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Harthaer Firmen unterstützen Oberschule

Damit keine Zwischenlösung notwendig wird, haben drei Unternehmen eine interaktive Tafel finanziert. Vor Ort erfahren die Geschäftsführer Überraschendes.

Die kommissarische Schulleiterin Heike Brüssau (links) freut sich, dass die Harthaer Unternehmen Straßen- und Tiefbau Estler, das Planungsbüro Reichenbach und Naturstein Just die erste neue interaktive Tafel der Oberschule finanziert haben.
Die kommissarische Schulleiterin Heike Brüssau (links) freut sich, dass die Harthaer Unternehmen Straßen- und Tiefbau Estler, das Planungsbüro Reichenbach und Naturstein Just die erste neue interaktive Tafel der Oberschule finanziert haben. © Dietmar Thomas

Hartha. Gleich mehrere Dinge verbinden die Vertreter der drei Harthaer Firmen Straßen- und Tiefbau Estler, Naturstein Just und das Planungsbüro Reichenbach – sie habe alle das Einmaleins in der Pestalozzischule gelernt, sie unterstützten noch heute deren Projekte und hoffen, dass einige Schüler das Ausbildungsangebot ihrer Unternehmen wahrnehmen.

„Wir sind alteingesessene Harthaer und haben großes Interesse, dass die Schule ordentlich ausgestattet ist. Deshalb haben wir das Projekt auch unterstützt“, sagte Alexander Reichenbach vom gleichnamigen Planungsbüro.

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Den Firmen ist es zu verdanken, dass im jetzigen Klassenzimmer der 5a eine interaktive Tafel hängt. „Geplant war das schon. Doch Anfang vergangenen Jahres gab es dafür noch kein Fördergeld und auch im Budget der Stadt war dafür kein Geld vorgesehen. Wir hätten eine alte Tafel einbauen und später gegen eine moderne austauschen müssen. Das hätte mehr Geld gekostet und sicher auch Schäden an der sanierten Wand hinterlassen“, sagte Bürgermeister Ronald Kunze (parteilos).

Um das zu vermeiden, fragte er bei den ortsansässigen Firmen nach, ob diese die Finanzierung der interaktiven Tafel für 6.500 Euro übernehmen. Der Bürgermeister brauchte nicht lange auf eine Antwort zu warten. Die Firmen sagten umgehend zu, denn sie haben eine enge Verbindung mit der Pestalozzischule.

Und so mutete es fast wie ein Klassentreffen an, als Planer Alexander Reichenbach den Geschäftsführern Harald Just und Hans-Jürgen Estler sowie Olivia Schütze-Estler, Philip Just und Josephine Adam den Baufortschritt der Schule zeigte.

Anbau für mehr Klassenzimmer

Die Einrichtung wird seit 2019 brandschutztechnisch ertüchtigt und saniert. Zusätzliche Räume wurden in den oberen Etagen unterm Dach geschaffen. Und weil diese nicht die Größe eines Klassenzimmers haben, ist künftig ein moderner Anbau an die Schule geplant.

Der soll dort anschließen, wo sich früher die Wohnung des Hausmeisters befand. „Die Stadträte haben ihre Zustimmung zum Vorhaben bekundet. Zurzeit wird das Konzept erarbeitet. Entstehen sollen drei Klassenzimmer und ein Hortraum“, sagte Ronald Kunze.

Ist die Planung fertig, kann das Fördergeld beantragt werden. „Wenn alles passt könnte idealerweise mit dem Anbau im September begonnen werden“, so der Bürgermeister. Der Anbau sei dringend notwendig, weil sich immer mehr Schüler an der Schule anmelden und sie durchgehend zweizügig wird. Als Erfolg wertete Alexander Reichenbach die Integration des Hortes in das Schulgebäude. Denn in den neuen Räumen wird es langsam wieder eng.

Der Planer berichtete von der einen oder anderen Überraschung, die es beim Hortanbau und der Sanierung gegeben hat, während die Gäste in Erinnerungen schwelgten, eine kleine Zeitreise in die Vergangenheit unternahmen. Sie kannten noch die Aula mit ihren prächtigen Eingangsportalen, die es noch gibt. Aus der Aula selbst wurden Unterrichtsräume.

Die Mitfinanzierung der ersten neuen interaktiven Tafel verbindet Harald Just mit dem Wunsch, dass künftig seine Enkel die Schule besuchen können. „Wir unterstützen die Stadt beziehungsweise die Schule nicht das erste Mal. Ich hoffe, dass mit unserer Hilfe gute und moderne Unterrichtsbedingungen geschaffen werden können, damit wir Nachwuchs mit einem guten Bildungsniveau für unsere Firmen bekommen. Deshalb beteiligen wir uns auch immer an der Ausbildungsmesse, die die Schule in der Hartharena organisiert. Leider fällt sie in diesem Jahr wegen Corona aus“, so Estler.

Wenn der Staat nicht in der Lage sei, die Voraussetzungen für gute Bildung zu schaffen, müssten eben die heimischen Firmen einspringen, so der Geschäftsführer. Als er die Schule besuchte, entstand das Tafelbild noch mit Kreide.

Zukunft der Harthaer Oberschule gesichert

Den ersten Einsatz von interaktiven Tafeln lernten Philip Just und Josephine Adam von der Firma Just kennen. Dass diese einmal in jedem Klassenzimmer und in den Fachkabinetten zum Einsatz kommen würden, daran hätten die beiden jungen Leute während ihrer Schulzeit nicht geglaubt.

„Es ist schön, wenn im Unterricht verschiedene Medien zum Einsatz kommen. Mithilfe der Tafeln können spontan Bilder oder kleine Filme gezeigt werden. Allerdings sollte alles nur zur Unterstützung des vom Lehrer vermittelten Unterrichtsstoffs dienen und nicht zur Unterhaltung“, so Josephine Adam.

So sei es auch gedacht, sagte die zurzeit kommissarisch eingesetzte Schulleiterin Heike Brüssau. Sie und Bürgermeister Ronald Kunze bedankten sich für die Unterstützung der Schule auch in einer Zeit, in der die Oberschule nicht im Bedarfsplan des Landkreises und damit auf der Kippe stand. Das war bis 2018 der Fall.

Bis dahin gab es einen Investitionsstau. Nun ist die Zukunft der Oberschule gesichert und deshalb gibt es vom Staat auch Fördergeld. Das wird nicht nur benötigt, um die bautechnischen Anforderungen des Brandschutzes zu erfüllen. Die Schule wurde und wird von Grund auf saniert. Sie hat jetzt einen Fahrstuhl und moderne Klassenzimmer und Fachkabinette. Die beiden Flügel sind bereits fertig. Nun kommt der obere Teil des Mittelbaus in Ordnung. Überall wird auch Schallschutz eingebaut.

Neben der gesponserten interaktiven Tafel wurden nun Anfang der Woche die noch fehlenden 16 Tafeln für die Grund- und Oberschule für 160.000 Euro geliefert. Diese wurden aus dem Digitalpakt für die Schulen finanziert. „Wir zeigen damit, dass trotz Corona investiert wird, wir gestärkt aus der Krise hervorgehen“, so der Bürgermeister. Die Stadt hat auch alle sogenannten Corona-Laptops angeschafft und einige davon an Kinder aus sozial schwachen Familien verliehen.

Unterricht wird anschaulicher

„Die modernen Medien, speziell die interaktiven Tafeln, werden sowohl von unseren Lehrern als auch den Schülern sehr gern genutzt“, sagte Heike Brüssau. Die Tafelbilder können gespeichert und zum Beispiel zur Wiederholung in der darauffolgenden Stunde verwendet oder zur Ergänzung genutzt werden.

Die Pädagogen können auch Tafelbilder zu Hause vorbereiten, diese auf einen Stick speichern und dann im Unterricht laden. Ergänzend gibt es Filme oder Lernvideos. „Die Tafeln sind vielseitig einsetzbar“, so Heike Brüssau. Dadurch wurde der Unterricht anschaulicher und aufgelockerter.

„Viele Menschen sind bildhafte Lerntypen. Sie benötigen Bilder, um sich Dinge besser vorstellen und einprägen zu können. Und genau das bietet der Einsatz der interaktiven Tafel“, so Heike Brüssau. Wichtig sei die richtige Mischung zwischen herkömmlichem Unterricht und dem Einsatz der neuen Medien.

Hinweise, wie die Tafeln optimal genutzt werden können, erhalten die Pädagogen von zwei Kollegen, die sich in diesem Metier bestens auskennen. Doch es sind nicht nur die Lehrer, die die interaktiven Tafeln gern nutzen, sondern auch die Schüler.

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