merken
PLUS Döbeln

Weshalb keine Stadt-Eigenheime in Roßwein?

Diese Frage beschäftigt einige Roßweiner Stadträte. Und auch Leser haben ähnlich auf den Bericht über neue Eigenheime in Niederstriegis reagiert.

In einem Zukunftforum haben Planer schon Anfang 2017 mehrere Varianten der "neuen" Mühlstraße in Roßwein vorgestellt. Auch eine Variante der Bebauung mit Stadt-Eigenheimen war darunter.
In einem Zukunftforum haben Planer schon Anfang 2017 mehrere Varianten der "neuen" Mühlstraße in Roßwein vorgestellt. Auch eine Variante der Bebauung mit Stadt-Eigenheimen war darunter. © Archiv: André Braun

Roßwein. In Niederstriegis wird der Eigenheimstandort zwischen dem Schweizer Berg und dem Ortseingang erweitert. Zumindest haben die Stadträte mit dem Beschluss zum Aufstellen eines Bebauungsplanes dafür die ersten Schritte eingeleitet.

Für Haßlau ist ein ähnlicher Beschluss noch einmal vertagt worden, nachdem sich Einwohner der Ortschaft zu Wort gemeldet haben. Doch müssen neue Wohngebiete wirklich an den Rändern der Ortschaften entstehen?

TOP Immobilien
TOP Immobilien
TOP Immobilien

Finden Sie Ihre neue Traumimmobilie bei unseren TOP Immobilien von Sächsische.de – ganz egal ob Grundstück, Wohnung oder Haus!

Eigentumsfrage ist entscheidend

„Gibt es im Zentrum nicht noch genug Flächen, die entsiegelt und dann vielleicht neu bebaut werden können?“, wollte Stadtrat Steffen Thiele (SPD) wissen. Dieser Eindruck kann durchaus entstehen. Doch in der Mehrzahl sind es keine städtischen Grundstücke, auf denen noch Industriebrachen stehen. Die Flächen gehören Privateigentümern, die dann entscheiden, was damit passiert.

Außerdem würde es die Grundstückspreise um einiges verteuern, wenn vorm Neubau erst alte Bausubstanz abgerissen werden muss. Bauträger haben sich das an verschiedenen Standorten im Stadtgebiet schon durchgerechnet, wie einer dem Döbelner Anzeiger sagte.

Nicht jeder will verkaufen

Ähnlich sieht es mit dem Gedanken aus, an einem Eigenheim Interessierte ins Stadtzentrum „umzulenken“, sie für eine alte Immobilie zu begeistern. Auch hier geht es oftmals um Privateigentum.

„Und die meisten wollen ihr Haus auch gar nicht verkaufen, weil sie hoffen, dass ihre Enkel irgendwann einmal zurückkommen“, sagte Regionalmanagerin Steffi Möller. Sie betreut Familien, die mit EU-Fördergeld eine alte Immobilie im ländlichen Raum sanieren wollen, aber Probleme haben, verkaufswillige Eigentümer zu finden.

Wie die Meinung der Stadträte, so gehen auch die der SZ-Leser auseinander. Unter den Facebook-Beitrag über die Erweiterungspläne für den Eigenheimstandort Niederstriegis kommentierte eine Nutzerin, dass sie selbst gepflegte Wohngebiete gut findet.

Aber es gibt auch gegensätzliche Meinungen. Ein Roßweiner zeigt Unverständnis über die Pläne für die grüne Wiese, während in Roßwein bald Häuserzeilen abgerissen werden. Er befürchte, dass die Ortskerne zu Parkplätzen und drumherum die letzten Felder zugepflastert werden.

Neue Häuser in der Altstadt wären denkbar

Eine Änderung der bisherigen Strategie könnte sich auch ein anderer Leser gut vorstellen. Er schlägt vor, erst einmal in der Altstadt Roßweins Revue zu machen, Leerstehendes und nicht mehr Sanierungsfähiges wegzureißen. Da gebe es genügend Flächen, ehe bestes Ackerland genutzt werden müsse.

Weiterführende Artikel

Hickhack um neues Wohngebiet in Roßwein

Hickhack um neues Wohngebiet in Roßwein

Nachdem Einwohner des Ortes zu Wort gekommen sind, wollen die Abgeordneten noch einmal nachdenken. Eine schwierige Entscheidung wird es allemal.

Genau das ist eine Option für die Mühlstraße. Allerdings hat die Kommune dort zunächst viele Jahre gebraucht, um Eigentümer von maroden Immobilien zu werden. Jetzt ist das bei mehreren zusammenhängenden Grundstücken gelungen. Der Abriss könnte bei Förderzusage 2022 erfolgen. Dann ist dort Platz für Stadteigenheime – allerdings nur wenige.

Mehr zum Thema Döbeln