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Batteriehersteller kommt nach Döbeln

Die Blackstone Resources AG will ganz neue Technologien erproben. Dafür investiert sie 30 Millionen Euro.

Der Batteriehersteller will das früher Firmengebäude der Firma Stemke nutzen.
Der Batteriehersteller will das früher Firmengebäude der Firma Stemke nutzen. © Dietmar Thomas

Döbeln. Die Blackstone Resources AG aus der Schweiz will im Gewerbegebiet am Fuchsloch in Döbeln die Produktion von Batteriezellen der neuesten Generation etablieren. Eine entsprechende Entscheidung sei jetzt getroffen worden, teilte das Unternehmen mit. Das Tochterunternehmen Blackstone Technology GmbH zieht in die Produktionsstätte der ehemaligen Firma Stemke ein, die zwischenzeitlich von der Firma Cotesa genutzt worden war.

 Der moderne Industriebau umfasse über 6.000 Quadratmeter Produktions-, Lager- und Bürofläche. Die Fläche reiche für die Produktion von 0,5 Gigawattstunden Batteriekapazitäten pro Jahr. Dabei sollen 3D-Drucktechnologien zur Herstellung der Zellen in die Serienproduktion umgesetzt werden.

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Vorserienproduktion 2021

Am Standort in Döbeln sollen die Verwaltung, Entwicklung und Produktion beheimatet sein. Der Betrieb werde im November aufgenommen. „In naher Zukunft werden die ersten Fertigungsanlagen montiert, um eine Vorserienproduktion im Sommer 2021 starten zu können“, so die Blackstone Resources AG. 

Wie Holger Gritzka, Geschäftsführer der Blackstone Technology GmbH, sagte, werden rund 30 Millionen Euro in den Standort Döbeln investiert. Es entstehen bis zu 35 Arbeitsplätze. Blackstone sucht jetzt Mitarbeiter. „Am Anfang brauchen wir vor allem Ingenieure, die die Anlagen aufbauen und weiterentwickeln. Später auch Facharbeiter und Anlagenfahrer“, so Gritzka.

Gute Lage, richtige Immobilie

Auf Döbeln war Blackstone wegen seiner günstigen Lage zwischen den Großstätten und der guten verkehrstechnischen Anbindung gekommen. Im Umkreis von einer Autostunde wohnten etwa 3,2 Millionen Menschen und seien international bedeutende Branchen, wie Automobilbau, Maschinenbau, Mikroelektronik und Elektrotechnik vertreten, so das Unternehmen. Mehrere Universitäten, Technische Hochschulen und Forschungseinrichtungen könnten schnell erreicht werden. Die Lage sei auch ideal für die Mitarbeiter, sagte Gritzka.

Zum anderen habe es in Döbeln eine Immobilie mit der richtigen Größe für das Projekt gegeben. „Es wird unser erstes Werk, später sollen weitere hinzukommen“, sagte Gritzka. Auch Erweiterungen in Döbeln hält er für möglich. Insgesamt sollen bis zu 200 Millionen Euro in Produktionskapazitäten investiert werden. Für die produzierten Batteriezellen der neusten Generation gebe es auch schon Kunden.

Die Stadt Döbeln begrüßt die Ansiedlung. „Wir freuen uns, dass sich das Unternehmen Blackstone Resources für den Standort Döbeln entschieden hat. Das Unternehmen will in wichtige Zukunftstechnologien investieren. Wir sind gern bereit, dabei unterstützend zu wirken“, sagte Oberbürgermeister Sven Liebhauser (CDU).

Meilenstein der Batterietechnik

Erst im September hatte das Unternehmen bekannt gegeben, dass es einige „Meilensteine ihrer 3D-Drucktechnologie zum Drucken von Lithium Festkörperbatterien“ erreicht habe und in die nächste Generation der Batterietechnologie investieren will. Dazu gehörten patentierte 3D-Drucktechniken und Forschungen zur Massenproduktion von Batterien, die eine höhere Energiedichte und eine höhere Anzahl von Ladezyklen bietet.

Das 3D-Druckverfahren von Blackstone Technology biete erhebliche Vorteile gegenüber herkömmlichen Batteriezellendesigns, die flüssige Elektrolyte verwenden. Das seien unter anderem deutlich geringere Kosten, eine höhere Produktionsflexibilität in Bezug auf das Format der Zelle und eine 20-prozentige Erhöhung der Energiedichte.

„Zusammen mit unseren bisherigen Entwicklungen in der 3D-Druck-Batterietechnologie ebnet diese Entwicklung den Weg für die Massenproduktion von Lithium Festkörper-Batteriezellen“, so Holger Gritzka. Neben den großen Märkten wie der Automobilindustrie würden auch Schiffsanwendungen und neue 5G-Funknetzwerke von den Vorteilen profitieren, die 3D-gedruckte Festkörperzellen bieten.

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