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Karls Erlebnis-Dorf: Das sind die ersten Pläne für Döbeln

In Döbeln sollen zunächst 13 Millionen Euro in den Freizeitpark investiert werden. Wann die Eröffnung geplant ist und wo Gäste übernachten könnten.

So bunt wie hier in Karls Erlebnis-Dorf in Rövershagen soll es auch in Döbeln zugehen. Attraktionen werden mit der Herstellung und dem Verkauf von Lebensmitteln und mit Gastronomie verbunden.
So bunt wie hier in Karls Erlebnis-Dorf in Rövershagen soll es auch in Döbeln zugehen. Attraktionen werden mit der Herstellung und dem Verkauf von Lebensmitteln und mit Gastronomie verbunden. © Ronald Bonß

Döbeln. Robert Dahl, Chef von Karls Erlebnis-Dorf, und Döbelns Oberbürgermeister Sven Liebhauser (CDU) legen ein ordentliches Tempo vor.  Am Donnerstagabend hatte der Stadtrat dem Verkauf von 17 Hektar Fläche an der A 14 zugestimmt. Am Freitagmorgen darauf traten die beiden schon den Gang zum Notar an, um den Verkauf zu besiegeln. 

Damit steht dem Bau von Karls Erlebnis-Dorf in Döbeln Nord zumindest von dieser Seite nichts mehr im Wege. Den Kämmerer dürfte es auch gefreut haben. Der Verkauf wird 2,5 Millionen Euro ins Stadtsäckel spülen. Geld, dass Döbeln für künftige eigene Projekte gut gebrauchen kann.

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Robert Dahl (links), Geschäftsführer der Karls Touristik GmbH, und Oberbürgermeister Sven Liebhauser haben beim Notar Andreas Preißler am Freitag den Kaufvertrag für 17 Hektar Fläche an der A 14 in Döbeln Nord unterschrieben.
Robert Dahl (links), Geschäftsführer der Karls Touristik GmbH, und Oberbürgermeister Sven Liebhauser haben beim Notar Andreas Preißler am Freitag den Kaufvertrag für 17 Hektar Fläche an der A 14 in Döbeln Nord unterschrieben. © Dietmar Thomas

An der Frage des Baugrundstücks war Dahl am eigentlich geplanten Standort in Bannewitz bei Dresden gescheitert. Einer der Grundstückseigentümer wollte nicht verkaufen. So kam Döbeln ins Gespräch. Nach Dahls Auffassung der ideale Standort zwischen den Großstädten. Statt zwei möglichen Erlebnisdörfern bei Dresden und bei Leipzig muss er nur noch eines bauen. Die Frage, warum er nicht gleich auf den idealen  Standort gekommen war - Liebhauser hatte schon vor über einem Jahr den Kontakt gesucht - konnte Dahls nicht beantworten.

Im Sommer 2022 könnte Eröffnung sein

An ein paar Bedingungen ist der Vollzug des Grundstückskaufs aber geknüpft. Zum Beispiel daran, dass es eine Baugenehmigung für das Gelände am Schnittpunkt von A 14 und B 169 gibt. In der nächsten Woche will sich Dahl mit seinem Team an den "Masterplan" für den Erlebnispark machen. Es ist die Voraussetzung für alles weitere. "Wir haben erlebt, dass es mit dem Bebauungsplan in elf Monaten geklappt hat", hatte Dahl in der Sitzung des Stadtrates gesagt.  Für den Aufbau des Erlebnis-Dorfes wird noch einmal etwa ein Jahr gebraucht. Im Sommer 2022, so die alleroptimistischste Einschätzung des Investors, könnte die Eröffnung sein. 

Allerdings ist das wirklich sehr optimistisch. Wie Döbelns Planungsamtsleiter Thomas Hanns sagte, muss allein schon  für ein notwendiges Begleitgutachten ein Jahr lang Flora und Fauna auf der Baufläche beobachtet werden. Es habe aber schon Gespräche mit wichtigen Trägern öffentlicher Belange gegeben.

Dahl will in das Erlebnisdorf etwa 13 Millionen Euro investieren. In die erste Ausbaustufe. Später sollen immer wieder neue Teile und Attraktionen dazukommen - auch um die Leute zu motivieren, den Park erneut zu besuchen. Die Corona-Krise habe zwar auch Karls zu schaffen gemacht. Aber die Investition in Döbeln sei nicht in Frage gestellt. "Diese Situation wird auch wieder vorbeigehen", sagte Dahl.

Erlebnishotel und Erdbeerhäuser

Seit drei Jahren ist Karls auch Beherbergungsbetrieb. In Döbeln sind Übernachtungsmöglichkeiten mit 200 Betten geplant. Für sein originelles Hotel "Alles paletti" in Rövershaben hatte Karls auf Anhieb den Deutschen Hotelpreis bekommen. "Da waren wir sehr stolz", sagte Dahl. Es gebe ein Konzept für ein Hotel "Mieze Schindler" nach der berühmten Erdbeersorte, die Otto Schindler in Pillnitz gezüchtet hatte. "Die Zimmer sollen in Richtung Gartenbauinstitut eingerichtet werden", sagte Dahl. Es gebe auch die Idee für ein  "Erdbeerhaus" für bis zu sechs Personen. Die Ferienhäuser "Karls Lieblings-Lauben" in Rövershagen seien fast noch beliebter als das Hotel.

Im Durchschnitt bleiben die Übernachtungsgäste drei Tage in den Erlebnisparks. Da bleibt auch Zeit, in die Umgebung auszuschwärmen. In Berlin- und Schleswig-Holstein pflegt Karls Werbepartnerschaften mit beliebten Ausflugszielen. "Wir machen gegenseitig aufeinander aufmerksam", sagte Dahl. "Die Pferdebahn in Döbeln finde ich spektakulär. Vielleicht bekommt man es hin, dass sie öfter fährt." Zusammenarbeiten würde Karls auch mit einheimischen Produzenten von Artikeln, die ins Sortiment passen. "Uns wurde zum Beispiel mal eine Erdbeerbratwurst angeboten, die wir seitdem verkaufen. Die ist super. Wir sind dankbar für jeden, der auf uns zukommt."

Manufakturen immer wichtiger

In der ersten Ausbaustufe werden etwa 100 Arbeitsplätze entstehen, sagte Karls. Das Konzept der Erlebnis-Dörfer baut auf der Verbindung von Herstellung und Verkauf von Lebensmitteln mit verschiedenen Attraktionen auf.  Ganz wichtig dabei seien die Manufakturen, in denen Karls Marmeladen, Eis, Bonbons, Seife  und Popcorn herstellt. Auch Brot und Kuchen werden gebacken und Café geröstet. "

Die Manufakturen werden in Zukunft vielleicht sogar noch wichtiger werden und ihre Anzahl steigen. "Die Leute haben Lust auf Lokalität und Regionalität. Die Herstellung ist auch eine Show. Die Besucher kaufen nicht nur Produkte, sondern nehmen auch das Wissen mit, wie zum Beispiel Seife hergestellt wird", sagte Dahl.

Die Bonbon-Manufaktur im Erlebnis-Dorf Elstal. Ähnlich sollen auch in Döbeln Artikel wie Seife, Marmelade, Erdbeereis und Schokolade in Schauwerkstätten hergestellt werden.
Die Bonbon-Manufaktur im Erlebnis-Dorf Elstal. Ähnlich sollen auch in Döbeln Artikel wie Seife, Marmelade, Erdbeereis und Schokolade in Schauwerkstätten hergestellt werden. © Karl-Ludwig Oberthuer

 Viele der Mitarbeiter in den Manufakturen seien Quereinsteiger. Etwa die 25 Bonbonmacher im Unternehmen. "Das hat vorher keiner gemacht." Bei der Organisation in den Erlebnis-Dörfern setzt Karls auf flache Hierarchien. Es wird keinen Leiter geben, sondern nur acht Teamleiter für die verschiedenen Bereiche, die alles gemeinsam organisieren. "Die Teamleiter entwickeln sich aus den Reihen der Mitarbeiter. Viele arbeiten bei uns aus Überzeugung", sagte Dahl.

Großer Wert auf Nachhaltigkeit

Großen Wert lege man auf die nachhaltige Ausrichtung. "Wir versuchen, aus Karls ein Unternehmen zu machen, das keinen negativen Auswirkungen auf die Umwelt mehr hat", sagte Dahl. Dazu gehöre nicht nur, die Erdbeerproduktion auf Bio-Anbau umzustellen. Es soll möglichst kein Müll mehr produziert werden. Strom wird mit Photovoltaikanlagen erzeugt und die Fahrzeugflotte auf E-Autos umgestellt. "Auch die Grünanlagen werden entsprechend angelegt. Wir setzen auf einen Mix von Pflanzen, die für Insekten interessant sind und setzen keine Herbizide ein. Scharf gemähte Rasenflächen wird man bei uns nicht finden. Wir setzen auch altes Baumaterial ein." 

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Berno Ploß, Stadtrat der Grünen, fragte nach der Anbindung des Parks an öffentliche Verkehrsmittel. "Wir sind ein starker Fürsprecher des ÖPNV. In Rövershagen bauen wir für 470.000 Euro einen Bahnhaltepunkt. Das ist aber eine ganz komplizierte Kiste und hat sechs Jahre gedauert. Aber versuchen sollte man das", sagte Dahl. Die Bahnlinie Riesa-Chemnitz führt direkt am künftigen Erlebnis-Dorf vorbei.

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