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Werden in Gallschütz Schweine gequält?

Tote, kranke und verletzte Tiere sind auf Fotos und in einem Video zu sehen. Doch diese sind illegal entstanden.

Das Video von Animal Rights Watch (Ariwa) ist Teil der ZDF-Berichterstattung von frontal-online.
Das Video von Animal Rights Watch (Ariwa) ist Teil der ZDF-Berichterstattung von frontal-online. © Animal Rights Watch

Großweitzschen. Bilder und ein Video zeigen es: In der Tiergut Elbland GmbH in Gallschütz sollen Tiere gequält worden sein. Zu sehen sind kleine Ferkel, die brutal totgeschlagen werden. Sauen, die an eitrigen Wunden leiden und in engen Kastenständen nicht einmal ihre Beine beim Liegen ausstrecken können. Tote, kranke und verletzte Tiere sind zu sehen. 

Das Video von Animal Rights Watch (Ariwa) ist Teil der ZDF-Berichterstattung von frontal-online. „Diese Zustände wurden in Gallschütz vorgefunden. Die verstörenden Bilder gleichen denen aus Dutzenden anderen Schweinezuchten“, sagte Sandra Franz von Ariwa. Von dieser gemeinnützigen Tierrechtsorganisation stammen auch die Bilder und das Video.

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 „Sie machen einmal mehr deutlich: Das System Schweinezucht auf Tierleid und Ausbeutung aufbaut. Die Abschaffung der Kastenstände, ein neues staatliches Tierwohlkennzeichen oder eine Tierwohlabgabe werden daran nichts Grundlegendes ändern“, so Sandra Franz.

Geschäftsführer wehrt sich gegen Anschuldigung

 Johan van den Borne sieht das ganz anders. „Wir arbeiten nach dem Tierschutzgesetz. Wenn jemand etwas sucht, so wird er es auch finden“, sagte der Geschäftsführer der Tiergut Elbland GmbH auf Nachfrage von Sächsische.de. Die Bilder und das Video seien illegal entstanden. Sie konnten nur gemacht werden, indem in den Stall eingebrochen wurde. Das werde öfter von Tierrechtsorganisationen gemacht, um die Schweinemastanlagen zugrunde zu richten.

 „Wir haben extra einen Abferkelstall gebaut“, so van den Borne. „Die besamten Sauen müssten laut Tierschutzgesetz in Gruppen von etwa 30 Tieren gehalten werden. Dafür wurde mehr Platz benötigt. Der ist durch den Umbau einer Lagerhalle in Gallschütz zu einem Abferkelstall geschaffen worden (Sächsische.de berichtete). 

„Dadurch haben wir die Voraussetzungen geschaffen, dass die Ferkel eine Woche länger bei den Sauen bleiben können. Bisher wurden sie nach drei Wochen abgesetzt“, so van den Borne. Er verstehe nicht, was die Mitglieder der Tierrechtsorganisationen erreichen wollen. 

„Wir werden von ihnen beschuldigt, aber direkt wendet sich niemand an uns. Es geht immer über die Öffentlichkeit“, so der Geschäftsführer.

Tierrechtler nehmen Hausfriedensbruch in Kauf

Sandra Franz bestätigt diese Vorgehensweise. „Unser Ansatz ist es, direkt über die Presse, das Fernsehen oder andere Medien zu gehen. Denn nur so können wir erreichen, dass sich etwas ändert“, sagte die Tierrechtlerin. Wenn die Fotografen in die Ställe eindringen, sei das ihrer Meinung nach lediglich Hausfriedensbruch. Der sei gerechtfertigt, um zeigen zu können, unter welchen Umständen die Tiere leben müssten.

 Es komme durchaus vor, dass die Veterinärämter, obwohl sie von der Tierrechtsorganisation informiert worden sind, nicht eingreifen würden, so Sandra Franz. 

Noch keine Stellungnahme vom Landratsamt

Das für Gallschütz zuständige Amt ist das des Landratsamtes Mittelsachsen. Trotz Anfrage erhielt Sächsische.de gestern von der Pressestelle keine Antwort. Im Beitrag von frontal gibt das Landratsamt an, dass Ende Mai eine Kontrolle in Gallschütz erfolgt sei. Es habe Mängel, aber keine toten oder todkranken Tiere gegeben.

Zur Tiergut Elbland GmbH gehören die Betriebsteile in Lützschnitz, Gallschütz, Zävertitz (Altkreis Döbeln) sowie Ausig und Streumen (bei Riesa).Die Ställe in Lützschnitz und Gallschütz sind Zuchtanlagen. Dort werden die Sauen künstlich besamt.

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