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Doppelt Hagebau hält besser?

Oliver Käbisch von H+K begrüßt die Kamenzer BHG im Unternehmensverbund. Das hilft der Marke insgesamt, sagt er.

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© Matthias Schumann

Von Frank Oehl

Als zwischen Weihnachten und Silvester die Kamenzer BHG ihren neuen Franchise-Geber öffentlich machte, wunderte sich mancher in Kamenz. „Tut das wirklich not? Wir haben doch schon einen Hagebau-Markt in der Stadt – bei H+K im Gewerbegebiet am Ochsenberg.“ Nun, die Frage lag auf der Hand, aber sie trifft nicht ganz genau den Kern. Ganz exakt kann zum Problem Oliver Käbisch Auskunft geben, der geschäftsführende Gesellschafter der H+K Baustoffe GmbH. „Wir haben zwei Standbeine. Zum einen den Baustoff-Großhandel mit einer weiteren Filiale in Hoyerswerda-Nardt, der einen Großteil unseres Umsatzes ausmacht. Und den Baumarkt-Einzelhandel, der als ,Werkers Welt‘ unter Hagebau in Bernbruch firmiert.“

Und Werkers Welt steht nun seit 1. Januar im Wettbewerb mit der BHG. Und dies sieht der H+K-Chef eher gelassen, wie er im SZ-Gespräch bekräftigt. „Seit Längerem war bekannt, dass die Baywa München beabsichtigt, ihre Franchisenehmer abzustoßen.“ Der Schritt der BHG zu Hagebau sei auch deshalb nicht überraschend gekommen, weil schon in der Vergangenheit einige Baywa-Franchisenehmer zur Hagebau gewechselt sind. Im Frühjahr 2016 sei die Geschäftsleitung der Hagebau an Oliver Käbisch herangetreten und habe ihn über den Antrag der BHG Kamenz zur Aufnahme in die Hagebau-Gruppe informiert. „Wir sind stolz, dass sich auch andere, langjährig am Markt agierende Unternehmen unserem Händlerverbund anschließen“, so der 44-Jährige. Zeige dies doch, welchen guten Ruf die Hagebau im Laufe der Jahre errungen hat. Seit 1995 sind H+K Gesellschafter der Hagebau. „Damit waren wir einer der ersten in Ostsachsen überhaupt.“ Zum Bekanntwerden des Firmennamens habe man also nicht unerheblich beigetragen. „Dank unseres Zutuns ist Hagebau in der Region gewachsen. Wir hatten auch deshalb kein Problem, unsere Zustimmung zur Aufnahme anderer Baustoffhändler von hier, wie auch der BHG Kamenz, zu geben.“ Mit den zehn Standorten der BHG komme ein weiterer, starker Gesellschafter hinzu, der die Marken „Hagebau-Markt“ und „Werkers Welt“ in Ostsachsen bekannter werden lässt. „Das kommt letztendlich auch uns zugute.“

Bau-Boom wirkt positiv

Bei H+K sind derzeit etwa 35 Leute, darunter zwei Auszubildende, in Lohn und Brot. Das letzte Jahr sei durchaus gut gelaufen, so Käbisch, und auch 2017 lasse sich gut an. Der gegenwärtige Bau-Boom mache sich halt auch im Groß- und Einzelhandel positiv bemerkbar. Im Übrigen sei Wettbewerb also eher etwas Förderliches, wobei – wie gesagt – H+K-Baustoffe und BHG wie bisher auch unterschiedlich ausgerichtet sind. „Wir sind mit unseren Standorten in Bernbruch und in Nardt stark im Baustoffbereich und im Fachhandel mit integriertem Einzelhandel.“ Dabei stehen Baustoffe immer im Vordergrund. Und auch im Einzelhandel gibt es bei „Werkers Welt“, wie die Hagebaumärkte unter 1 500 Quadratmetern genannt werden, eine Spezialisierung auf Profihandwerkzeug, Maschinen, Befestigungsmitteln und Materialien wie Fliesen, Bodenbelägen und Bauelemente. „Unser Baustoff-Fachhandel bleibt dabei kompetenter Ansprechpartner im Hoch- und Tiefbau, Dach und Fassade.“ Die H+K-Außendienstler beraten wie bisher im Haus oder vor Ort beim Kunden.

Könnte es beim Kunden Irritationen geben, wenn sie im Briefkasten Produktinformationen zweier eigenständiger Hagebau-Märkte vor Ort finden? Das glaubt Oliver Käbisch nicht. „Da wird es deutliche Unterschiede geben. Unsere Werbung wird immer stark baustofflastig bleiben.“