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Voller Einsatz der Feuerwehrleute bei Gashavarie in Hartha

Im vergangenen Jahr sind die Harthaer Feuerwehrleute 63 Mal ausgerückt – häufiger zu Bränden. Einen personellen Engpass gab es wegen Corona.

Von Sylvia Jentzsch
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Am 19. Juni kam es wegen Bauarbeiten an der Otto-Buchwitz-Straße/Gartenstraße zu einer Gashavarie. Die Gasleitung wurde angebohrt.
Am 19. Juni kam es wegen Bauarbeiten an der Otto-Buchwitz-Straße/Gartenstraße zu einer Gashavarie. Die Gasleitung wurde angebohrt. © Dietmar Thomas

Hartha. Bei Bauarbeiten für das schnelle Internet wurde Ende Juni eine Gas-Hauptleitung an der Gartenstraße Ecke Otto-Buchwitz-Straße beschädigt. Das hatte weitreichende Konsequenzen in der Stadt und auch für die Feuerwehrleute.

Sie wurden am 29. Juni in den Morgenstunden alarmiert. „Dieser Einsatz war nicht ohne und er gehört zu denen, die unsere Kameraden im vergangenen Jahr besonders forderten“, sagte Gemeindewehrleiter René Greif. Mit dem Einsatz waren nicht nur Absperrmaßnahmen verbunden.

Auch ein Teil der angrenzenden Häuser musste evakuiert werden. Bei einem Feuer würde man sehen, was und wo zu bekämpfen ist. Bei Gas sei das eine ganz andere Nummer, da es nicht zu sehen und auch kaum zu riechen ist.

63 Einsätze im Jahr 2021

Im Jahr 2021 rückte die Harthaer Gemeindewehr, zu der die drei Ortswehren Hartha, Gersdorf und Wendishain gehören, insgesamt 63 Mal aus. Das sind zehn Einsätze mehr als im Jahr 2020. Elf davon sind überörtliche Einsätze gewesen.

„Das heißt, wenn in den Nachbarstädten ein großer Einsatz ist, werden wir hinzugerufen. Manchmal ist das auch notwendig, wie zum Beispiel am 10. November 2021.“

In der Entsorgungsfirma Veolia war eine Aktenvernichtungsanlage in Brand geraten. Diese befand sich in zwei baulich getrennten Bereichen. Die Waldheimer und Harthaer Kameraden bekämpften das Feuer jeweils in einem der Bereiche.

In der Entsorgungsfirma Veolia im Waldheimer Gewerbegebiet war im November eine Aktenvernichtungsanlage in Brand geraten. Die Harthaer Kameraden halfen beim Löschen des Feuers.
In der Entsorgungsfirma Veolia im Waldheimer Gewerbegebiet war im November eine Aktenvernichtungsanlage in Brand geraten. Die Harthaer Kameraden halfen beim Löschen des Feuers. © Dietmar Thomas

Viel unterwegs, ohne zu handeln

„Doch es gibt auch Alarmierungen, da sind wir schon unterwegs und dann wird der Einsatz abgebrochen“, so René Greif. Das müsse aber nicht sein.

Früher sei es so gewesen, dass die örtliche Feuerwehr alarmiert worden sei. Diese habe dann vor Ort entschieden, ob zusätzliche Hilfe benötigt wird. „Jetzt fällt solche Entscheidungen die Leitstelle. Die Leute dort können nicht unbedingt einschätzen, ob unser Einsatz wirklich notwendig ist“, sagte der Gemeindewehrleiter.

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Er bringt es auf den Punkt: „Wir waren viel unterwegs, ohne zu handeln“. Dass solch eine Unterstützung von anderen Wehren auch notwendig und wichtig sein kann, habe der Brand eines Stalles eines Vierseithofes in Diedenhain am 23. November gezeigt, so der Gemeindewehrleiter.

Im Einsatz waren damals die Feuerwehren aus Waldheim und Hartha sowie Geringswalde und Limmritz mit insgesamt 73 Kameraden. Für die Feuerwehren galt es, ein Übergreifen des Brandes auf andere Gebäudeteile zu verhindern. Zu Beginn wurde die Versorgung mit Löschwasser durch die angeforderten Tanklöschfahrzeuge (TLF) gesichert. Die Feuerwehr Geringswalde hatte neben ihrem Tanklöschfahrzeug auch ihren neuen Wasserwerfer zum Einsatz gebracht.

Am 23. November brannte der Stall eines Vierseithofes in Diedenhain. Im Einsatz waren damals die Feuerwehren aus Waldheim und Hartha sowie Geringswalde und Limmritz mit insgesamt 73 Kameraden.
Am 23. November brannte der Stall eines Vierseithofes in Diedenhain. Im Einsatz waren damals die Feuerwehren aus Waldheim und Hartha sowie Geringswalde und Limmritz mit insgesamt 73 Kameraden. © Dietmar Thomas

Weitere Ermittlungen zur Brandursache

Der Sachschaden wurde von der Polizei auf etwa 70.000 Euro beziffert. „Die Ermittlungen zur Brandursache sind noch nicht abgeschlossen. Möglicherweise könnte es sich um einen technischen Defekt wegen eines Heutrockners handeln.

Um dies jedoch abschließend festzustellen, müssen erst die noch ausstehenden Ergebnisse eines Photo-Ionisations-Detektors abgewartet werden“, teilte Polizeikommissar Robin Reichel auf Anfrage des DA mit.

Zwei Einsätze nach Unwetter

Neben diesem Brand löschten die Kameraden am 26. Januar 2021 einen brennenden Laster auf dem Rastplatz am Töpelberg, der damals noch genutzt werden konnte. Einen Brand in einem Schornstein eines Hauses an der Feldstraße löschten die Kameraden am 14. März.

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Nach einer Verpuffung an einer Absaugung einer Sandstrahl-Anlage mit Graphitgranulat brannte es am 1. Oktober beim Automobilzulieferer Horizon Global. Die Löscharbeiten für die Feuerwehr gestalteten sich jedoch schwierig. „Wir mussten zunächst die Anlage vom Strom trennen, anschließend das gesamte, leicht entzündliche Granulat aus der Maschine schaufeln und außerhalb der Halle ablöschen“, sagte der stellvertretende Wehrleiter Maik Wagner damals.

Die Harthaer Gemeindewehr wurde auch zu zwei Unwettereinsätzen nach Steina unterhalb des Viaduktes gerufen und zu mehreren technischen Hilfeleistungen. Türnotöffnungen und Tragehilfe gehören bei uns schon zum Tagesgeschäft, so Greif.

Kritische Lage beim Personal

Im November sei die personelle Lage wegen Corona eine ziemlich kritische gewesen. „Wir konnten trotz der besonderen Situation unsere Aufgaben erfüllen. Aber so etwas sollte nicht wieder vorkommen“, sagte René Greif.

Damit die Möglichkeit, sich anzustecken, so gering wie möglich gehalten wird, wurde gerade in den vergangenen Wochen mit hoher Inzidenz kein Dienst durchgeführt. „Es gibt dazu keine offizielle Verordnung.

Doch wir sind der Meinung, dass unsere Kameraden auch bei weniger Training in der Lage sind, zu handeln“, so der Gemeindewehrleiter. Für die nächsten Wochen soll eine Lösung gefunden werden, damit sich die Kameraden wieder zu Diensten treffen können.

Harthaer Wehr gibt es seit 150 Jahren

Als löblich bezeichnete es der Gemeindewehrleiter, dass in diesem Jahr ein Teil der im Brandschutzbedarfsplan festgelegten Vorgaben erfüllt, ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug HLF 20 angeschafft und mit den Planungen des Neubaus für das Gersdorfer Feuerwehrgerätehauses begonnen wird. „Wird das Vorhaben umgesetzt, geht ein lang ersehnter Wunsch in Erfüllung“, so René Greif.

Eigentlich hätten die Harthaer Kameraden im vergangenen Jahr ihr 150. Jubiläum und die Wendishainer ihr 100. Jubiläum gefeiert. Das war wegen Corona nicht möglich. Nun wollen die beiden Wehren in diesem Jahr die Feier gemeinsam nachholen. Überhaupt wünscht sich der Gemeindewehrleiter wieder ein Stück Normalität.