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Die große Jagd nach Schnäppchen

Auf dem Flohmarkt drängen sich mehr Stände als üblich. Auch die Besucher kommen in Scharen. Alle eint eine Befürchtung.

Anja und Ronny Markert gehörten zu den rund 80 Händlern des Flohmarktes auf dem Steigerhausplatz. Sie haben angeboten, was ihre Tochter nicht mehr benötigt hat.
Anja und Ronny Markert gehörten zu den rund 80 Händlern des Flohmarktes auf dem Steigerhausplatz. Sie haben angeboten, was ihre Tochter nicht mehr benötigt hat. © Cathrin Reichelt

Döbeln. Anja und Ronny Markert sind erleichtert. Die Ebersbacher sind Flohmarkt-Neulinge. „Wir waren die Letzten, die zugelassen wurden“, sagt Anja Markert.

Die beiden bieten an, was ihre inzwischen sechsjährige Tochter nicht mehr braucht: Babykleidung und Schuhe, Spiele, ein Schaukelpferd, ein Bobby-Car. „Wir wollten einfach mal schauen, ob es sich lohnt, bevor wir die Sachen in die Altkleidersammlung geben“, meint Ronny Markert. Bereits eine halbe Stunde nach der Öffnung des Flohmarktes auf dem Döbelner Steigerhausplatz haben sie „die Standgebühr wieder rein“. Das macht sie zuversichtlich.

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20 Händler mehr als üblich

Der Stand der Ebersbacher ist im Bereich des Kinos aufgebaut und dort der letzte. In die andere Richtung zieht sich der Flohmarkt über das gesamte Gelände des Platzes bis zur Friedrichstraße. Zwischen der AOK und der Polizei stehen die Händler in Viererreihen. Sie stammen nicht nur aus der Region, sondern haben teilweise lange Fahrstrecken auf sich genommen.

Sie kommen unter anderen aus Annaberg, Bautzen, dem Burgenlandkreis, Leipzig, Dresden und Chemnitz. Die weiteste Anreise hatte vermutlich der Anbieter älterer Möbel aus Kronach in Oberfranken.

Etwa 80 Händler seien zum Flohmarkt gekommen, meint Steffen Schulz von der Firma Lampert-Märkte. Rund 20 mehr als üblich. Der Platz ist mit rot-weißem Band abgesperrt. An drei Eingängen werden die Daten der Besucher aufgenommen und es steht Infektionsmittel bereit.

 Gleichzeitig werden die Gäste, die kommen und gehen gezählt. Laut mittelsächsischer Allgemeinverfügung dürften sich nicht mehr als 250 gleichzeitig auf dem Flohmarkt aufhalten. „Werden es mehr, sperren wir den Zugang und die Besucher müssen warten, bis andere wieder gegangen sind“, sagt Steffen Schulz.

War es der letzte Flohmarkt 2020?

Genau das hat ein Oschatzer beim vergangenen Flohmarkt erlebt. Damals war er Gast. Diesmal bietet er Lego-Figuren und -Spielzeug an – in der eigenen Kindheit und von seinen Kindern gesammelt. „Ich habe mich gewundert, dass dieser Flohmarkt noch stattfindet“, sagt er. 

Eigentlich wollte er auf die Leipziger Agra. Doch der dortige Flohmarkt wurde, wie viele andere auch, abgesagt. „Ich vermute, dieser hier, wird der Letzte vor Weihnachten sein“, sagt er.

Damit rechnet auch ein Paar aus Leipzig. „Wir haben schon überlegt, ob wir überhaupt hierher fahren. Aber an der frischen Luft und mit dem Abstand ist das machbar“, meint der Mann. 

Seit fünf Jahren bieten die beiden in unregelmäßigem Abstand Zinnbecher, Kleidung ihres Enkels und unzählige kleine Pferdchen an. „Unser Enkel sagt, dass ist Mädchen-Spielzeug“, erklärt die Frau schmunzelnd. Und tatsächlich interessieren sich vor allem Mädchen für die Tiere.

Döbelner kulanter als die Riesaer

Tiere gibt es auch am Stand von Waltraud und Rolf Schöner. Frosch Felix, Löwe Paul und Schaf Lola ziehen die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich. „Mein Mann vergibt die Namen“, so Waltraud Schöner. Doch zuvor hat sie die Arbeit. Denn sie häkelt die Tiere. Zwei bis drei Tage benötigt sie für eins. 

Die Dresdner bevorzugen Märkte in kleineren Städten, um Pittiplatsch, Biene Maja und Co. anzubieten. Und sie freuen sich, dass die Döbelner kulanter sind als die Riesaer. Dort müssen Stände mindestens drei Meter lang sein. Ihrer misst aber gerade einmal einen Meter.

Die Besucher stöbern zwischen Pelzen, Bildern, Büchern, Radios , Gläsern und Deko aller Art. Ein Döbelner, der zu jedem Markt kommt und auch befürchtet, dass dieser 2020 der letzte sein könnte, sucht vergeblich nach erzgebirgischen Figuren, mit denen er sein Orchester ergänzen kann. 

Andere finden, was sie gar nicht gesucht haben. „Mein Mann wollte nicht mit auf den Flohmarkt, weil es hier kein Toilettenpapier gibt“, erzählt eine Döbelnerin grinsend. Denn gerade trägt er zwei Packungen Toilettenpapier mit Mops-Motiv zum Auto.

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