Haus am Platz sind, das Speisen und Getränke anbietet, sondern weil sich herumgesprochen hat, dass wir gute Qualität liefern. Alles ist aus eigener Produktion“, so die Konditormeisterin.

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Sie habe in den fast zehn Jahren seit der Eröffnung von Konditorei und Eiscafé viele Höhen und Tiefen miterlebt. „Wir haben immer wieder gekämpft, damit es weitergeht. Doch Corona sei mit keiner der bisherigen Herausforderungen zu vergleichen, so Mirjam Kornol. „Es gibt so viel Ungewissheit. Man weiß nicht, wie es weitergeht. Da sind nicht nur die amtlichen Festlegungen, sondern auch das Kaufverhalten der Leute. Es ist einfach nichts abschätzbar“, so die Konditormeisterin. Sie habe deswegen schon einige schlaflose Nächte. 

Das Team von Mirjam’s Konditorei & Eiscafé am Markt darf zwar keine Gäste bewirten. Aber es werden nach wie vor handgemachte Kuchen und Torten angeboten und verkauft.
Das Team von Mirjam’s Konditorei & Eiscafé am Markt darf zwar keine Gäste bewirten. Aber es werden nach wie vor handgemachte Kuchen und Torten angeboten und verkauft. © Lars Halbauer

Zwar könne sie zurzeit weiterhin verkaufen, aber nicht bewirten. Da kämen manche Kunden schon auf die Idee, dass das Café geschlossen sei. „Das so etwas erzählt wird, ist sehr ärgerlich“, sagte Mirjam Kornol.

Dabei habe sie extra leuchtende Plakate ins Schaufenster gehangen und einen Aufsteller rausgestellt“, so die Konditormeisterin. Werbung mache sie auch in den neuen Medien wie Facebook. Mirjam’s Konditorei & Eiscafé am Markt bietet nicht nur Kaffee und Kuchen an. 

Das Team bewirtet auch zu Geburtstags- und Trauerfeiern in der ehemaligen Gaststätte Gambrinus an der Annenstraße (Sächsische. de berichtete). Dieses Standbein ist zum zweiten Mal komplett weggebrochen. Und das, obwohl alles gemacht wurde, um die Hygieneauflagen zu erfüllen.

Verkürzte Öffnungszeiten

Es geht um den Laden, die Mitarbeiter und auch um die Auszubildende. Maxi Brodhuhn ist im dritten Lehrjahr und muss sich auf die Gesellenprüfung vorbereiten. Dafür benötigt sie besonders viel Praxis. Die ist aber kaum gegeben, wenn wenig Torten und Kuchen verkauft werden. „Wir mussten die Produktion herunterfahren“, so Mirjam Kornol. Sie habe auch nach Alternativen gesucht. So wurde zum Beispiel im Frühjahr ein Lieferservice angeboten, der allerdings nicht auf großes Interesse stieß.

Aus der Erfahrung heraus, hat die Unternehmerin die Öffnungszeiten verkürzt und den Laden von Montag bis Mittwoch geschlossen. Da die Rentnerrunde nicht zum Plausch nach dem Marktbesuch bei ihr einkehren kann, ist das Café am Donnerstag und Freitag nur am Nachmittag von 13 bis 16 Uhr geöffnet. Am Wochenende und an Feiertagen gibt es von 7 bis 9 Uhr und von 14 bis 16 Uhr frisches Backwerk.

„Wir haben Bedenken, dass die Gastronomie noch länger als bis Ende November geschlossen bleibt“, so die Konditormeisterin. Deshalb sei es besonders wichtig, dass sie von den heimischen Leuten unterstützt werde, die ihre Produkte kaufen und für die Weihnachtszeit schon Stollen oder Gebäck bestellt wird.

Stollen nach Omas Rezept

„Die Stollen werden nach einem uralten Rezept von der Oma mit handwerklichem Können und viel Liebe hergestellt. Wir haben Mandel-, Rosinen- und Schokoladenstollen“, sagte Mirjam Kornol.

 Bisher sei die Nachfrage verhalten, obwohl der Stollen in den letzten Jahren sehr begehrt war. „Die Vorbestellungen sind für die Planung und die Bestellung der Zutaten ganz wichtig. Es wäre schön, wenn sich die Liebhaber des weihnachtlichen Gebäcks spätestens bis zum zweiten Advent melden und ihre Wünsche kundtun“, so die Unternehmerin. 

Anderes Backwerk, das vor allem in der Weihnachtszeit begehrt ist, gibt es bereits jetzt zu kaufen. Dazu gehören Marzipanfrüchte, Baumkuchenspitzen und Weihnachtsgebäck. In den nächsten Tagen beginnt auch die Herstellung von Lebkuchen.

„Auch wenn vorerst bis Ende November keine Familienfeiern möglich sind, so wäre es trotzdem schön, wenn die Leute sich Kuchen oder Torte nach Hause holen, um es sich gemütlich zu machen“, sagte Kornol. Das würde dem kleinen Laden am Markt sehr helfen, die Zeit der Einschränkungen zu überstehen.

Stammkunden halten zur Stange

Mirjam Kornol ist froh, dass es Stammkunden gibt, die trotz verkürzter Öffnungszeiten zu ihr und ihrem Team halten, auch wenn sie nur Brötchen holen würden. „Wir freuen uns über jeden Kunden.“ Wer eine größere Stückzahl an Kuchen oder anderem Gebäck benötigt, den bittet Mirjam Kornol um Vorbestellung, damit niemand enttäuscht den Laden verlassen muss.

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