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Fahrstuhl teilt die Kletterwand

Die Sanierung der Waldheimer Grundschule ist fast abgeschlossen. Trotzdem bleiben noch Wünsche offen. Ein kleiner wurde jetzt zusätzlich erfüllt.

Am Giebel der Grundschule wird ein Fahrstuhl angebaut. Der teilt künftig die dort angebrachte Kletterwand.
Am Giebel der Grundschule wird ein Fahrstuhl angebaut. Der teilt künftig die dort angebrachte Kletterwand. © Dietmar Thomas

Waldheim. Staffellauf, Zweifelder-Ball oder die Risiko-raus-Tour – die Waldheimer Grundschüler beteiligen sich regelemäßig an regionalen Wettkämpfen. Dort treten die Mädchen und Jungen nicht nur als Team auf, sondern sind künftig auch als solches erkennbar.

Die Deutsche Vermögensberatung spendierte der Grundschule 20 Trikots und Hosen in drei verschiedenen Größen, einen Beutel für die Schmutzwäsche und eine Sanitätstasche. Für den Transport sind die Sportkleidung und das Zubehör im Wert von 650 Euro in einer Reisetasche verpackt. 

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„In jedem Olympiajahr unterstützen wir Vereine und Randgruppen, die sonst nicht bedacht werden“, sagt der Waldheimer Vermögensberater Sandro Dierbeck. Die Initiative resultiere aus einem Schulprojekt, in dem es um ein besseres Miteinander ging. Auch dabei gab es sportliche Aktionen.

Sophie, Ben Luca (rechts) und Matthi aus der 2c der Waldheimer Grundschule und Schulleiterin Annett Lorenz-Ziegenbalg sind die Models für die Sportkleidung, die sie von Vermögensberater Sandro Dierbeck erhalten haben.
Sophie, Ben Luca (rechts) und Matthi aus der 2c der Waldheimer Grundschule und Schulleiterin Annett Lorenz-Ziegenbalg sind die Models für die Sportkleidung, die sie von Vermögensberater Sandro Dierbeck erhalten haben. © Dietmar Thomas

Mehr Ruhe in modernen Räumen

Dem kleinen war schon ein großes Geschenk vorausgegangen. Auch wenn die Schüler und Lehrer das aufgrund der Corona-Pandemie ohne Feier entgegennehmen mussten. Die Freude darüber ist nicht minder groß: Die Sanierung der Schule ist weitestgehend abgeschlossen.

Nach den Sommerferien mussten zwei der drei ersten Klassen zunächst im Musik- und Zeichenzimmer unterrichtet werden, weil die Arbeiten in ihren Klassenräumen noch nicht beendet waren. „Aber pünktlich nach den Herbstferien waren sie fertig“, sagt Schulleiterin Annett Lorenz-Ziegenbalg. „Nun können wir die Fachräume wieder als solche nutzen.“

Jetzt, wo alle Räume ihrem eigentlichen Zweck dienen, stehe nicht nur wieder mehr Platz zur Verfügung. Es herrsche auch mehr Ruhe in der Schule. Und das Lehren und Lernen in den hellen, modernen Räumen mache richtig Spaß. Die Schulleiterin schwärmt regelrecht von der Ausstattung von Werkraum, Kunst- und Musikzimmer. 

Nach den Sommerferien wurde das Computerkabinett mit 17 neuen Geräten ausgestattet. Die reichen allerdings nicht für eine Klasse. Deshalb hofft Annett Lorenz-Ziegenbalg, dass die Stadt das Konzept der Digitalisierung umsetzen kann. In vier Räumen gibt es bereits interaktive Tafeln. Vier weitere und 90 Tablets – 30 für jede Etage – sollten es bis zum Jahr 2023 sein.

Der Werkenraum wurde mit modernen Möbeln und Technik ausgestattet.
Der Werkenraum wurde mit modernen Möbeln und Technik ausgestattet. © Cathrin Reichelt

Schule ab Weihnachten barrierefrei

An der letzten Neuerung im Zuge der Sanierung wird noch gearbeitet. Bis zu den Weihnachtsferien soll auch der Fahrstuhl nutzbar sein. Der dafür nötige Anbau ist bereits am Giebel erfolgt. Dort teilt er jetzt die Kletterwand. Mit dem Fahrstuhl besteht künftig die Möglichkeit, dass an der Waldheimer Grundschule auch körperbehinderte Kinder lernen können. Die Räume sind barrierefrei erreichbar. Und im Erdgeschoss befindet sich in der Nähe des Speiseraumes eine Behindertentoilette.

Obwohl die Sanierung mit dem Fahrstuhl abgeschlossen wird, hofft das Team der Grundschule auf weitere Bauarbeiten. „Die Erstklässler haben den längsten Weg zur Toilette. Die befinden sich in der zweiten Etage und die Kinder werden im Erdgeschoss unterrichtet“, so Annett Lorenz-Ziegenbalg.

Gleichzeitig ist nach dem Auszug der Kita-Kinder der Schulbergstrolche im Sommer dieses Jahres deren Sanitärbereich im Erdgeschoss jetzt ungenutzt. Allerdings sind die Toiletten nur durch niedrige Wände abgegrenzt. Für die Grundschüler müssten es einzelne Kabinen mit Türen sein. Der Umbau sei nach Absprache mit der Stadt grundsätzlich möglich, eine Trennung der Sanitäranlagen für Mädchen und Jungen aber nicht. Deshalb müsste auch das Gesundheitsamt zustimmen.

Lehrer-Team braucht Verstärkung

Die Waldheimer Grundschule ist gut ausgelastet. Alle vier Klassenstufen sind dreizügig mit 20 bis 26 Schülern pro Klasse. Insgesamt sind es 277. „Für das Schuljahr 2021/22 haben wir bereits 92 Anmeldungen“, sagt Annett Lorenz-Ziegenbalg und fügt hinzu: „Aber personell bewegen wir uns auf dünnem Eis.“ 

Die Mädchen und Jungen werden von zwölf Lehrerinnen und einem Lehrer unterrichtet. Hinzu kommen eine Inklussionsassistentin und eine FSJ-lerin (Freiwilliges Soziales Jahr). Aufgrund ihrer Schwangerschaft fällt eine Lehrerin derzeit aus.

Das mache sich enorm bemerkbar. Einspringen könne niemand, denn die Schulleiterin und ihre Stellvertreterin haben selbst schon Klassen als Klassenleiter übernommen. „Wir haben im Moment den kompletten Förder- und DAZ-Unterricht (Deutsch als Zweitsprache) gestrichen, damit wir die normalen Schulstunden abdecken können“, so die Schulleiterin. 

Sie freut sich darüber, dass ihre Stellvertreterin Silvia Buchwald nie den Überblick verliert und es immer schafft, den Vertretungsplan unvorhersehbaren Situationen anzupassen. „Wir hoffen, dass wir bei dem Einstellungsverfahren zum 1. Februar bedacht werden und Verstärkung bekommen“, so die Schulleiterin.

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