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Grabenfräse ersetzt in Waldheim Minibagger

Das neue Gerät des Bauhofes spart Zeit und Geld. Mit ihm entdecken die Mitarbeiter aber auch illegale Bauwerke.

Holger Brettschneider, Udo Jahr und Bauhofchef Dennis Zimmermann (von links) an der neuen Grabenfräse.
Holger Brettschneider, Udo Jahr und Bauhofchef Dennis Zimmermann (von links) an der neuen Grabenfräse. © Cathrin Reichelt

Waldheim. Seit drei Wochen sind die Mitarbeiter des Waldheimer Bauhofes mit einem neuen Gerät in der Stadt und den Ortsteilen unterwegs. Und schon in dieser kurzen Zeit wurden die Vorteile der Grabenfräse sichtbar.

Der Bauhof ist für rund 80 Kilometer Straßen verantwortlich. Dazu kommen Wanderwege und Bachläufe. Mussten Straßengräben gehoben werden, wurden diese ausgebaggert und an manchen Stellen sogar manuell gereinigt. 

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Qualität und Ehrlichkeit zahlen sich aus
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„Wir mussten uns den Bagger leihen, ihn idealerweise mit zwei Mann besetzen, während der Arbeiten den jeweiligen Straßenabschnitt sperren und zum Schluss die Erde entsorgen“, zählt Bauhofleiter Dennis Zimmermann auf. Das habe lange gedauert und erfolgte deshalb nur, wo es akut notwendig war.

Mit der Grabenfräse wurden in drei Wochen bereits die Gräben an der Hälfte aller Waldheimer Straßen gesäubert. „Das schafft man mit keinem Minibagger“, sagt Michael Wittig, Leiter Fachbereich Ordnung und Bauverwaltung. Trotzdem wird der Bagger noch ab und an gebraucht. Denn es gibt Stellen, an denen die Bebauung den Einsatz der Fräse nicht zulässt.

Aushub landet auf dem Feld

Knapp 10.000 Euro hat die Stadt für die Anschaffung dieses Zusatzgerätes ausgegeben. Im Preis inbegriffen waren fünf Messersätze. Angebaut ist die Grabenfräse oder auch Grabenschleuder an einen Unimog. Fährt der vom Gelände des Bauhofes, schaltet der Fahrer die Rundumleuchten ein, um im Straßenverkehr auf den Anbau aufmerksam zu machen.

 Am Einsatzort angekommen, verringert der Unimog seine Geschwindigkeit auf 3 km/h. „Die Fräse säubert fortlaufend den Graben und schleudert den Aushub auf das angrenzende Feld oder die Wiese“, so Zimmermann.

Die Fräse ist nicht nur viel effektiver als die bisherige Art, den Graben zu heben. Sie hat auch einen doppelten Effekt. Ist der Graben gehoben, kann sowohl das Wasser von den Straßen als auch von den Feldern besser ablaufen. „Wir helfen also auch den landwirtschaftlichen Betrieben und beugen Überflutungen nach Starkregen vor“, meint der Bauhofleiter.

Mit der Grabenfräse können die Straßengräben, wie in Gebersbach, schneller und mit weniger Aufwand gesäubert werden, als bisher.
Mit der Grabenfräse können die Straßengräben, wie in Gebersbach, schneller und mit weniger Aufwand gesäubert werden, als bisher. © Cathrin Reichelt

Illegale Zufahrten sind Hindernisse

Bei den ersten Einsätzen der Fräse sind die Bauhofmitarbeiter aber auch auf Hindernisse gestoßen. Vor allem auf den Dörfern hätten Eigentümer illegal Zufahrten zu ihren Grundstücken oder Abstellflächen für ihre Fahrzeuge über die Gräben gebaut. „Die Flächen sind genehmigungspflichtig und die Eigentümer dann für deren Unterhaltung zuständig“, erklärt Toralf Pönisch vom Tiefbauamt. 

Manche Überfahrten seien kompakt gebaut, in andere auch ein Rohr integriert, damit sich ansammelndes Wasser hindurchfließen kann. Für Schäden, die durch die Fräse an solchen Zufahrten entstehen, komme die Stadt nicht auf, da sie für deren Errichtung keine Genehmigung erteilt hat.

Die Grabenfräse ist nicht die letzte Neuanschaffung für den Bauhof in diesem Jahr. Voraussichtlich in der zweiten Dezemberwoche kommt noch ein Multicar Fumo mit Schild und Streuer dazu. Der kostet knapp 130.000 Euro und ersetzt einen rund 20 Jahre alten Multicar. Dieser soll im kommenden Jahr versteigert werden. „Oft dient solch ein Fahrzeug der Ersatzteilgewinnung“, sagt Dennis Zimmermann.

Winterdienst vorbereitet

Neben dem Heben der Gräben kümmern sich die 15 Mitarbeiter des Waldheimer Bauhofes derzeit unter anderem um die Wanderwege, das Beräumen von Laub und Schneiden von Bäumen. Falls es jetzt schon frostig kalt wird und schneit, ist auch dafür vorgesorgt. Die Winterdienstpläne sind geschrieben, und die überprüften Schiebeschilder stehen startbereit am Rand des Bauhofgeländes.

 „Dranhängen, hochheben, abfahren“, beschreibt Michael Wittig, welche Handgriffe im Fall des Falles noch zu tun wären. Etwa zehn Minuten benötigt ein Mitarbeiter dafür. „Im vergangenen Jahr haben wir die Schilder nicht einmal angebaut“, so Zimmermann.

Im Silo befinden sich 40 Tonnen Streusalz. Das sei vorerst ausreichend. Pro Nachbestellung würden zeitnah 26 Tonnen geliefert. „Im letzten Winter haben wir rund 60 Tonnen Salz verbraucht“, sagt der Bauhofchef. 

Dabei sei die schwierigste Zeit immer der Übergang von Herbst zu Winter und Winter zu Frühjahr. Und Dennis Zimmermann weist zum wiederholten Mal darauf hin, dass die Fahrzeugführer auch eine gewisse Eigenverantwortung haben und ihre Fahrweise der Witterung anpassen sollten.

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