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Rolle rückwärts für Döbelner Stadtbus

Nach dem Nahverkehrsplan soll Döbeln Ost I nicht mehr vom Stadtverkehr bedient werden. Laut Landratsamt ist das aber nur ein „Prüfungsauftrag“.

Von Jens Hoyer
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Der Stadtbus hält in Döbeln Ost I derzeit noch an zwei Haltestellen. Die Bewohner wollen, dass das auch in Zukunft so bleibt.
Der Stadtbus hält in Döbeln Ost I derzeit noch an zwei Haltestellen. Die Bewohner wollen, dass das auch in Zukunft so bleibt. © Dietmar Thomas

Döbeln. Eine Rolle rückwärts macht das Landratsamt Mittelsachsen im Falle des umstrittenen Entwurfs des Nahverkehrsplans des Verkehrsverbundes Mittelsachsen (VMS). Die Fortschreibung sieht für den Döbelner Stadtverkehr die Reduzierung von vier auf drei Linien vor, um die Übersichtlichkeit zu erhöhen (DA berichtete). Nach dem Entwurf sollen die Wohngebiete Döbeln Ost I und Sörmitzer Au überhaupt nicht mehr bedient werden.

Die Stadtverwaltung führte dazu jetzt ein Gespräch mit Vertretern des Landratsamtes und Regiobus. Das Ergebnis: „Die Vertreter des Landratsamtes brachten zum Ausdruck, dass es sich bei den Passagen im Nahverkehrsplan um einen verkehrstechnischen Prüfungsauftrag handelt, mit dem neue Möglichkeiten und Anforderungen untersucht werden sollen“, formuliert die Stadtverwaltung in einer Presseerklärung. Eine Umsetzung sei derzeit nicht vorgesehen.

Von "Prüfungsauftrag" steht nichts im Planentwurf

Es soll also erst geprüft werden, ob die Ideen für den Döbelner Stadtverkehr umgesetzt, die Wohngebiete vom Stadtverkehr abgehängt werden können. Davon steht allerdings nichts im Planungsentwurf.

Und auch bei der Stadtverwaltung scheint man das vorher nicht so verstanden zu haben. „Wir hatten dazu eine fundierte und detaillierte Stellungnahme abgegeben“, sagte Oberbürgermeister Sven Liebhauser (CDU). Die aber offensichtlich bisher nicht beachtet wurde.

Der Planungsentwurf, den ein Fachbüro erarbeitet hatte, wurde am 18. Juni von der Verbandsversammlung des VMS beschlossen und dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr zur Genehmigung vorgelegt. Nach einer Anfrage des Döbelner Anzeigers beim Landratsamt im September war von einem „Prüfungsauftrag“ für den Döbelner Stadtverkehr keine Rede.

Stadtbusse bedienen weiter alle Haltestellen

Zumindest in der nächsten Zeit werden die Stadtbusse der Linien A, B, C und D weiter rollen wie bisher. Die Routen werden auch im kommenden Jahr beibehalten und alle bisherigen Haltestellen angefahren, so die Stadtverwaltung.

Auch die Wohnungsgenossenschaft Fortschritt, deren Mieter in Ost I in besonderen Maße betroffen sind, hatten gegen die Pläne protestiert. Gerade im Wohngebiet Döbeln Ost I leben viele ältere Menschen, die auf den Bus angewiesen sind. Liebhauser übergab in der Beratung eine Unterschriftensammlung von Bürgern, die sich für den Erhalt der Stadtbuslinien aussprechen.

Drei neue übersichtliche Buslinien

Das Nahverkehrskonzept sieht für den Döbelner Stadtverkehr drei weniger verschachtelte Linien vor. Die Stadtlinie A soll demnach künftig im 30-Minuten-Takt das Gewerbegebiet Ost, die Unnaer Straße, das Krankenhaus bedienen und über die neue Muldenbrücke weiter zum Busbahnhof, Hauptbahnhof und Zschepplitzer Straße fahren.

Die Stadtlinie B fährt im Stundentakt Masten, den Hauptbahnhof, den Busbahnhof, das Krematorium, Neudorf und Ebersbach an. Die Stadtlinie C soll im Stundentakt von Gärtitz über Pommlitz, die Muldenterrasse, über Nordstraße und Busbahnhof zum Hauptbahnhof fahren.