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Hallenbau mit Schrecksekunde

Die Sporthalle in Döbeln Nord ist übergeben worden. Sie kostet mehr als geplant.

Baurat Erik Brendler führte durch die Sportstätte. Dort stehen eine Zweifelderhalle und ein kleinerer Mehrzweckraum für den Sportunterricht der Grund- und Oberschule zur Verfügung.
Baurat Erik Brendler führte durch die Sportstätte. Dort stehen eine Zweifelderhalle und ein kleinerer Mehrzweckraum für den Sportunterricht der Grund- und Oberschule zur Verfügung. © Dietmar Thomas

Döbeln. Beim Bau der Sporthalle in Döbeln Nord gab es die eine oder andere Schrecksekunde. Zum Beispiel, als Wasser unter dem Sportboden der neuen Zweifelderhalle entdeckt wurde. Ist die Heizung defekt? Muss der Sportboden wieder herausgerissen werden? So schlimm kam es nicht. 

Es stellte sich heraus, dass im angrenzenden Sportlehrerbereich die Muffe einer Wasserleitung undicht war. „Der Firma war das sehr peinlich. Sie hat die Wand aufgerissen und alles ausgewechselt“, sagte Bauamtsleiter Erik Brendler. Die Kosten habe die Versicherung bezahlt. Der Sportboden der Halle habe keinen Schaden genommen.

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Die Anekdote erzählte der Baurat bei der Führung durch die neue Sporthalle am Montag. Schon seit Anfang des Schuljahres kann sie von der Grundschule und der Oberschule Am Holländer und von den Sportvereinen genutzt werden. Am Montag wurde es noch mal feierlich, als Oberbürgermeister Sven Liebhauser (CDU) auch die obligatorischen Schlüssel an die Schulleiterinnen Elvira Flaschin und Katrin Wagner übergab.

Eigentlich sollte die Halle schon vor einem Jahr ihrer Bestimmung übergeben werden, sagte Sven Liebhauser. „Zu Baubeginn war es nicht abzusehen, dass es bei einer klaren Struktur des Baukörpers dazu kommt, dass sich das Bauende um fast ein Jahr verschiebt.“ Probleme mit wenigen Firmen hätten zu einer Kettenreaktion geführt, deren Ergebnis der Bauverzug gewesen sei.

Auch die Baukosten konnten nicht ganz eingehalten werden. Statt rund 4,2 Millionen Euro wird die Halle bis zu 4,7 Millionen kosten – zu Ende abgerechnet ist der Bau noch nicht. Zum einen hatte sich die Erhöhung aus höheren Angeboten bei der Ausschreibung ergeben, sagte Regina Hlozek vom Bauamt. Insbesondere die Metallfassade war deutlich teurer geworden als gedacht. Zum anderen hatten Firmen berechtigte Nachträge bei Änderungen abgerechnet. Mit den Mehrkosten bewege man sich aber im Bereich der zehn Prozent, die bei solchen Bauvorhaben normal seien, sagte Regina Hlozek.

Die Schulleiterinnen Elvira Flaschin (li.) und Katrin Wagner erhielten von Oberbürgermeister Sven Liebhauser die obligatorischen Schlüssel.
Die Schulleiterinnen Elvira Flaschin (li.) und Katrin Wagner erhielten von Oberbürgermeister Sven Liebhauser die obligatorischen Schlüssel. © Dietmar Thomas

Die Schulen hatten lange auf die Sporthalle warten müssen. Weil die Kapazität der alten Halle nicht reichte, musste die Oberschule den Sportunterricht für einige Klassen erst in die Sporthalle an der Staupitzstraße, später an die Burgstraße auslagern, sagte Schulleiterin Katrin Wagner. Ihr Stellvertreter Gisbert Raasch, der auch Sportlehrer ist, lobte die neue Halle. Die Stadt hatte, um Kosten zu sparen, auf ein Lüftungssystem verzichtet. Stattdessen lassen sich die hoch liegenden Fenster ferngesteuert öffnen. Das funktioniere sehr gut. „Die Temperierung war auch bei 30 Grad draußen kein Problem.“

Auch der Döbelner SC gehört zu den Nutzern. „Heute ist ein guter Tag für Döbeln und ein guter Tag für den Sport“, sagte Thomas Kolbe, Präsident des DSC. Sport ist in Döbeln keine Randerscheinung. Es gebe mehr als 32 Sportvereine mit rund 4.000 Aktiven, vor allem Kindern und Jugendlichen. „Döbeln ist eine gebeutelte Region, die viele Einwohner verloren hat. So eine Sporthalle ist ein Baustein dafür, dass es den Menschen gut geht, dass sie die Lebensqualität schätzen. Der Sport macht aus Döbeln Heimat.“

Die Zukunft der alten Sporthalle in Döbeln Nord ist ungeklärt. Fest steht: Derzeit wird sie noch gebraucht. „Ich kann mich kaum retten vor Anfragen für den Belegungsplan. Ohne diese Halle würde der kollabieren“, sagte Michael Thürer vom Sportamt. Die Stadt will die Halle weiter betreiben – und zwar am liebsten mit einem Modell, das sie auch mit der SG Neudorf und dem SV Vorwärts praktiziert. 

Diese Vereine haben die Sporthalle in Ebersbach und die Sporthalle Burgstraße übernommen, erhalten finanzielle Unterstützung der Stadt und können Fördermittel für die Sanierung in Anspruch nehmen. Die Stadt verhandelt deswegen mit Vereinen – der Döbelner SC ist ein heißer Kandidat. Es bestehe noch Gesprächsbedarf, sagte DSC-Präsident Kolbe. Ein Problem seien vor allem die Nebenkosten.

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