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Hauptstraße Waldheim: Eine Million Euro für ersten Bauabschnitt

Die Stadträte bekennen sich zum grundhaften Ausbau der Straße. Trotzdem geht es noch nicht sofort los.

Die Hauptstraße soll im ersten Bauabschnitt zwischen Kauflandkreuzung und Ortsausgang grundhaft ausgebaut werden. Dazu haben sich die Stadträte bekannt.
Die Hauptstraße soll im ersten Bauabschnitt zwischen Kauflandkreuzung und Ortsausgang grundhaft ausgebaut werden. Dazu haben sich die Stadträte bekannt. © Dietmar Thomas

Waldheim. Die Hauptstraße ist von der Kauflandkreuzung in Richtung Hartha eines der schlechtesten Straßenstücke in Waldheim. Das soll sich ändern. Die Frage ist aber wann.

Vor wenigen Monaten ist die Straße zumindest ausgebessert worden – ein bisschen mehr als nur notdürftig. Rund 30.000 Euro hat die Stadt Waldheim investiert. Seitdem fliegen zumindest die Radkappen nicht mehr von den Autos.

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Aber zu einem grundhaften Ausbau gibt es keine Alternative. Deshalb haben die Stadträte bereits im November 2019 die Planungsleistungen für den ersten und zweiten Bauabschnitt vergeben.

Fördergeld für Bauarbeiten erforderlich

Jetzt will die Stadt Fördermittel für den ersten Bauabschnitt zwischen Kauflandkreuzung bis Ortsausgang, das ist in Höhe des ehemaligen Bahnübergangs, Fördermittel über das Programm „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ beantragen.

Dort ist eine Förderquote von 85 Prozent möglich. Voraussetzung dafür ist ein Ratsbeschluss, in dem sich die Stadträte zum Bau der Straße bekennen. Das ist in der jüngsten Stadtratssitzung einstimmig geschehen. Die finanziellen Mittel seien bereits im Haushaltsplan eingestellt.

Unklar ist aber noch, ob und wie viele Fördermittel der Freistaat für das kommende Jahr überhaupt zur Verfügung stellt. In den Vorjahren hatte der Freistaat den Geldhahn für Straßenbauprojekte oder im vergangenen Jahr auch für den Bau von Abwasserleitungen bereits vor Jahresmitte zugedreht. Ohne Fördermittel können weder die Kommune noch der AZV das Projekt stemmen.

Eigenanteil aus der Einstandpflicht

Den Eigenanteil könnte Waldheim mit einem Großteil aus der sogenannten Einstandspflicht finanzieren. Das Geld erhält die Kommune, weil die ehemalige Staatsstraße 36 während einer Netzneuordnung zu einer Ortsstraße herabgestuft und somit in die Baulastträgerschaft Waldheims übergegangen ist (Sächsische.de berichtete). Geplant ist, dass ein Betrag von 100.000 Euro aus dieser Einstandspflicht für den ersten Bauabschnitt als Eigenanteil eingesetzt wird.

Waldheim arbeitet bei diesem Thema eng mit dem Abwasserzweckverband (AZV) „Untere Zschopau“ und der Stadt Hartha zusammen. Letzterer wurde während der Netzneuordnung ebenfalls ein Teil der ehemaligen Staatsstraße 36 zugewiesen. Und auch dort laufen laut Waldheims Bauamtsleiter Dirk Erler erste Planungen für den grundhaften Ausbau.

Abwasserleitungen sind 70 Jahre alt

Der AZV sieht wegen der uralten Abwasserleitungen, die in der Straße liegen, ebenfalls dringenden Handlungsbedarf, hat die Maßnahme in ihr Investitionsprogramm aufgenommen und ein Bodengutachten beauftragt. Der Kanal in der Hauptstraße ist vor fast 70 Jahren von Strafgefangenen gebaut worden und damit einer der ältesten in der Zschopaustadt.

Wie damals üblich besteht er aus Steinzeug und Stahlbeton. Dieses Material soll beim Neubau nicht wieder zum Einsatz kommen. „Der neue Kanal soll aus Kunststoff bestehen“, hatte Verbands-Geschäftsführerin Ina Wagner bereits im Frühjahr gesagt.

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Die geschätzten Gesamtkosten belaufen sich allein für den ersten Bauabschnitt auf 1.026.000 Euro. Wie Bauamtsleiter Dirk Erler erklärte, werde die Teilstrecke bis zu den Leipziger Häusern erst im 2. Bauabschnitt mit betrachtet. „Da geht es dann auch darum, was die Stadt Hartha plant“, sagte er.

Die Art und Weise der Einbindung der einmündenden Nebenstraße – wie von CDU-Stadtrat Dr. Andreas Liebau angefragt – und auch der Bau von Fußwegen seien erst Gegenstand der späteren Ausführungsplanungen, so Erler.

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