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Rückblick: Wie der Erdbeerkönig nach Döbeln kam

Die Firma Karls will ein Erlebnisdorf in Döbeln Nord bauen. Eigentlich war erst ein anderer Standort vorgesehen.

Robert Dahl (links) sitzt mit OB Sven Liebhauser im Büro des Notars Andreas Preißler, vor sich haben die beiden die Kaufverträge für 17 Hektar Land an der A 14 in Döbeln Nord liegen.
Robert Dahl (links) sitzt mit OB Sven Liebhauser im Büro des Notars Andreas Preißler, vor sich haben die beiden die Kaufverträge für 17 Hektar Land an der A 14 in Döbeln Nord liegen. © Dietmar Thomas

Döbeln. Zwei Männer sitzen an einem Tisch, ein dritter steht im Hintergrund. Kein spektakuläres Bild, aber vielleicht das wichtigste, das in diesem Jahr in Döbeln gemacht wurde. Der eine ist Döbelns Oberbürgermeister Sven Liebhauser, der andere ist der Unternehmer Robert Dahl, Chef von Karls Erlebnis-Dorf. Die beiden haben am 16. September beim Notar Andreas Preißler einen Kaufvertrag über 17 Hektar Land am Schnittpunkt von B 169 und A 14 in Döbeln Nord geschlossen.

Gut gehütetes Geheimnis

Es war die Überraschung und ein sehr gut gehütetes Geheimnis, dass Karls nach Döbeln kommt. Eigentlich hatten Dahl eine – allerdings erheblich kleinere – Fläche in Bannewitz bei Dresden für das erste Erlebnis-Dorf in Sachsen vorgesehen. Aus dem Kauf des Grundstücks wurde nichts. Die Alternative bot sich in Döbeln an, in der Mitte von Sachsen zwischen den Großstädte Dresden, Leipzig und Chemnitz. Liebhauser hatte den Kontakt zu Dahl gesucht und ihn vom Standort überzeugt. Der Unternehmer sagte danach, er weiß selbst nicht, warum er nicht gleich auf die Idee gekommen ist, sich in Döbeln anzusiedeln.

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Das 17 Hektar große Gelände liegt direkt an an der Schnittstelle von B 169 und A 14.
Das 17 Hektar große Gelände liegt direkt an an der Schnittstelle von B 169 und A 14. © Dietmar Thomas

Die Voraussetzungen sind nicht nur wegen der verkehrsgünstigen Lage gut. In Döbeln hat Dahl ausreichend Platz, seine Pläne umzusetzen. Für das Gelände existiert schon der Entwurf eines Bebauungsplans, denn auf dem Gelände sollte schon einmal eine Musterhaussiedlung entstehen. Die Pläne eines Gröditzer Unternehmens hatten sich aber in der Finanzkrise zerschlagen. Jetzt muss ein anderer Bebauungsplan für Karls Erlebnis-Dorf verabschiedet werden. Das kann dauern. Allein für das Begleitgutachten muss Flora und Fauna auf der Baufläche ein Jahr lang beobachtet werden. Dahl wollte eigentlich Mitte 2022 den Park eröffnen. Diesen Optimismus teilt das Planungsamt er Stadt nicht unbedingt.

13 Millionen Euro werden investiert

In der ersten Ausbaustufe will der Unternehmer 13 Millionen Euro in dem Erlebnispark verbauen. Es entstehen Geschäfte für Produkte rund um die Erdbeere, Gastronomie und jede Menge Attraktionen für Kinder und Familien. In den Manufakturen werden Marmeladen, Eis, Bonbons, Seife und Popcorn hergestellt. Auch Brot und Kuchen werden gebacken und Café geröstet. Außerdem will Karls in Döbeln ein Hotel mit 200 Betten bauen. Das Erlebnis-Dorf könnte im Jahr um die 500.000 Besucher anlocken, die von 85 fest angestellten Mitarbeitern betreut werden.

Fünf Erlebnis-Dörfer

Auch die umliegenden Sehenswürdigkeiten könnten von Karls Erlebnis-Dorf profitieren. Wie Dahl sagte, hat das Unternehmen in Berlin und Schleswig Holstein Werbepartnerschaften mit den Betreibern beliebter Ausflugsziele. Hotelgäste blieben im Durchschnitt drei Tage und könnten auch in die Umgebung ausschwärmen.

Karls betreibt in Deutschland derzeit fünf Erlebnisdörfer im Norden und bei Berlin. Außerdem ein Café mit Verkauf in Sachsen-Anhalt. Begonnen hatte alles mit einem Erdbeerdorf in Rövershagen bei Rostock. Dahl ist nämlich auch der größte Erzeuger von Erdbeeren in Deutschland. Sie werden in der Erdbeersaison an mehr als 400 Verkaufsständen an den Kunden gebracht.

Den Namen Karls hat das Unternehmen übrigens von Dahls Großvater, der den Vorläufer des Betriebs 1921 in Rövershagen gegründet hatte. Die Familie war nach dem Krieg nach Schleswig-Holstein gegangen und hatte sich eine neue Existenz auf- und irgendwann nur noch Erdbeeren angebaut. 1992 kam Robert Dahl nach Rövershagen zurück und begann am alten Standort mit dem Anbau von Erdbeeren. Damals entstand auch der Erdbeerhof, der 2001 in Karls Erlebnis-Dorf umbenannt wurde. Praktisch als Blaupause für alle anderen Erlebnis-Dörfer.

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