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Mit Tatra und Wolga zur Eröffnung der A14

Am Bau der Autobahn waren 45 Firmen beteiligt. Dazu gehörten auch vier aus der Region Döbeln. Warum die Autobahn für Döbeln so wichtig ist.

Die Feier zur Eröffnung des Abschnitts der A 14 von Leipzig-Engelsdorf bis Deutschenbora erfolgte am 7. Oktober 1971 an der Anschlussstelle Döbeln Nord. Dorthin reisten die Mitglieder von Partei und Regierung mit Tatra, Wolga und Wartburg an. Die Arbeit
Die Feier zur Eröffnung des Abschnitts der A 14 von Leipzig-Engelsdorf bis Deutschenbora erfolgte am 7. Oktober 1971 an der Anschlussstelle Döbeln Nord. Dorthin reisten die Mitglieder von Partei und Regierung mit Tatra, Wolga und Wartburg an. Die Arbeit © Hermann Gärlich

Döbeln/Leipzig. Der Bau der Autobahn 14 wurde vom XII. Parteitag der SED in der DDR beschlossen. Am 3. März 1969 fiel in Engelsdorf der Startschuss. Am 7. Oktober 1971 wurde die Fertigstellung an der Anschlussstelle Döbeln Nord gefeiert.

Der Abschnitt zwischen Leipzig-Engelsdorf und Deutschenbora hat eine Länge von 74, 3 Kilometer. Mit 29 Kilometern entfällt die längste Strecke auf die Region Döbeln.

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Außerdem führt die Autobahn fünf Kilometer durch Leipzig-Land, vier Kilometer durch Wurzen, 24 Kilometer durch Grimma, zwei Kilometer durch Oschatz und neun Kilometer durch Meißen. Mit einer Ausnahme verläuft die Autobahn auf flachem Land. Nur bei Kilometer 24 quert sie das Tal der Vereinigten Mulde und steigt von 140 auf 230 Meter über Null.

140 km/h Höchstgeschwindigkeit vorgesehen

Die Planer der Autobahn gingen von einer Höchstgeschwindigkeit von 140 Kilometern pro Stunde aus. Die A 14 wurde in einer Gesamtbreite von 27 Metern mit je zwei Richtungsfahrbahnen, Leitstreifen, Haltespuren und Randstreifen sowie einem Mittelstreifen gebaut.

An der Strecke befanden sich neun Anschlussstellen und acht Rastplätze mit jeweils 23 Pkw-Stellplätzen. Auf dem 74,3 Kilometer langen Abschnitt wurden einschließlich der Nebenanlagen 1,8 Millionen Quadratmeter Verkehrsfläche sowie 250.000 Quadratmeter für 37,6 Kilometer Straßen hergestellt, die die Autobahn gekreuzt haben oder verlegt werden mussten.

Außerdem wurden 58 Brücken gebaut. Die größte war mit einer Höhe von 24 Metern und einer Länge von 342 Metern die Stahlverbundbrücke über das Muldetal bei Grimma. In Spitzenzeiten wurden pro Tag bis zu 20.000 Tonnen Material verarbeitet.

2.500 Menschen rund um die Baustelle Beschäftigt

Rund um die Großbaustelle waren 2.500 Menschen beschäftigt – von den Frauen in den Küchen der Wohnanlagen über die Schreibkräfte und Telefonisten bis zu den Bauarbeitern, Meistern, und Ingenieuren.

Insgesamt waren 45 Firmen und zwei Ministerien an dem Bau der A 14 beteiligt. Dazu gehörten Die PGH Elektro- und Kühlanlagenbau Döbeln, die Hempel KG Waldheim, die R. Weißflog Döbeln sowie die Meliorationsgenossenschaften Taucha, Grimma und Döbeln.

Zur Eröffnung der Autobahn erschien eine Sonderausgabe der Betriebszeitung des VEB Autobahnkombinat Magdeburg.
Zur Eröffnung der Autobahn erschien eine Sonderausgabe der Betriebszeitung des VEB Autobahnkombinat Magdeburg. © Repro: Dietmar Thomas
Die Kolonne der ersten Autos auf der A 14 passierte die Abfahrt Nossen/Meißen, heute Nossen Ost.
Die Kolonne der ersten Autos auf der A 14 passierte die Abfahrt Nossen/Meißen, heute Nossen Ost. © Hermann Gärlich
General- und Baustellendirektor, Verkehrsminister sowie Vertreter von Partei und Gewerkschaft bei der Eröffnung.
General- und Baustellendirektor, Verkehrsminister sowie Vertreter von Partei und Gewerkschaft bei der Eröffnung. © Hermann Gärlich
Unzählige geladene Gäste kamen nach Döbeln, andere säumten am 7. Oktober 1971 die Strecke.
Unzählige geladene Gäste kamen nach Döbeln, andere säumten am 7. Oktober 1971 die Strecke. © Hermann Gärlich
Nach einer Einweihungsfahrt reihten sich die Kras-Kipper und Autokräne am Rand des Feierbereiches auf.
Nach einer Einweihungsfahrt reihten sich die Kras-Kipper und Autokräne am Rand des Feierbereiches auf. © Hermann Gärlich
Prof. Dr. Konrad Roßberg, heute 87 Jahre alt, war als Streckenleiter Chef des gesamten Autobahnbaus.
Prof. Dr. Konrad Roßberg, heute 87 Jahre alt, war als Streckenleiter Chef des gesamten Autobahnbaus. © Hermann Gärlich

Döbeln profitiert bei Wirtschaft und Tourismus

Die A 14 hat inzwischen in vielerlei Hinsicht Bedeutung für Döbeln. Den Tourismus fördern die Informationstafeln, die im Oktober 2013 an der A 14 und der A 4 aufgestellt wurden. „Döbeln und seine Sehenswürdigkeiten werden damit bekannter gemacht“, sagt Stadtsprecher Thomas Mettcher. Die Mitarbeiter der Döbeln-Information würden seither häufig nach dem Riesenstiefel oder der Pferdebahn gefragt.

Döbeln ist innerhalb von einer Autostunde für etwa drei Millionen Menschen erreichbar. Allein diese Zahl zeige die Bedeutung, die die Autobahnen für die Stadt haben.

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Schon immer in der Geschichte waren Verkehrswege von großer Bedeutung. Im Mittelalter entstanden dort Städte, wo sich Handelswege kreuzten. In der Gründerzeit bekamen diejenigen Städte einen enormen Schub, die sich an den neuen Eisenbahnlinien befanden. Döbeln gehörte dazu.

Autobahnen sind Entwicklungsachsen

„Heute sind die Autobahnen die Entwicklungsachsen“. so Mettcher. Döbeln liegt zentral zwischen den drei sächsischen Großstädten und ist über die A 4 und A 14 sehr gut mit ihnen verbunden. „Das ist ein immenser Vorteil.“ Die Autobahn nahe der Gewerbegebiete in Döbeln-Ost und Fuchsloch sind komplett ausgelastet.

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Auch die geplante Ansiedlung von Karls Erlebnis-Dorf profitiert natürlich von der zentralen Lage und guten Erschließung Döbelns. In den vergangenen Jahren fand die Entwicklung in Sachsen oft in den Großstädten und ihren Speckgürteln statt. „Das ändert sich gerade“, so der Pressesprecher.

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