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Döbeln bekommt Millionen für den Bürgergarten

Die Stadt hat für die Parkanlage langfristige Pläne geschmiedet. Jetzt geht es mit der Neugestaltung ganz schnell.

Blick aus dem mehr als 100 Jahre alten Musikpavillon über den Bürgergarten. Sein Ursprung liegt in einem Rosengarten, den der Steinsetzmeister Hermann Kneiß hier anlegte. 1907 bekam die Anlage den Namen Bürgergarten und wurde zum beliebten Ausflugszie
Blick aus dem mehr als 100 Jahre alten Musikpavillon über den Bürgergarten. Sein Ursprung liegt in einem Rosengarten, den der Steinsetzmeister Hermann Kneiß hier anlegte. 1907 bekam die Anlage den Namen Bürgergarten und wurde zum beliebten Ausflugszie © Jens Hoyer

Döbeln. Die Stadt Döbeln kann sich über eine millionenschwere Förderung für den Bürgergarten freuen. Wie die Bundestagsabgeordnete Veronika Bellmann (CDU) mitteilte, wird der Bund rund 2,7 Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung stellen. Damit kann Döbeln die Parkanlage bei einem zehnprozentigen Eigenmittelanteil für knapp drei Millionen Euro bis zum Jahr 2023 auf Vordermann bringen.

Bellmann hatte Anfang Juli die Bürgermeister auf die Möglichkeit der Förderung „Modellprojekte zur Klimaanpassung und Modernisierung in urbanen Räumen“ hingewiesen. Die Stadt Döbeln stellte daraufhin einen Antrag. „Das Programm war ausgelegt für die Förderung klimafreundlicher Gestaltung von insbesondere kulturhistorisch bedeutsamen Parkanlagen in Städten und Gemeinden. Dabei war mir bewusst, dass der Bewerbungsschluss zum 31. Juli 2020 angesichts der geforderten wissenschaftlichen Begleitung ein ambitioniertes Ziel war“, so Bellmann.

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Stadt hat Planungsvorsprung

Döbeln konnte angemessen darauf reagieren. Ohne von den Fördermöglichkeiten zu wissen, hatte der Stadtrat im vergangenen Jahr beschlossen, für 20.000 Euro den Bürgergarten aufzuwerten. Mit dem Geld wurde dann ein spezialisiertes Büro mit Planungen für die Parkanlage beauftragt. Bürger waren aufgerufen, Ideen einzubringen, es hatte zwei Workshops zur Ideenfindung gegeben. Das Konzept war zweimal im Stadtentwicklungsausschuss vorgestellt worden und soll im Dezember vom Stadtrat verabschiedet werden, so Döbelns Baudezernent Thomas Hanns.

Eigentlich ist das Projekt auf einen längeren Zeitraum angelegt. Die Pläne sollten in der Schublade liegen, damit bei Fördermöglichkeiten darauf zurückgegriffen werden kann. Dass es jetzt so schnell geht mit der Förderung, hat bei der Verwaltung alle überrascht. „Wir freuen uns außerordentlich, dass es geklappt hat. Frau Bellmann gebührt das absolute Lob dafür. Ihr ist es zu verdanken, dass wir die Fördermittel bekommen“, sagte Döbelns Oberbürgermeister Sven Liebhauser (CDU). Auch Thomas Hanns ist sehr beeindruckt von den Möglichkeiten, die sich jetzt mit einem Schlag eröffnen.

Teiche werden entschlammt

Zusammen mit dem Planungsbüro und Bürgern hatte die Stadtverwaltung Ideen für den Bürgergarten entwickelt. Dabei spielen nicht nur Gestaltungsfragen, sondern auch technische Aspekte eine Rolle. Im ersten Schritt müssen vor allem die beiden Teiche des Parks entschlammt und saniert werden, so Hanns.

Ideen gibt es auch für den denkmalgeschützten Musikpavillon aus der Entstehungszeit des Parks, der immer wieder das Ziel von Vandalismus geworden ist. „Den Pavillon kann man für Hochzeiten und Ausstellungen nutzen. Dazu muss es aber eine Zufahrt und Strom geben“, sagte Hanns. Zudem muss der Pavillon nach seiner Sanierung vor neuen Zerstörungen geschützt werden.

Neuer Standort für Blumenuhr

Einen neuen Standort soll auch die Blumenuhr erhalten, die sich neben der Gaststätte auf Privatgelände befindet. Er könnte an das Trafohäuschens verlagert werden, das in diesem Zuge einer kleineren und weniger störenden Ausführung weichen soll.

Tierhaltung wird es im Bürgergarten auch in Zukunft nicht mehr geben. Die Pläne sehen vor, die alten Gehege umzugestalten und mit Wegen, Gehölzen und Bänken und Kunstwerken auszustatten. Ideen gibt es auch für die ehemalige Freilichtbühne. Großveranstaltungen wie vor 30 oder 40 Jahren sind auch in Zukunft nicht vorgesehen. Aber eine kleinere Bühne für Schulaufführungen, ein „grünes Klassenzimmer“ und Spielgeräte anstelle der früheren Bankreihen seien vorstellbar.

Unempfindliche Gehölze

Eine Rolle im Konzept spiele auch der klimagerechte Umbau des Bürgergartens. Manche Baumarten kommen mit der zunehmenden Trockenheit nicht zurecht. Die Bepflanzung müsse entsprechend angepasst werden, so Hanns.

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