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Eiszapfen-Gefahr: Wer muss jetzt handeln?

Sie hängen von immer mehr Häusern in der Region Döbeln herunter. Doch wer ist verpflichtet sich nun darum zu kümmern?

Eiszapfen wie an diesem Gebäude an der Pestalozzistraße in Hartha bilden sich durch die wechselnden Temperaturen derzeit an vielen Dächern. Dann sind die Eigentümer gefordert.
Eiszapfen wie an diesem Gebäude an der Pestalozzistraße in Hartha bilden sich durch die wechselnden Temperaturen derzeit an vielen Dächern. Dann sind die Eigentümer gefordert. © Dietmar Thomas

Region Döbeln. An einem Mehrfamilienhaus in Ostrau sind die Kameraden der Ortswehr auf eine hohe Leiter gestiegen. An der Franz-Mehring-Straße und im Bereich des griechischen Restaurants an der Straße des Friedens in Döbeln müssen die Fußgänger die Straßenseite wechseln. Der Grund ist überall derselbe. Von den Dächern rutscht der Schnee und hängen ganze Reihen von Eiszapfen, die abstürzen könnten.

An der Oschatzer Straße in Ostrau haben die Feuerwehrleute die Zapfen am Wochenende an einem kommunalen Gebäude abgeschlagen. „Aber sie sind schon wieder nachgewachsen“, sagt Bürgermeister Dirk Schilling (CDU) am Montag.

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Absperrung von Fußwegen muss angemeldet werden

Beide Male hat er das Entfernen der Zapfen auf kurzem Weg mit dem Bauhofleiter besprochen, der sich wiederum für einen kleinen Feuerwehreinsatz entschieden hat – aber ohne Blaulicht. Denn viele Bauhofmitarbeiter sind Mitglieder der Ortswehr und die besitzt eine entsprechend große Leiter.

So einfach lässt sich das Problem nicht überall lösen. Wer nicht die Möglichkeit hat, die Zapfen zu entfernen, muss die Fußgänger vor der Gefahr warnen. Will der Eigentümer den Gehweg absperren, muss er das beim Ordnungsamt der jeweiligen Kommune anmelden oder dieses zumindest über die Sperrung informieren.

In Hartha seien die Hauseigentümer in dieser Beziehung sehr umsichtig, meint Bürgermeister Ronald Kunze (parteilos). Sollte sich doch einmal jemand nicht ausreichend kümmern, werde er von den Mitarbeitern des Ordnungsamtes angesprochen oder angeschrieben.

Diese seien ständig im Stadtgebiet unterwegs und richten ihren Blick jetzt auch öfter nach oben. Für herrenlose Gebäude hat die Stadt die Verkehrssicherungspflicht.

Hauseigentümer ist bei Verletzung haftbar

Sollte ein Passant von Eiszapfen getroffen werden oder auf einer Eisfläche ausrutschen, die sich durch das heruntertropfende Wasser auf dem Fußweg gebildet hat, ist der Hauseigentümer haftbar.

„Die Fußgänger haben aber auch eine eigene Sicherungspflicht. Sie müssen schauen, wo sie langlaufen“, sagt Ronald Kunze. Und Dirk Schilling ergänzt, dass die Behandlung der Wege durch die Temperaturschwankungen im Moment sehr schwierig sei. „Wir streuen Splitt und der sinkt zur Mittagszeit in die aufgetauten Flächen ein und es muss erneut gestreut werden“, konkretisiert Schilling.

Die Streupflicht bestehe immer, wenn Glätte auftritt, auch wenn deren Ursache am Dach zu suchen ist, erklärt Christin Rost, Leiterin des Waldheimer Ordnungsamtes. Sie weist auch darauf hin, dass bei Sperrungen vor den Gebäuden die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleiben müsse. „Wenn Eiszapfen drohen, auf den Gehweg zu fallen, kann nicht die ganze Straße gesperrt werden“, so Christin Rost.

Komme ein Eigentümer der Sicherungspflicht nicht nach, könne gegen ihn ebenso ein Bußgeld verhangen werden, wie beim nicht erledigten Winterdienst. Sollte Gefahr in Verzug sein, übernehme die Stadt die Sicherung des Gebäudes in Form einer Ersatzvornahme und stelle dem Eigentümer die dabei entstandenen Kosten in Rechnung, sagt die Leiterin des Ordnungsamtes.

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