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Kläranlage bleibt Problemfall

Den Anwohnern stinkt es gewaltig. Und das schon seit 2016. Jetzt hat es wieder eine Beratung gegeben.

Der Zschaitzer Bürgermeister, die Räte und auch Veolia rufen die Bürger dazu auf, das Unternehmen zu informieren, wenn die Kläranlage wieder einmal stinkt. Nur so ist eine Ursachenforschung möglich.
Der Zschaitzer Bürgermeister, die Räte und auch Veolia rufen die Bürger dazu auf, das Unternehmen zu informieren, wenn die Kläranlage wieder einmal stinkt. Nur so ist eine Ursachenforschung möglich. © Thomas Kube

Zschaitz. Es ist eine bisher nicht enden wollende Geschichte. Zuerst gab es jahrelange Diskussionen zum Standort der zentralen Kläranlage in Zschaitz. Dann war dieser in der Nähe des Sportplatzes als Kompromiss gefunden.

„Uns wurde eine kleine, nicht riechende Anlage versprochen“, so Bürgermeister Immo Barkawitz (parteilos). Seit Ende April 2016 ist die Kläranlage nun in Betrieb und es gibt bisher nur Ärger wegen Geruchs- und Lärmbelästigung.

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Der Lärm soll nun mit Geräuschdämpfern an der Kläranlage und am Pumpwerk der Feuerwehr beseitigt worden sein. Aber der Gestank ist geblieben. „Wir können froh sein, dass die Anlage nicht in Baderitz gebaut worden ist. Da hätte sie sehr nah an der Ortslage gestanden“, so der Bürgermeister zur Ratssitzung.

Stoßweise Geruchsbelästigung

Auch da war die Kläranlage wieder Thema. Denn es gab kürzlich einen Vor-Ort-Termin mit Gemeinderäten, Immo Barkawitz, dem Geschäftsführer des Abwasserzweckverbandes (AZV) Döbeln-Jahnatal, Stephan Baillieu, und Alexander Zschocke, stellvertretender Bereichsleiter Abwasser der Veolia Wasser Deutschland GmbH.

„Während der Begehung konnten die Teilnehmer in bestimmten Abständen stoßweise Geruchsabsonderungen feststellen, allerdings nicht permanent“, sagte Alexander Zschocke.

So sieht die Kläranlage in Zschaitz aus.
So sieht die Kläranlage in Zschaitz aus. © Archiv/Dietmar Thomas

Kontrollmessungen beauftragt

„Mit dem Hersteller der Anlage, die Firma Dolge, stehen wir regelmäßig im Austausch. Sie hat in den vergangenen Monaten regelmäßig die Geruchsaustritte an der Kläranlage gemessen, jedoch immer nur über einen kürzeren Zeitraum“, sagte Zschocke. Da bei der Begehung aufgefallen sei, dass stoßweise Gerüche aus der Kläranlage treten, wurde die Firma beauftragt, Kontrollmessungen über einen längeren Zeitraum vorzunehmen.

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„Wir erhoffen uns davon weitere Erkenntnisse, um gezielt etwas gegen die Geruchsbildung unternehmen zu können“, so der Bereichsleiter Abwasser.

Die Firma Dolge sei bereit, die Ergebnisse bei einem weiteren gemeinsamen Termin mit dem Gemeinderat und den Bürgern vorzustellen.

Sauerstoffanteil im Wasser soll erhöht werden

„In Abstimmung mit dem AZV Döbeln-Jahnatal haben wir bereits im vergangenen Jahr zwei Abluftfilter eingebaut, um Geruchsbelästigungen im Umfeld der Anlage möglichst zu reduzieren“, so Tina Stroisch, Leiterin Unternehmenskommunikation/Marketing von Veolia.

In regelmäßigen Abständen seien Kontrollen durchgeführt und die Anlage durch den Anlagenhersteller gewartet worden.

Außerdem soll eine weitere Pumpe auf der Kläranlage eingebaut werden, damit das Abwasser zirkulieren kann und so ständig in Bewegung bleibt. Es könnte sein, dass sich die Gerüche durch stehendes Abwasser entwickeln, so die Pressereferentin.

„Durch eineRezirkulation könnten wir den Sauerstoffanteil im Wasser erhöhen. Es gibt dazu bereits auf anderen Anlagen erfolgversprechende Anwendungen. Wir wollen diese Lösung daher ebenso zusätzlich einsetzen und hoffen, dass die Gerüche dann nicht mehr auftreten.“

Anruf bei Gestank

„Wir bitten die Bürger darum, uns zeitnah zu informieren, wenn sie im Umfeld der Kläranlage störende Gerüche wahrnehmen. Nur dann können wir der Sache gezielt auf den Grund gehen und Abhilfe schaffen“, so Zschockelt.

Unter der kostenlosen 24-Stunden-Rufnummer 0800 9356702 sei das Unternehmen jederzeit erreichbar.

Auch Gemeinderat Jörg Fritzsche (Freie Wähler) appellierte noch einmal an die Bürger, bei Geruch die Notfallnummer zu wählen. „Nur so können wir vielleicht herausfinden, warum es aus der Anlage stoßweise stinkt“, so Fritzsche.

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