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B169: Gewerbetreibende fühlen sich übergangen

Die Hammer-Kreuzung soll beim Ausbau der Bundesstraße nicht berücksichtigt werden. Es gibt dann an dieser Stelle keine Abfahrt ins Gewerbegebiet.

Die Hammer-Kreuzung soll beim Ausbau der Bundesstraße 169 nicht erhalten werden. Diese Entscheidung steht in der Kritik.
Die Hammer-Kreuzung soll beim Ausbau der Bundesstraße 169 nicht erhalten werden. Diese Entscheidung steht in der Kritik. © Lars Halbauer

Ostrau. „Wenn Riesa als Wirtschaftsmacht drängt, dann haben wir uns zu fügen“, sagte Klaus Vester von Vepo-Polster. Er hat sich mit den anderen Mitgliedern des Gewerbeverbandes Ostrau und Umgebung für den Erhalt der Hammer-Kreuzung in Ostrau eingesetzt, damit das Gewerbegebiet nicht abgehangen wird, eine direkte Zufahrt bekommt. Nun wurde aber anders entschieden.

Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv), teilte auf Nachfrage von Sächsische.de mit, dass die Forderung nach dem Erhalt dieser Kreuzung nicht umsetzbar ist. „Das ist nicht demokratisch. Wir kleinen Orte haben kein Gewicht bei den Entscheidungen“, so Vester. Ihm leuchte ein, dass die Riesaer auf schnellstem Weg zur Autobahn wollen, aber das könne nicht auf Kosten der kleinen Standorte gehen.

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„Wir warten erst einmal ab, wann die B 169 ausgebaut wird. Ich denke, das wird nicht sobald werden“, sagte Klaus Vester. Vepo-Polster gebe es jetzt 30 Jahre und das Möbelhaus werde auch weiter Bestand haben. „Wir freuen uns über Kunden, die zufällig zu uns kommen, aber wir sind nicht auf sie angewiesen.“ Wer zu Vepo-Polster wolle, der findet den Polstermöbel-Experten auch.

Nicht an Verkehrsströme gedacht?

Das ist auch bei Hammer, dem Fachmarkt rund um die Raumgestaltung, so. „Unsere zwei Märkte passen gut zusammen. Bei uns holen sich die Leute die Polstermöbel und bei Hammer die Tapeten, den Teppich und die Gardinen. Wir bieten beide ein gehobenes Sortiment an. Qualität setzt sich eben durch“, da sind sich Klaus Vester und der Marktleiter von Hammer Henry Hensel einig.

Das ständige Hin und Her zum Thema Hammer-Kreuzung ärgert den Marktleiter. „Ich weiß gar nicht, wie oft wir darüber gesprochen und diskutiert haben. Jetzt sind die Messen gelesen“, sagt er. Hensel geht davon aus, dass das überregionale Interesse ein größeres Gewicht bei der Entscheidung für die Variante vier habe, als die Bedenken und Forderungen der kleinen Gemeinde Ostrau.

„Unsere Kunden kommen aus Riesa, Oschatz, Döbeln. Ihnen ist es egal, welche Abfahrt sie künftig nutzen. Da sehe ich kein Problem. Das ist ein anderes“, so Henry Hensel. Er vertrete auch den Fachhandel Schlau. Und da sei die Abfahrt für die Lieferanten schon ein Thema.

"Was hier geplant wird, ist nicht durchdacht“

Hensel befürchtet, dass mit der Abfahrt, die in Höhe von Wutzschwitz geplant ist, ein Nadelöhr entsteht. Diese Abfahrt nutzen dann alle im Gewerbegebiet ansässigen Firmen, „Ich glaube, um die Verkehrsströme hat sich noch niemand gekümmert. Was hier geplant wird, ist nicht durchdacht“, sagte der Marktleiter.

Auch der Vorsitzende des Gewerbevereins Ostrau und Umgebung Bernd Sonntag ist enttäuscht, dass die Argumente der Ostrauer Gewerbetreibenden bei der Entscheidung nicht berücksichtig worden sind. „Unser Vorschlag wäre ein Ausbau der Hammer-Kreuzung gewesen. Es hätte links und rechts noch Abbiegespuren geschaffen werden können. Auch für einen Kreisverkehr wäre genügend Platz“, sagte Bernd Sonntag.

Er will das Thema Kreuzung mit den Vereinsmitgliedern noch einmal besprechen. Allerdings kann es im Moment coronabedingt keine Beratungen geben.

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