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Wie Schulen im Raum Döbeln lüften

Alle 20 Minuten sind die Fenster weit zu öffnen. So soll das Stoßlüften funktionieren. Aber: Nicht alle Fenster lassen sich überhaupt öffnen.

Petra Seidel, Leiterin der Grundschule in Mochau, achtet darauf: Nach 20 Minuten wird das Unterrichtszimmer gelüftet.
Petra Seidel, Leiterin der Grundschule in Mochau, achtet darauf: Nach 20 Minuten wird das Unterrichtszimmer gelüftet. © Dietmar Thomas

Von Dagmar Doms-Berger

Region Döbeln.
Um Schüler und Lehrer vor dem Coronavirus zu schützen, ist in den Hygienekonzepten der Schulen auch das Lüften verankert – neben der Maskenpflicht und den Abstandsregeln.

Das Umweltbundesamt hat den Schulen über das Kultusministerium und das Landesamt für Schule und Bildung Empfehlungen für die Belüftung der Klassenzimmer in der Corona-Pandemie gegeben. So sollen während des Unterrichts alle 20 Minuten für drei bis fünf Minuten die Fenster weit geöffnet werden – sogenanntes Stoßlüften. Die Bedingungen sind von Klassenraum zu Klassenraum aber unterschiedlich.

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Die Grundschule Mochau hat feste Lüftungszeiten eingerichtet: 20, 40 und zur vollen Stunde werden die Fenster geöffnet. Zur Erinnerung steht dies auch auf Plakaten, die überall ausgehängt sind. Allerdings lassen sich in den Klassenräumen nicht alle Fenster öffnen. Die Grundschüler werden aktiv in das Lüftungsritual mit einbezogen. 

Phil ist in seiner Klasse fürs Lüften zuständig.
Phil ist in seiner Klasse fürs Lüften zuständig. © Dietmar Thomas

„Für jede Klasse sind sogenannte ‚Lüftungsverantwortliche‘ benannt worden, also Schüler, die darauf achten, dass die Lüftungszeiten eingehalten werden“, sagt Schulleiterin Petra Seidel. Bisher habe dies gut funktioniert. 

Vorsorglich wurde den Kindern gesagt, dass sie einen zusätzlichen Pullover oder eine Jacke bereitlegen können. Bislang blieben die Fenster meist länger geöffnet als nötig. Aber bisher waren auch die Temperaturen noch nicht so eisig.

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Bauliche Hindernisse gibt es auch an der Oberschule Leisnig. Dort lassen sich die Fenster nach Auskunft von Schulleiterin Kristin Dorias-Thomas nicht vollständig öffnen, sondern nur ankippen. Um für Frischluftzufuhr zu sorgen, bleiben daher während der gesamten Pause die Fenster angekippt und die Türen weit geöffnet, um für einen Luftaustausch zu sorgen. 

Zusätzlich wird während der Schulstunde noch einmal für mindestens drei Minuten gelüftet. Frieren muss niemand. Die Schüler dürfen ihre Jacken bei Bedarf anziehen, was ansonsten nicht erlaubt ist, so die Schulleiterin. Gestattet sei auch, dass sich die Schüler eine Decke mitbringen.

Bisher noch keine Eiszapfen an der Nase

Auch im Berufsschulzentrum Döbeln lassen sich nach Auskunft von Schulleiterin Katrin Neumann nicht alle Fenster öffnen. Bei den unteren Teilfenstern sei der Knauf aus Sicherheitsgründen mal abmontiert worden. Die frische Luft komme durch die oberen Fenster. Diese werden, so wie es in der Empfehlung steht, alle 20 Minuten weit geöffnet. „Da gibt es hier und da schon mal ein Meckern von den Schülern, weil es frisch ist, aber offizielle Beschwerden hat es deswegen noch nicht gegeben“, so die Schulleiterin.

Die Gebäude des Lessing-Gymnasiums Döbeln sind saniert, die Fenster lassen sich alle öffnen, sodass der Luftaustausch reibungslos funktioniert. Die etwas niedrigere Raumtemperatur nach dem Lüften sei bisher ebenso auszuhalten gewesen, so Schulleiter Michael Höhme. „Bisher waren auch die Temperaturen noch nicht so niedrig, dass jemand über Eiszapfen an der Nase klagen konnte.“

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In den Heimerer Schulen Döbeln haben die Lehrkräfte den Ordnungsdienst der jeweiligen Klasse mit der Lüftung beauftragt. Die Schüler, die Ordnungsdienst haben, dürfen dafür ihr Handy eingeschaltet lassen. Die Fenster ließen sich alle öffnen, teilt die Schulverwaltung mit. Auf die Einhaltung der Coronaregeln werde sehr geachtet, da die Heimerer-Schüler eng mit der Praxis verknüpft und viel in Betrieben unterwegs sind.

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