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Mehr als 50 Döbelner nutzen Tests

Das neue Testzentrum der Stadt wurde am ersten Tag gut frequentiert. Das Ergebnis ist positiv – weil negativ.

Andrea Reiche von der Stadtverwaltung nimmt eine Probe für einen Test mit einem Wattestäbchen in der Nase eines Döbelners ab. Mehr als 50 haben diese Möglichkeit am ersten Tag genutzt.
Andrea Reiche von der Stadtverwaltung nimmt eine Probe für einen Test mit einem Wattestäbchen in der Nase eines Döbelners ab. Mehr als 50 haben diese Möglichkeit am ersten Tag genutzt. © Jens Hoyer

Döbeln. Ein Spaßvogel hat im Internet geschrieben: Der Ratskeller ist die erste Gaststätte, die in der Pandemie wieder aufmacht. Allerdings nicht, um Menschen zu bewirten, sondern um sie auf das Corona-Virus zu testen. Die Stadtverwaltung hat in der derzeit nicht vermieteten Gaststätte ein Testzentrum eingerichtet.

Der Tresen ist zur provisorischen Anmeldung umgenutzt. Auf Plastikstühlen warten ein paar Leute darauf, dass sie drankommen. Unter ihnen auch Eva und Werner Koßack. „Wir lassen uns sicherheitshalber testen“, sagte Werner Koßack. „Ich gehe heute zum Friseur, da muss ich einen Test mitbringen“, ergänzte seine Frau.

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Der Ratskeller ist derzeit nicht vermietet. Jetzt dient er als Testzentrum, solange das gebraucht wird.
Der Ratskeller ist derzeit nicht vermietet. Jetzt dient er als Testzentrum, solange das gebraucht wird. © Jens Hoyer

Eine Mitarbeiterin der Stadtverwaltung im Vollschutz bittet die beiden einzeln hinter eine blickdichte Stellwand und erklärt das Prozedere. Erst einmal Fieber messen. Dann wird das obligatorische Wattestäbchen für die Probe in die Nasenlöcher geschoben. Nebenan in der Ratskellerdiele warten die Getesteten dann darauf, dass ein Ergebnis vorliegt.

„Wir brauchen noch ein paar Testkits“, ruft eine vollvermummte Mitarbeiterin dem Oberbürgermeister Sven Liebhauser zu. Der telefoniert erst einmal, um Nachschub zu ordern. Liebhauser freut sich, dass die Nachfrage so gut ist. „Wir sind die einzige Kommune im Landkreis, die das selbst organisiert. Zwei Wochen haben wir uns bemüht, ein Testcenter zu etablieren. Aber keiner hat seine Bereitschaft erklärt, das zu machen.“

In wenigen Tagen organisiert

Also griff die Stadtverwaltung zur Selbsthilfe und stellte innerhalb weniger Tage alles auf die Beine. „Wir haben die Voraussetzungen geprüft, welche Räume geeignet sind, ob Mitarbeiter bereit sind, mitzuarbeiten. Ein Dankeschön an alle Beteiligten“ sagte Liebhauser. Die Mitarbeiter wurden vom DRK geschult. Und schließlich wurde auch noch innerhalb eines Tages die nötige EDV bereitgestellt.

Die beiden Computer sind mit einem zentralen Erfassungssystem vernetzt. Dadurch kann auch geprüft werden, ob der kostenlose Test einmal pro Woche schon in Anspruch genommen wurde. Ein Kartenlesegerät für die Krankenkarte soll ab Montag alles noch ein bisschen leichter machen.

Testergebnis auf dem Handy

Franco Hänelt ist mit seinem Kollegen für das EDV-System bei der Stadtverwaltung zuständig. Er erklärt das Prozedere für handyaffine Nutzer der Tests. „Die Bürger bekommen einen Zettel mit einem QR-Code und können sich ein PDF-Dokument herunterladen. Dort gibt es einen zweiten QR-Code, in dem die Inhaber von Geschäften das Testergebnis überprüfen können.“ Wer es nicht so mit der Technik hat, kann sich das Testergebnis auch klassisch ausdrucken lassen.

Das Testcenter ist an drei Tagen in der Woche jeweils für vier Stunden offen. Auch am Markttags-Mittwoch und am Freitag. „Falls jemand am Wochenende Verwandte besuchen will“, sagte Liebhauser. Die Stadt will das Testzentrum betreiben, solange Bedarf besteht. „Wir schauen mal, wie das angenommen wird. Wir können noch einen zweiten Testplatz einrichten.“

Alle Tests negativ

Am ersten Testtag haben sich insgesamt 51 Personen testen lassen. „Das ist ein guter Start“, sagte Liebhauser. Und – alle Tests waren negativ.

Neben der Stadtverwaltung bieten in Döbeln auch die Löwen- und die Ginkgo-Apotheke und die Apotheke an der Oberbrücke kostenlose Tests an. In den anderen Kommunen der Region waren in den vergangenen Tagen ebenfalls Testcenter eröffnet worden. Das in Leisnig wird seit vergangener Woche vom Verein Lebenszeit betrieben, das in Waldheim von der Löwen-Apotheke. In Hartha bieten das DRK und die Ilsen-Apotheke den Service an.

Das städtische Testzentrum im Ratskeller ist montags von 12 bis 17 Uhr, mittwochs von 9 bis 14 Uhr, freitags von 9 bis 14 Uhr geöffnet.

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