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Warum die Polizei aufs Dorf kommt

Die Beamten machen in Marbach und Kriebethal Station. Verbrechern sind sie aber nicht auf der Spur.

Das Präventionsmobil der PD Chemnitz hat am Freitag auf dem Dorfplatz in Marbach Station gemacht. Frank Arnold und Katrin Junghannß haben dort unter anderem Fragen zum Thema Sicherheit rund ums Haus beantwortet. Auch Annelies Wagler holte sich Rat.
Das Präventionsmobil der PD Chemnitz hat am Freitag auf dem Dorfplatz in Marbach Station gemacht. Frank Arnold und Katrin Junghannß haben dort unter anderem Fragen zum Thema Sicherheit rund ums Haus beantwortet. Auch Annelies Wagler holte sich Rat. © Dietmar Thomas

Marbach/Kriebstein. Für Frank Arnold ist es einer der letzten Einsätze in seiner beruflichen Laufbahn. Der 63-jährige Polizeibeamte geht in wenigen Wochen in Pension.

Zuvor ist er mit seinen Kollegen mit dem Beratungsmobil der Polizeidirektion (PD) Chemnitz im ländlichen Bereich unterwegs. Am Freitag machte das Mobil Station in Marbach und Kriebethal.

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Die Mission der Polizisten ist es, die Menschen zu sensibilisieren, damit Verbrechen gar nicht erst passieren. In Marbach und Kriebethal gehören vor allem Senioren zur Zielgruppe. Die treffen sie vor allem in den Dörfern und Kleinstädten. „Der Beratungsbedarf ist groß und wächst weiter“, sagt Frank Arnold.

Während der Präventionstour im vergangenen Jahr haben insgesamt 508 Bürger Hilfe gesucht. „Wir haben jetzt erst ein Drittel der Tour hinter uns und sind schon bei über 300 Ratsuchenden“, so Arnold.

Allein in Marbach haben sich am Freitag mehr als 20 Männer und Frauen von Frank Arnold und Polizeihauptmeisterin Katrin Junghannß beraten lassen.

Infos zu Haustürgeschäften und Trickbetrug

„Dabei geht es vor allem um Hinweise zu Haustürgeschäften und Trickbetrug. Das beginnt beim falschen Polizisten oder der vermeintlich schwangeren Frau, die an der Tür klingeln und um Einlass bitten und geht weiter bei Anrufen, bei denen ein vermeintlicher Gewinn versprochen wird, für den man aber erst einmal Geld übergeben muss“, nennt Arnold einige Beispiele.

Er rät, bei verdächtigen Vorkommnissen immer umgehend den Notruf 110 zu wählen und keine Scheu zu haben. Die Kollegen vor Ort würden sich um die Vorfälle kümmern. „Oft kommt bei den Senioren noch ein Schamgefühl hinzu, auf einen Betrüger reingefallen zu sein. Da verzichtet mancher lieber auf das verlorene Geld, anstatt sich zu melden“, so Arnold.

Er ist froh darüber, dass mittlerweile auch die Mitarbeiter der Banken nachfragen, wenn ältere Menschen einen höheren Geldbetrag abheben. „Dadurch konnten schon einige Betrüger überführt werden“, erklärt der Polizei-Berater.

Ein zweites großes Thema in der Präventionsarbeit sind Hauseinbrüche, die durch den Einbau von Sicherungstechnik möglichst verhindert werden sollen. „Wenn ich manchmal die Hausschlüssel sehe, die mir die Leute zeigen, kann ich nur mit dem Kopf schütteln“, sagt Frank Arnold. Die Polizisten beraten kostenlos, wie das Haus vor Einbrechern geschützt werden kann. „Wir wollen nichts verkaufen, wir beraten nur“, so Arnold.

Die Corona-Pandemie hat den Beamten die Präventionsarbeit erschwert. „Wir mussten unsere Beratungsstelle in Chemnitz schließen“, sagt Arnold. Gerade deshalb sei die Beratungstour mit dem Präventionsmobil so wichtig.

Und auch, um vor Ort Präsenz zu zeigen. „So etwas spricht sich herum“, sagt Frank Arnold, während seine Kollegin gerade eine ältere Frau auf die Gefahren hinweist, mit viel Bargeld im Portemonnaie unterwegs zu sein.

Einbrüche gehen während Corona zurück

Während der Pandemie sei aber auch die Zahl der Einbrüche rapide zurückgegangen. „Das liegt daran, dass mehr Leute zu Hause sind“, so Arnold. Mit dem Abflauen der Pandemie seien jetzt aber schon wieder mehr derartige Delikte zu beobachten.

Das Beratungsmobil ist noch bis zum 20. August im Bereich der PD Chemnitz unterwegs. In der Region sind die Beamten am 13. Juli von 13 bis 17 Uhr am Roßweiner Markt, am 21. Juli von 9 bis 13 Uhr auf dem Leisniger Markt und am 22. Juli von 9 bis 13 Uhr auf dem Markt in Hartha.

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