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Döbeln: Kita-Platz per Mausklick

Die Stadt geht einen weiteren Schritt zur Digitalisierung. Anmeldungen in Kitas sind jetzt im Internet möglich.

Foto: Jens Hoyer
Foto: Jens Hoyer © Jens Hoyer

Döbeln. Die Stadtverwaltung Döbeln wird digitaler. Seit Freitag ist eine neue Möglichkeit freigeschaltet, Verwaltungsangelegenheiten am Rechner zu erledigen. Hinter dem Link mit den kleinen blauen Vögeln auf der Homepage der Stadt verbirgt sich das Internetportal „Little Bird“, in dem die Eltern künftig ihre Kinder in den Kinderkrippen, den Kindergärten und Horten der Stadt anmelden können. Das sei ein wichtiger Schritt zur Digitalisierung der Verwaltung, sagte Oberbürgermeister Sven Liebhauser (CDU), der das Projekt am Freitag vorstellte. Little Bird sei ein Portal, mit dem auch schon andere Kommunen gute Erfahrungen gemacht hätten.

Doppelanmeldungen werden vermieden

Bisher sei die Anmeldungspraxis nicht besonders effektiv gewesen. Die Eltern meldeten ihre Kinder in einer Wunschkita an. Außerdem hatte die Stadtverwaltung eine Warteliste für die Kinder, die nicht in einer der gewünschten Einrichtungen untergekommen sind. „Wichtig ist, dass wir effizienter arbeiten“, sagte Liebhauser. Zum ersten Mal hat die Stadtverwaltung mit „Little Bird“ ein System, in dem alle Anmeldungen von Kindern zentral gespeichert werden. Doppelanmeldungen werden damit verhindert, so Liebhauser. Zudem hat die Verwaltung den gleichen Stand wie auch die Kindereinrichtungen. Das ist bisher nicht so. „Das sorgt für Planungsunsicherheiten. Man weiß nie genau, was sich bereits erledigt hat“, sagte Julia Zimmermann vom Sachgebiet Kitas und Schulen der Stadtverwaltung.

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Stand kann abgefragt werden

„Wir wollen, dass die Anmeldepraxis elternfreundlicher wird. Viele Eltern leben das Digitale“, so Liebhauser. Künftig wird es möglich sein, dass die Eltern die Kinder ganz einfach übers Smartphone anmelden. Nicht nur an einer, sondern an bis zu drei Einrichtungen mit Setzung von Prioritäten. Noch einen Nutzen haben die Eltern. Sie können sich darüber informieren, welchen Stand das Anmeldeverfahren hat.

Informationen zu Little Bird bekommen die Eltern noch ganz analog, mit einem gedruckten Flyer, der in den Einrichtungen der Stadt ausliegt. In denen wird über Little Bird informiert. Auf dem Flyer gibt es auch gleich einen QR-Code, der die Eltern per Handy mit der richtigen Seite verbindet. Der Link für das Anmeldeportal ist auch auf der Homepage der Stadtverwaltung zu finden. In „Little Bird“ werden auch die Kitas der Stadt vorgestellt. Und zwar nicht nur die städtischen, sondern auch die Einrichtungen in freier Trägerschaft. Alle Kitas sind in das neue Anmeldesystem eingebunden.

Anmeldung mit zwei Jahren Vorlauf

Wer das Portal nutzen will, muss sich registrieren. Wie das funktioniert, das wird dem Nutzer in acht Sprachen erklärt. Bei der Anmeldung selbst stehen die deutsche und die englische Sprache zur Verfügung. „Das Kind kann 24 Monate vorher angemeldet werden. Die Einrichtungen können ein Jahr vor der Eingewöhnung die Zusage erteilen“, sagte Julia Zimmermann. Bei der Anmeldung werden sogar individuelle Wünsche berücksichtigt. Etwa, dass es in der Wunschkita Haustiere gibt.

Der alte Weg, dass die Eltern die Einrichtung aufsuchen und ihre Kinder anmelden, ist nach wie vor möglich. Auch in diesem Falle werden die Kinder zentral erfasst. Der persönliche Kontakt ist sogar notwendig. „Da legen wir viel Wert drauf“, sagte Liebhauser. „Die Einrichtungen müssen bestätigen, dass die Eltern da waren, sonst wird der Antrag nicht weiter bearbeitet“, stellte Julia Zimmermann klar. „Die Eltern bekommen eine Statusmeldung, wann sie sich bei der Einrichtung melden sollen.“

Bei Digitalsierung Luft nach oben

Derzeit besuchen rund 1.900 Kinder vom Kleinkindalter bis zur Grundschule die Kitas und Horte in Döbeln. Die Chancen auf einen Betreuungsplatz hingen aber auch davon ab, wie gut die Wunsch-Kita ausgelastet ist, sagte Liebhauser. Kleinere Einrichtungen seien bei manchen Eltern vielleicht beliebter. „Aber dort gibt es auch weniger Plätze“, so Liebhauser.

Trotz dieser Neuerung – vom digitalen Rathaus ist man bei der Döbelner Stadtverwaltung noch ein ganzes Stück entfernt. Im vergangenen Jahr hatte sie schon das digitale Amtsblatt für ihre amtlichen Bekanntmachungen eingeführt und dafür in gedruckter Form das Rathausjournal Doblina herausgegeben. Formulare können von den Rathausseiten zwar digital heruntergeladen werden, aber Anträge gleich im Netz zu stellen, ist noch nicht möglich. „Wir sind noch nicht so digital, wie ich mir das vorstelle. Aber wir werden nicht stehenbleiben. Wir müssen sehen, wo die Digitalisierung passt. An manchen Stellen ist sie gut, an anderer nicht“, sagte Liebhauser.

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