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Corona: Wieder keine Berufsmesse in der Hartharena

Die Organisatoren des Berufsinformationstages (BIT) suchen nach Alternativen. Die Veranstaltung soll 2023 wieder aufgelegt werden.

Von Sylvia Jentzsch
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Der Berufsinformationstag in der Hartharena war jedes Jahr gut besucht. Immer mehr Firmen nutzten die Möglichkeit, um sich und ihre Ausbildungsmöglichkeiten zu präsentieren.
Der Berufsinformationstag in der Hartharena war jedes Jahr gut besucht. Immer mehr Firmen nutzten die Möglichkeit, um sich und ihre Ausbildungsmöglichkeiten zu präsentieren. © Archiv/André Braun/Döbelner Anzeiger

Hartha. Er ist ein Erfolgskonzept, der Berufsinformationstag (BIT) am Anfang des Jahres in der Hartharena – organisiert von den drei Oberschulen in Hartha, Waldheim und Leisnig. Was im Jahr 2016 mit 33 Unternehmen begann, wurde zu einer großen überregionalen Messe. Immerhin begrüßten die Organisatoren im Jahr 2020 mehr als 70 Aussteller und etwa 700 Besucher.

Die Unternehmen vieler Branchen nutzten die Möglichkeit, sich dem jungen Publikum und auch dessen Eltern zu präsentieren. Das Spektrum der Berufe, die gezeigt wurden, war sehr vielfältig – vom Altenpfleger bis Zerspanungsmechaniker. Von einigen Schülern bekamen die Unternehmen sogar schon Interessenbekundungen.

Coronabedingt musste der BIT im vergangenen Jahr ausfallen – in diesem Jahr soll er wegen der Pandemie nur im kleineren Format in den jeweiligen Schulen stattfinden – zumindest in Hartha und Leisnig. Darauf einigten sich die Organisatoren während einer Beratung im September.

Entscheidung nicht leicht gemacht

„Wir haben lange und intensiv diskutiert, denn der BIT ist zu einem wichtigen Baustein sowohl für die Unternehmen, die Auszubildende suchen, als auch für die Berufswahl der Schüler geworden. Da wir aber nicht wussten, wie sich das Pandemiegeschehen entwickelt, haben wir zunächst festgelegt, dass es 2022 keine Veranstaltung in der Hartharena gibt. Sollte es im nächsten Jahr ohne Einschränkungen möglich sein, den BIT im großen Format zu organisieren, soll es ihn auch wieder geben“, sagte Praxisberaterin Marlen Junghanns vom Bildungswerk der Sächsischen Wirtschaft gGmbH.

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Die Organisatoren hätten die Teilnehmer und Gäste registrieren müssen, ein Test wäre vorzuweisen und ein Zeitfester einzuplanen gewesen – das wäre einfach zu viel Aufwand und nicht zu stemmen gewesen, so Marlen Junghanns.

Kleines Format in Hartha

Weil es aber wichtig sei, dass sich die Schüler über Möglichkeiten der Berufsausbildung informieren, haben sich die Organisatoren auf die Schulmessen im kleinen Format geeinigt. Die Pestalozzioberschule plant diese für April und die Leisniger Peter-Apian-Schule für Ende des Schuljahres.

„Ich habe in der nächsten Woche noch ein Gespräch mit der Wirtschaftsförderin von Hartha. Danach wollen wir mit der Organisation der Schulmesse beginnen und die Firmen ansprechen“, so die Praxisberaterin.

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Einige hätten sowohl bei ihr als auch bei Nicole Salzbrenner von der Stadtverwaltung wegen dem BIT nachgefragt. „Wer Interesse hat, sein Ausbildungsangebot in unserer Schule vorzustellen, kann sich gern per Mail melden“, so Marlen Junghanns. Sie weist darauf hin, dass es nur eine begrenzte Ausstellungsfläche gibt und damit auch die Anzahl der Aussteller festgelegt ist.

Unterstützung vom Förderverein

Unterstützung gibt es für die Harthaer Schulmesse auch vom Förderverein. Das war in den vergangenen Jahren schon so und soll es auch bleiben. „Es ist uns wichtig, dass sich die Jugendlichen direkt mit Vertretern der Firmen unterhalten und sich über die Berufe informieren können“, sagte Silke Weise.

Dagmar Pollmer, die den Vorsitz des Arbeitskreises Schule-Wirtschaft von Christa Müller übernommen hat, ist bekannt, dass es in diesem Jahr keinen Berufsinformationstag in der Harthaerena gibt. Das sei sehr schade, aber wegen der Pandemie nachvollziehbar. „Der BIT ist eine gute Plattform für Schüler und Unternehmen“, sagte Dagmar Pollmer.

Waldheim wartet ab

Tomasz Wojciechowski, Praxisberater der Waldheimer Oberschule, bedauert, dass der BIT auch in diesem Jahr nicht stattfinden darf. Die Berufsmesse sei immer ein wirkungsvoller Beitrag zur Berufsorientierung gewesen.

„Leider mussten wir außerdem alle Betriebs-Exkursionen auf jeden Fall bis Ende Februar wegen der Pandemie absagen“, so Wojciechowski. Auch Praktika in den Winterferien entfallen deshalb. Als Nächstes stünde die Woche der offenen Unternehmen im März an.

Fraglich sei allerdings noch, ob diese zustande kommen darf. „Wir können einfach nur abwarten und sobald etwas geht, Schritt für Schritt wieder loslegen“, sagt der Praxisberater. Die Resonanz auf Online-Angebote zur Berufsorientierung, die die Oberschule unterbreite, sei eher verhalten. „Das ist nicht das, was Schüler und Eltern wollen“, so Wojciechowski.

Unternehmen, die an der Ausbildungsmesse in der Harthaer Pestalozzioberschule interessiert sind, können sich unter [email protected] melden.