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Die Harthaer Spielefachfrau

Zum zweiten Mal hat die Bibliothek erfolgreich einen Förderantrag bei „Spiel des Jahres“ gestellt. Diesmal ging es um besondere Menschen.

Sophia Wolfram arbeitet in der Bibliothek in Hartha. Sie ist unter anderem die Spielfachfrau.
Sophia Wolfram arbeitet in der Bibliothek in Hartha. Sie ist unter anderem die Spielfachfrau. © Lars Halbauer

Hartha. Wer kennt das nicht? Spielanleitungen sind nicht immer so geschrieben, dass sofort die Vorfreude aufs Spielen geweckt wird. Oft gibt es umständliche Formulierungen oder jede Menge Zubehör. Eine, die sich mit vielen Spielen auskennt, ist Sophia Wolfram, Mitarbeiterin der Harthaer Bibliothek.

Wer sich in der Einrichtung ein oder mehrere Spiele ausleiht, wird umfassend beraten. Da geht es um Spiele, die für bestimmte Altersgruppen bestimmt sind, die Fähigkeiten fördern, die nur Spaß machen oder die sehr knifflig sind. Klassische Brettspiele kennt jeder: Mensch ärgere dich nicht, eine Runde Schach oder doch für den etwas längeren Abend ein Spiel Monopoly mit Freunden.

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 Trotz der zahlreichen mobilen Spiele auf Handy, Tablet oder Computer ist das analoge Brettspiel weiterhin sehr beliebt, wie Umfragen zeigen. Das kann auch Sophia Wolfram bestätigen. Doch sie will noch mehr.

Kooperation mit der Lebenshilfe

Ihr ist es wichtig, dass Menschen mit einem Handicap an neue Spiele herangeführt werden. Deshalb gibt es seit mehr als einem Jahr eine Kooperation mit dem Verein Lebenshilfe, der in Hartha ein Wohnheim betreibt. Einmal im Monat kommt eine Gruppe zu Besuch in die Bibliothek. „Es gibt da schon feste Rituale“, so Sophia Wolfram.

 Begonnen wird mit einem Quiz. Dann wird gesungen. Begleitet wird das Ganze mit Kindergebärdensprache. Nachdem die Vorfreude geweckt wurde, geht es mit dem Spielen los. „Es werden auch Spiele mit in die Einrichtung genommen. Dann erzählen die Betreuer, wie sie bei den Bewohnern angekommen sind“, so die Bibliotheksmitarbeiterin.

 Weil wegen Corona ein Besuch der Gruppe nicht immer möglich war und künftig auch nicht sein wird, holen die Betreuer Spiele ab. Dann gibt die Spielfachfrau entsprechende Empfehlungen. Weil ihr die Zusammenarbeit mit den Menschen mit Handicap so viel Freude bereitet, passte das Förderprogramm von Spiele des Jahres „Über‘n Tellerrand geschaut: Generation Verspielt nochmal!“ genau. 

Bei diesem sollen Menschen mit einem Handicap neue Spiele kennenlernen und mit Hilfe dieser Fähigkeiten wie Konzentration, räumliches Denken oder das Lösen von Problemen lernen oder ausbauen.Der Förderantrag und die Erläuterungen der Zusammenarbeit kamen bei der Jury an. Und so gehört die Harthaer Bibliothek zu den 34 Einrichtungen in Deutschland, die für das Förderprogramm ausgewählt wurden. 

Neue Spiele gekauft

Mit der finanziellen Unterstützung konnten wieder neue Spiele angeschafft werden. „Bei der Auswahl haben wir Wert darauf gelegt, dass die Spiele verständlich und die Spielregeln leicht zu verstehen sind“, sagte Sophie Wolfram. Wichtig sei ihr die Förderung der Wahrnehmung, der Grobmotorik, des logischen und des vernetzten Denkens. 

„Es macht Spaß, die Spiele auszusuchen, auch wenn es mit viel Recherchearbeit verbunden ist. Ich bin auch bei vielen Webinaren dabei, wenn Spieleneuheiten vorgestellt werden“, so die Bibliotheksmitarbeiterin. Sie gibt nun ihre Fachkenntnisse auch an Mitarbeiter einer Tagespflege und einer weiteren Einrichtung weiter. Die holen die Spiele ab und bekommen gleichzeitig Hinweise zum Spielablauf. Manchmal werden die Regeln abgeändert, so dass es für Menschen mit Handicap leichter wird.

Einladung zum Spieletag

Von den Fachkenntnissen, die sich Sophia Wolfram angeeignet hat, profitieren alle Besucher der Bibliothek. Denen gibt sie nicht nur Empfehlungen und Erläuterungen, sondern sie lädt auch regelmäßig zum Spieletag ein. „Da kommen auch Großeltern mit ihren Enkeln. Die ältere Generation ist meist erstaunt, was es jetzt alles für Spiele gibt“, so Sophia Wolfram. 

Die Harthaer Bibliothek sei da sehr gut aufgestellt. Es mache schon einen guten Eindruck, wenn neue und ordentlich verpackte Spiele zum Ausleihen angeboten würden, so die Bibliotheksmitarbeiterin. Neu im Bestand sind die LÜK-Kästen für Vorschüler und den Schulstart mit den entsprechenden Aufgabenheften.

Nicht zum ersten Mal hat sich die Harthaer Bibliothek um eine Förderung von „Spiel des Jahres“ beworben. Bereits im vergangenen Jahr gehörte sie zu den Gewinnern. Damals ging es um „Generation Verspielt nochmal!“ - für Leute ohne Handicap.

Hygienekonzept für Bibliothek

Nicht nur an den Spieletagen achten die Mitarbeiterinnen der Bibliothek auf die Einhaltung der Corona-Regeln entsprechend des Hygienekonzeptes. Da geht es um maximale Besucherzahlen, die Einhaltung des Abstandes und die Desinfektion von Ausgeliehenen Dingen. Spiele und Bücher müssen eine Zeit liegenbleiben und werden dann desinfiziert. Wichtig ist auch die Anmeldung für den Spieletag.

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