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Seit 25 Jahren für den Feuerwehrnachwuchs da

Spielerisch, aber mit Spannung lernen - das ist das Erfolgsrezept von Feuerwehrmann Uwe Frenzel. Der Niederstriegiser gibt sein Wissen weiter.

Nicht nur mit Löschwasser sollten sich Feuerwehrleute gut auskennen, sondern auch sicher im Wasser agieren können. Deshalb ist Jugendwart Uwe Frenzel mit seiner Jugendtruppe auch regelmäßig im Schlauchboot unterwegs.
Nicht nur mit Löschwasser sollten sich Feuerwehrleute gut auskennen, sondern auch sicher im Wasser agieren können. Deshalb ist Jugendwart Uwe Frenzel mit seiner Jugendtruppe auch regelmäßig im Schlauchboot unterwegs. © Lars Halbauer

Von Dagmar Doms-Berger

Roßwein/Niederstriegis. Für Uwe Frenzel aus Niederstriegis gehört die Feuerwehr zu seinem Leben wie seine Familie.

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Seit 35 Jahren ist er Feuerwehrmann, zunächst in Grunau, seit 1990 in Niederstriegis. Und seit 25 Jahren sorgt er als Jugendfeuerwehrwart für den Nachwuchs in den aktiven Reihen der Freiwilligen Feuerwehr.

Die Jugendfeuerwehr Niederstriegis gibt es seit 1992. Momentan sind vier Jungen und ein Mädchen in der Jugendfeuerwehr. Sie sind 14 und 16 Jahre alt und „eine dufte Truppe“, sagt Uwe Frenzel.

Eine dufte Truppe ist wichtig

In den zurückliegenden Jahren hat er insgesamt 42 Kindern das Einmaleins des Brandschutzes und der Katastrophenabwehr beigebracht und sie begeistert für die Feuerwehr-Technik. Aber das sei längst nicht alles, so der 55-Jährige.

Wichtig sei vor allem, dass die Kinder eine gute Gruppe sind, sich in der Gemeinschaft wohlfühlen und ein Zusammengehörigkeitsgefühl entwickeln. Das ist auch der entscheidende Grund, weshalb Tochter Alina (14) dabei bleibt. Früher war es vor allem die Technik, die sie faszinierte, heute ist es der gute Zusammenhalt der Gruppe. Sie ist seit ihrem achten Lebensjahr in der Jugendfeuerwehr und wollte eigentlich viel früher „mit ihrem Papa mitmachen“.

Acht Jahre aber sind das Mindestalter, um einer Jugendfeuerwehr beitreten zu können. Neben Alina gehören Nils Taubert, Florian Barth, Florian Fiedler und Max Rösiger zum Feuerwehr Nachwuchs von Niederstriegis.

Nur ein Teil wechselt in die aktive Wehr

Ob sie nach ihrem vollendeten 16. Lebensjahr die aktiven Reihen unterstützen werden, wird sich zeigen. Die meisten verabschieden sich im Erwachsenenalter. Etwa zehn Leute aus Frenzels Jugendtruppe sind später aktive Feuerwehrmänner geworden. 

Nicht alle von ihnen sind in Niederstriegis geblieben, manche sind weggezogen und verstärken anderswo die Reihen der örtlichen Wehren. „Die Nachwuchsgewinnung ist ein Problem“, sagt Uwe Frenzel. „Es rücken nicht genug nach.“ 

Die Niederstriegiser Feuerwehr hat derzeit 16 Mitglieder, 24 waren es einmal. Für Frenzel hängt der Mitgliederschwund auch mit der Tatsache zusammen, dass es früher mehr Menschen gegeben habe, die etwas unentgeltlich gemacht haben. Und es erfordert vor allem Zeit. 

"Man muss die Kinder bei Laune halten"

Rund sechs Stunden in der Woche ist Uwe Frenzel für seine Jugendgruppe aktiv. Das hört sich zunächst nicht viel an. Im Sommer kämen auch mehr Stunden zusammen, so Frenzel. Alle drei Jahre muss er auch seine Befähigung als Jugendwart erneuern.

Was aber ist das gewisse Etwas, um Kinder für die Feuerwehr zu begeistern? Frenzels Rezept: Man muss die Kinder bei Laune halten, ihnen spielerisch, aber spannend das feuerwehrtechnische Wissen vermitteln. Diese finden für die Jugendlichen alle 14 Tage an einem Sonnabend statt, von 9.30 bis 12 Uhr.

Sie lernen, mit der Löschtechnik umzugehen und dass Team-Arbeit eine Grundvoraussetzung ist. Momentan gibt es wegen der Corona-Beschränkungen keine Treffen. 

Gemeinsam auf Tour fürs Wir-Gefühl

Daneben sind es vor allem die gemeinsamen Unternehmungen, die die Kinder zur Stange halten. Sport, Spiel, Zeltlager und Wettkämpfe. Beim Löschangriff sind die Kinder mit voller Konzentration dabei und geben alles. Frenzel erinnert an die Wettkämpfe in Brösen, von denen die Kinder stets mit Begeisterung erzählen. 

Weiterhin nehmen die Niederstriegiser jährlich am Freundschaftszeltlager mit den Jugendlichen aus Roßwein, der Stadt Wehlen und Haßlau teil. Das Treffen geht auf die Hilfe der Roßweiner für die Stadt Wehlen beim Hochwasser 2013 zurück. 

Die Feuerwehr Niederstriegis pflegt weitere freundschaftliche Kontakte nach Norddorf in Schleswig-Holstein und nach Dudweiler, einem Stadtteil der saarländischen Landeshauptstadt Saarbrücken, von denen auch die Jugendfeuerwehr profitiert. „Wir waren dort schon im Zeltlager, die Kontakte sind gut und freundschaftlich“, so Frenzel.

Durch Zufall zum Chefposten

Zum Jahresabschluss gibt es immer eine Extra-Unternehmung, etwa einen Bowling-Abend oder eine Fahrt ins Riff nach Bad Lausick. „Wir haben auch schon gemeinsam einen Weihnachtsmarkt besucht“, so der Jugendleiter. Wohin sie in diesem Jahr fahren können, steht noch nicht fest, denn die Frage ist, was mit den im Dezember geltenden Corona-Bestimmungen überhaupt möglich ist.

Zum Jugendleiter gekommen ist Uwe Frenzel durch Zufall. Wehrleiter Michael Hengst hatte ihn damals gebeten, die Betreuung der Jugendlichen für kurze Zeit ersatzweise zu übernehmen. Seitdem hat er den Posten, der ihm viel Spaß bereitet.

 Er hofft, dass er noch ein paar Jahre für die Jugendlichen da sein kann. Einen Nachfolger hat er sich schon ausgeguckt. Für Frenzel ist seine Jugendtruppe nicht nur irgendeine Gruppe, die er als Jugendwart betreut, sondern „ wie eine Familie“, sagt er.

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