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Döbeln

Spieleabend und Schritte sammeln

Die Winterferien neigen sich dem Ende zu. In denen war der Einfallsreichtum der Schüler gefragt – wie selten zuvor.

Wer Geschwister hat, der ist oft gut über die Ferienzeit gekommen. Wegen Corona durften sich Freunde kaum treffen in diesen besonderen Winterferien.
Wer Geschwister hat, der ist oft gut über die Ferienzeit gekommen. Wegen Corona durften sich Freunde kaum treffen in diesen besonderen Winterferien. © Lars Halbauer

Lars Halbauer

Region Döbeln. Ferien unter Lockdown-Auflagen: nur im 15-Kilometer-Radius bewegen, keine Ausflüge in Skigebiete und nur mit wenigen Freunden treffen. Den Schülern in Sachsen wurde es nicht leicht gemacht, ihre lernfreie Zeit so zu verbringen, dass der Spaß nicht auf der Strecke bleibt. Wir haben uns umgehört, ob und wie das gelungen ist.

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Während es im Januar schöne Tage mit reichlich Schnee gab, bot das Ferienwetter einen eher tristen grauen Anblick: Regen, Wind, graue Wolken. Trotzdem schlagen sich die Kinder und Jugendlichen mit eigenen Ideen durch den Tag.

Der 16-jährige Jonas aus Stockhausen steht kurz vor den Abschlussprüfungen. In den Ferien will er sich entscheiden, welche Fächer abgewählt werden und in welchen Fächern er sich prüfen lässt. „Das muss ich mit meinen Eltern mal durchgehen, dafür werden wir wohl etwas Zeit brauchen.“

Jonas erzählt, dass er die Winterferien eigentlich fürs Skifahren nutzt. Das fällt in dieses Jahr natürlich flach. „Statt Skifahren gehe ich manchmal etwas laufen, so als Ausgleich. Und ich habe zuhause Brownies gebacken, die sind bei allen gut angekommen, obwohl es der erste Versuch war“, berichtet er. Abends treffe er sich online mit seinen Freunden. „Wir zocken Online-Games und erzählen uns, was tags so passiert ist.“ Sein größter Wunsch aktuell ist, dass sich endlich alle mal wieder „in echt“ treffen und etwas unternehmen können.

Corona-Ferien sind wie Sonntag

Auch die 15-jährige Letizia aus Hartha wünscht sich das „normale Leben“ zurück: Dass es erlaubt ist, sich mit Freunden zu treffen und mal Party zu machen. „Eigentlich fühlen sich Corona-Ferien wie ein Sonntag an: Zuhause bleiben, lange schlafen, mit Freunden telefonieren und online schauen, was so die neuen Trends sind.“

Letizia berichtet, dass sie in der Corona-Zeit Lust und Freude am Backen und Kochen bekommen hat: „Bei Insta und Tiktok kann man sich gute Inspirationen holen und dann selbst ausprobieren.“

Dass man sich nicht treffen kann, nervt auch den 11-jährigen Levin aus Hartha sehr: „Wir würden grade eigentlich im Skiurlaub sein und müssen jetzt zuhause bleiben. Immerhin können wir bei uns im Garten Fußball spielen, manchmal mache ich mit meinem Bruder auch mal ein kleines Lagerfeuer an unserer selbstgebauten Feuerstelle.“

Die Verbindung zu seinen Freunden hält er wie im Homeschooling über Whatsapp „Sonst verliert man ja den Kontakt“, begründet er. Cool findet der Gymnasiast dann doch irgendwie, dass mehr Zeit für die Familie und zum Beispiel für Spiele wie Cluedo, wo man einen Mörder stellen muss, ist. Allerdings hat er auch bemerkt: „Man verbringt gerade viel Zeit in der Jogginghose.“

Spazieren gehen kommt in Mode

Zu diesen besonderen Zeiten kommt Spazieren gehen offenbar wieder in Mode. Der Radweg zwischen Hartha und Waldheim oder die vielen Wanderwege rund um Kriebstein sind einige gute Ziele für Frischluftfans. Das weiß der 11-jährige Moritz aus Hartha jetzt. Er nimmt in den Ferien an einer „Schritt-Challenge“ teil. „Ziel ist es, innerhalb von 14 Tagen drei Millionen Schritte gemeinsam mit vielen anderen Menschen zu sammeln. Da gehen wir jetzt jeden Tag raus und versuchen 10.000 Schritte zu schaffen.“

Weiter erzählt Moritz: „Corona ist blöd, weil man nirgends hinkann. Immerhin waren wir vor den Ferien immer mal Schlittenfahren. Das Skifahren fehlt mir aber schon sehr. Zuhause spielen wir jetzt immer mal Karten und Brettspiele und abends gucken wir oft Filme – also Heimkino.“

Die Eltern zum Internet-Shoppen überreden

Langeweile will auch in Steina bekämpft werden. Die zehnjährige Roxy lässt den Tag ganz relaxt angehen, erzählt sie: „Lange schlafen, schön frühstücken und bei Tiktok gucken – das mag ich gern. Weil man gerade ja nirgends shoppen kann, versuche ich, Mama und Papa zu überreden, im Internet Klamotten zu bestellen. Es ist so langweilig, dass man nicht raus darf.“

Zumindest weniger als in üblichen Ferien: „Manchmal treffe ich mich doch mit einer Freundin und wir spielen draußen.“ Zumeist bleibe es aber bei Telefongesprächen. „Wir wollen uns endlich wieder häufiger sehen“, wünscht sich Roxy.

Die Schüler in der Region Döbeln passen sich der Situation offensichtlich gut an. Die Ferien waren ganz sicher anders als sonst. Statt Skifahren im Freien gibt es Skifahren vor der Wii-Station im Wohn- oder Kinderzimmer. Statt Tiroler Spezialitäten liegt Selbstgekochtes nach Online-Rezepten auf dem Abendbrotteller. Irgendwie scheint jeder doch etwas Gutes aus den unterrichtsfreien Tagen gemacht zu haben.

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