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Döbeln: Schlange stehen am Impfbus

Zum ersten Mal ist das Rote Kreuz in Döbeln bei Marktkauf vorgefahren. Das Interesse war groß.

Früh um 10 Uhr hatte sich eine Schlange vor dem Impfbus des DRK gebildet, der vor dem Eingang von Marktkauf in Döbeln Halt machte.
Früh um 10 Uhr hatte sich eine Schlange vor dem Impfbus des DRK gebildet, der vor dem Eingang von Marktkauf in Döbeln Halt machte. © Lutz Weidler

Döbeln. Schon eine knappe halbe Stunde vor Beginn saßen die ersten 25 Leute auf den Bänken vor Marktkauf und warteten, dass es endlich losgeht. Das Rote Kreuz Döbeln-Hainichen hatte seinen Impfbus direkt vor dem Eingang in Stellung gebracht. Steffen Wiegand, der mit seinen Kollegen die Impfaktion betreute, kam mit einem Stapel Klemmbretter zu einem Stehtisch. „Ich muss etwas erklären“, sagte er.

Schnell war er von einer Traube Menschen umgeben, die wissen wollten, wie man die Fragebögen ausfüllt. Der Impfbus, so der DRK-Mitarbeiter, hatte die Impfstoffe von Biontech und Johnson & Johnson an Bord. Biontech, der Impfstoff mit der höchsten Wirksamkeit. Allerdings ist dann in drei Wochen die Wiederholungsimpfung nötig. Johnson und Johnson wird nur einmal verimpft. „Das wird alles heute erledigt. In 14 Tagen hat man seine Freiheit wieder“, sagte der Mann vom DRK.

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Zwei Impfstoffe zur Auswahl

Sandra Tümmler ist als allererste an der Reihe. Sie will sich den Wirkstoff von Biontech impfen lassen, erzählt sie. Beim Hausarzt sei das zu kompliziert. „Der braucht erst einmal fünf Leute, die sich impfen lassen wollen. Und dann hat er auch noch Urlaub. So lange wollte ich nicht mehr warten“, sagte die Kattnitzerin.

Petra Heinitz-Rudolf aus Döbeln will die Sache mit einem Schlag erledigen und wählt den Impfstoff von Johnson & Johnson. Bisher habe sie noch keine passende Gelegenheit gehabt. „Es ist gut, dass ich nicht erst nach Mittweida ins Impfzentrum muss“, sagte sie. Sie schätzt vor allem die Möglichkeit, reisen zu können. Vielleicht nach Ungarn. Bisher sei noch nichts geplant. „Aber es kann sein, dass wir uns kurzfristig entscheiden, irgendwo hinzufahren.“

Spaß muss sein

Nach dem bürokratischen Prozedere sitzt sie schließlich im Bus beim Impfarzt Dr. Vladimir Marinescu. Der macht Scherze. „Das ist die einzige Möglichkeit, dass Sie mal im Bus nicht bezahlen müssen.“ Dann klärt er auf: Drei Tage nach der Impfung mal die Gartenarbeit ruhen und es ruhig angehen lassen. Bei diesem Impfstoff sei es wichtig, viel zu trinken. Dann die Spritze. „So, das war es schon, wie eine Waldmücke“, meint er. Das Lächeln kann man unter der Maske nicht sehen.

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Auch ein paar ganz junge Leute haben sich eingereiht. Nico ist 14 Jahre alt. „Ich wollte mich impfen lassen, weil das sicherer ist“, sagte er. Er will die Schule wechseln, erklärt sein älterer Bruder. Und diese habe die Impfung nahegelegt.

Josephine Hoffmann steht ganz hinten in der Schlange. Die 23-jährige Döbelnerin studiert in Nürnberg und ist gerade zu Hause. „Die Universität empfiehlt dringend die Impfung“, sagte sie. In den Äußerungen von einigen in der Schlange schwingt die Erwartung mit, dass die Corona-Tests in Zukunft wohl nicht mehr kostenlos sein werden.

Unterschiedliche Impfbereitschaft

Mit dem Impfbus ist das DRK in der ganzen Region unterwegs. Die Impfbereitschaft sei ganz unterschiedlich, sagte René Illig vom DRK. „Je nachdem, wo man steht und wen man antrifft.“ Bei zwei Veranstaltungen in Chemnitz, wo das DRK mit dem Impfbus war, seien einmal um die 140, das andere Mal nur 17 Impfwillige gekommen. Ob der Impfbus in drei Wochen noch einmal für die Zweitimpfung nach Döbeln kommt, dazu konnte Illig noch keine Aussage machen. Es könnte sein, dass die Leute für die zweite Impfung nach Mittweida fahren müssen.

Am Ende des Tages rechnet Steffen Wiegand vom DRK die Impfaktion in Döbeln als erfolgreich ab. Bis zu 140 Personen hatten sich impfen lassen – und das trotz der Urlaubszeit. „Wir haben noch nicht einmal Mittagspause gemacht. Wir sind hocherfreut, dass die Impfbereitschaft hier so hoch ist“, sagte er.

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