Teilen: merken

Drei Schulen, viele Baustellen

In der Neustadt werden Millionen in marode Schulhäuser gesteckt. Doch bei den Sanierungen gibt es Probleme.

© Christian Juppe

Von Sarah Herrmann

Eins ist klar: An den drei Schulgebäuden muss sich dringend etwas tun. Schüler, Lehrer und Eltern der 15. Grundschule, des Gymnasiums Dreikönigschule und der 19. Grundschule kämpfen seit Langem dafür. Die Neustädter Ortsbeiräte votierten einstimmig für die Umsetzung der drei Projekte. Allerdings bringen die auch allerhand Probleme mit sich.

Symbolbild Anzeige
Anzeige

Baumesse HAUS vom 7. bis 10. März in der Messe Dresden 

Auf der HAUS 2019 präsentieren weit über 500 Aussteller die besten Ideen zum Bauen, Sanieren und Einrichten.

19. Grundschule, Am Jägerpark 9, Wann: 2019 - 2020, Kosten: knapp 4 Millionen Euro, Auslagerung: Luboldtstraße © Christian Juppe
15. Grundschule, Görlitzer Straße 8, Wann: 2018 - 2019, Kosten: knapp 10 Millionen Euro, Auslagerung: Gymnasium Dreikönigschule Haus C © Christian Juppe

19. Grundschule: Weiter warten auf normale Raumtemperatur

Pläne: Im Sommer Sauna, im Winter Kühlhaus – an der 19. Grundschule am Jägerpark warten Eltern, Lehrer und Schüler bereits seit Langem auf eine Sanierung. Nun soll sich zumindest teilweise etwas tun. Nachdem die Sanitäranlagen bereits modernisiert wurden, soll nun die Gebäudehülle erneuert werden. Außerdem möchte die Stadt für Barrierefreiheit sorgen.

Probleme: Nachdem die Schulgemeinschaft bereits seit Jahren wartet, muss sie sich nun noch etwas länger gedulden. Eigentlich sollten die Arbeiten noch in diesem Jahr starten. Jetzt verschieben sie sich auf Februar 2019. Grund ist ein Umdenken des Schulverwaltungsamts: Eigentlich sollte die Sanierung während des laufenden Betriebs erledigt werden. Nun werden die Schüler doch ausgelagert. Sie werden in der Luboldtstraße am Weißen Hirsch untergebracht. Doch es gibt ein weiteres Problem: Der Einsatz eines Schulbusses ist nicht geplant. „Dort, wo es möglich ist, setzen wird auf den vorhandenen ÖPNV“, erklärt Schmidtgen. Ab einem Weg von zwei Kilometern würden die Kinder Monatskarten bekommen. Der Einsatz eines extra Schulbusses wird hingegen nur in Einzelfällen genehmigt. Das will der Amtsleiter für die 19. Grundschule nochmals prüfen.

15. Grundschule: Komplettsanierung mit engem Zeitplan

Pläne: Die 15. Grundschule auf der Görlitzer Straße soll komplett saniert werden. Die zurzeit noch geteilten Baukörper werden verbunden. Ein neuer Eingang und ein neuer Speiseraum sind geplant. Im neuen Verbindungsbau sollen hauptsächlich Büros und Sanitäranlagen untergebracht werden. Seine moderne Fassade ist von der Seiffhennersdorfer Straße zu sehen.

Probleme: Die Zeit drängt. Denn die rund zehn Millionen Euro teure Sanierung soll über Fördermittel des Sanierungsgebiets Äußere Neustadt finanziert werden. Allerdings müssen die Rechnungen bis Ende 2020 gestellt sein. Die Arbeiten an der 15. Grundschule sollten deshalb eigentlich schon im Februar beginnen. Doch der Baustart wurde auf die Osterferien verschoben. Eine Fertigstellung sei dennoch bis Sommer 2019 schaffbar, sagt der Leiter des Dresdner Schulverwaltungsamtes, Falk Schmidtgen.

Auch mit der Auslagerung haben die Kinder der 15. Grundschule so ihre Probleme. Zwar müssen sie nur kurze Wege bis zum Gymnasium Dreikönigschule zurücklegen. Doch dort gibt es für die Hortkinder nicht genügend Platz im Außengelände. Außerdem müssen die Kinder künftig – wie die Gymnasiasten – Spinde mieten, die von einer Firma im Gymnasium verwaltet werden. Das sind Mehrkosten, die für den einen oder anderen Elternteil ärgerlich sind. Auch Fahrradständer fehlen am Interimsstandort. Die 150 Abstellmöglichkeiten am Bestandsgebäude auf der Görlitzer Straße sind mehr als ausgelastet.

Dreikönigschule: Sanierung und Erweiterung erfordern Umzüge

Pläne: Auch das Gymnasium auf der Louisenstraße wird generalüberholt. Wichtigste Veränderung: Die Kellergeschosse der drei Gebäudeteile A, B und C werden nutzbar gemacht. Außerdem entsteht ein neuer Speiseraum sowie ein Anbau an Haus A. Die Arbeiten an Haus C sind bereits abgeschlossen. Als Nächstes kümmern sich die Bauleute um Haus A, danach um Haus B.

Probleme: Besonders zu schaffen macht den Gymnasiasten, dass sie mehrfach umziehen müssen. Eine Teilauslagerung zum Terrassenufer ist bereits beendet. Nun sind die Schüler alle gemeinsam in den Tolkewitzer Neubau gezogen. Der soll sich aber perspektivisch mit eigenen Schülern füllen. Wie es weitergeht, ist allerdings noch unklar. Schulleiter Karsten Jonas befürchtet, dass zunächst nur ein Teil seiner Gemeinschaft wieder zurückziehen wird, falls es am Gymnasium Bauverzug und in Tolkewitz nicht genug Platz gibt. Diese Befürchtung kann Schmidtgen nicht ganz zerstreuen. „Die präferierte Lösung ist, so viel Schule wie möglich wieder zurückziehen zu lassen“, sagt er.