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Döbeln: Hier testet der Chef selbst

Alexander Köbe hat eine Fahrschule. Aber jetzt ist er auch Corona-Tester – für die eigenen Fahrschüler.

Alexander Köbe testet in seiner Fahrschule Alex selbst. Fahrschüler müssen für jede Fahrstunde einen aktuellen Corona-Test mitbringen. Bei Köbe gibt es den zum Selbstkostenpreis.
Alexander Köbe testet in seiner Fahrschule Alex selbst. Fahrschüler müssen für jede Fahrstunde einen aktuellen Corona-Test mitbringen. Bei Köbe gibt es den zum Selbstkostenpreis. © Jens Hoyer

Döbeln. Alexander Köbe kommentiert die Situation mit bitteren Humor: „Es fühlt sich komisch an. Früher habe ich die Fahrschüler mit Handschlag begrüßt. Jetzt muss sich jeder die Hände desinfizieren und ich schiebe ihnen Wattestäbchen in die Nase.“

Der Inhaber der Fahrschule „Alex“ an der Johannisstraße hat alle Utensilien für einen Test auf einem Tisch gleich am Eingang stehen. Als er vor dem Dilemma stand, dass seine Fahrschüler zu jeder Fahrtstunde einen aktuellen Coronatest vorweisen müssen, hat er sich selbst beim Roten Kreuz zum Corona-Tester ausbilden lassen. Jetzt ist es ihm auch gelungen, 20 der nötigen Testsets zu bekommen. „Das Rote Kreuz hat mich dabei unterstützt“, sagt er.

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Aufwendiges Prozedere

So ausgestattet, kann Köbe seine Fahrschüler jetzt selbst dem vorgeschriebenen Coronatest unterziehen. Das Prozedere ist aufwendig: Schutzanzug und Schutzmaske anlegen, Schutzbrille, zwei paar Handschuhe übereinander. Die Fahrschüler müssen, wenn sie den Service in Anspruch nehmen wollen, eine halbe Stunde eher kommen. Kostenlos kann der Fahrlehrer die Tests auch nicht anbieten. Einer kostet 14 Euro. Das ist der Selbstkostenpreis“, sagte Köbe.

Wenn ein Test bei einem Schüler wirklich mal positiv ausfallen würde, müsste er ihn ans Gesundheitsamt melden.

Theorie mit wenigen Schülern

Die Fahrschulen machen wie viele Branchen gerade schwere Zeiten durch. Seit Dezember war gar nichts möglich. Jetzt sind Fahrstunden wieder erlaubt. Ab Montag will Köbe wieder mit dem theoretischen Unterricht beginnen. Statt der bis zu 30 Schüler sitzen dann nur sechs mit Abstand im Raum. „Das ist besser, als gar nicht zu verdienen“, sagt er.

2019 hatte der 50-Jährige seine Fahrschule eröffnet und war im Jahr darauf gleich in den ersten Lockdown geschlittert. Mit den Überbrückungshilfen vom Staat kommen zumindest die Nebenkosten rein. Mit einem Zuschuss hat er sich auch ein Luftreinigungsgerät angeschafft. „Das kann ich jedem nur empfehlen“, sagte er.

Großer Stau bei Fahrstunden

25 bis 30 Fahrschüler warten, dass es mit der Fahrschule weitergeht, sagte Köbe. „Die drei Monate Lockdown hängen uns wie Blei an. Normalerweise bekommen die Schüler nach eineinhalb oder zwei Monaten den Führerschein. Jetzt rufen die Eltern an. Die jungen Leute müssen in der Ausbildung oft zu Praktika fahren und brauchen den Führerschein“, sagte der Fahrlehrer.

Einfach länger zu arbeiten, um den Stau abzutragen, funktioniert nicht. Elf Unterrichtseinheiten am Tag seien das vorgeschriebene Maximum, sagte er. Der Februarferienkurs musste schon ausfallen. Auch der Sommerferienkurs ist abgesagt. „Wir können bis Oktober niemanden mehr aufnehmen“, so Köbe.

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