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Amazon baut in Mittelsachsen

Bis Ende September soll eine Teilbaugenehmigung für das Verteilzentrum von Amazon vorliegen. Über den Standort gab es Gerüchte.

Amazon will im Landkreis ein Verteilzentrum bauen. Dafür sind auch Veränderungen von Zufahrten zu einem Gewerbegebiet notwendig.
Amazon will im Landkreis ein Verteilzentrum bauen. Dafür sind auch Veränderungen von Zufahrten zu einem Gewerbegebiet notwendig. © dpa

Von Ingolf Rosendahl und Cathrin Reichelt

Mittelsachsen. Ein Gewerbegebiet nahe einer Anschlussstelle der A 4 hat sich Amazon für ein neues Verteilzentrum ausgesucht.

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Berbersdorf sei ins Blickfeld des US-Konzerns geraten, erzählten sich die Anwohner eines Dorfes in der Nähe. Mit 121 Hektar Fläche ist es das größte Gewerbegebiet im Freistaat Sachsen. Dort haben bereits Edeka und Landgard große Logistiklager gebaut.

Letzteres wurde inzwischen von Edeka übernommen. Dafür hat der Discounter die Franken-Gut Fleischwaren GmbH am Standort in Mockritz geschlossen. Die Mitarbeiter sind nach Berbersdorf umgezogen (Sächsische.de berichtete).

Auch jetzt ist noch ausreichend Platz im Gewerbegebiet Berbersdorf. Eine Nachfrage bei Amazon ergab jedoch, dass keine Ansiedlung im Striegistal geplant sei.

Konkrete Pläne für Dittersbach

Anders sieht das nur knapp 20 Kilometer entfernt aus. In Frankenberg wird am Projekt eines Verteilzentrums des US-Logistikers Amazon im Industriegebiet Dittersbach gearbeitet. Das versicherte Frankenbergs Bürgermeister Thomas Firmenich (CDU). „Bis Ende September erwarten wir eine Teilbaugenehmigung.“ Dies sei so mit dem Landratsamt Mittelsachsen besprochen.

Alle erforderlichen Unterlagen würden nun vorliegen, sodass mit dem Bau begonnen werden könne. Das sei, so Firmenich weiter, auch mit dem US-Konzern und dem Unternehmen Garbe Logilux d35 GmbH besprochen, das das Zentrum errichten wird. „Amazon in Frankenberg ist auf der Zielgeraden“, sagte der Bürgermeister.

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Inzwischen liege auch der städtebauliche Vertrag über den Ausbau des Verkehrsknotens von der Bundesstraße 169 und dem Sachsenburger Weg zum Verteilzentrum vor. „Auch die Kreuzung wird durch Garbe ausgebaut“,so Firmenich.

Die Firma übernehme die Kosten dafür komplett. Damit sei eine wesentliche Hürde für die Erteilung der Baugenehmigung genommen. Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr, Garbe und die Stadt seien sich einig.

Anlieger haben Einspruchsrecht

Wenn die Teilgenehmigung eingetroffen sei, fände auch die von der Verwaltung mehrfach versprochene Bürgerversammlung statt. Dazu werden Fachleute eingeladen, die den betroffenen Anliegern im Ortsteil Dittersbach Rede und Antwort stehen. „Natürlich steht den Bürgern das Recht auf Widerspruch bis hin zu einer Klage zu“, räumte Firmenich ein.

Im Rathaus eingegangen ist in dieser Woche bereits der Fördermittelbescheid zum Ausbau des Sachsenburger Weges und zur Erweiterung des Dittersbacher Gewerberings. „Die Herstellungskosten von 820.000 Euro werden zu 90 Prozent gefördert“, sagte der Bürgermeister. Durch die Ansiedlung auf 5,5 Hektar Fläche östlich des Sachsenburger Weges ist dessen Verbreiterung nötig. „Weiterer Grund für den Ausbau ist die geänderte verkehrstechnische Erschließung des Standortes“, sagte Bauamtsleiter Michael Thiel schon früher im Stadtrat.

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Ursprünglich wollte das Landesamt für Straßenbau und Verkehr von dem Autobahnanschluss aus eine zweite Zufahrt ins Industriegebiet legen. Doch das wurde nicht realisiert, sodass nun der Sachsenburger Weg als neue Hauptzufahrt zum Gebiet ausgebaut werden muss. „Wir haben sechs Meter, brauchen aber einen halben Meter mehr“, so Thiel.

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Amazon wollte eigentlich bereits das Weihnachtsgeschäft 2020 mitnehmen. Von seinem neuen Netzknoten in Frankenberg aus will der Konzern Kunden künftig in einem Radius von 75 bis zu 100 Kilometern beliefern. Laut früheren Angaben sei dafür mit circa 30 Lastwagen pro Tag zu rechnen, außerdem knapp 300 Kleintransporter täglich.

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