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Dresden schießt weitere zwei Millionen fürs Stadion zu

Dynamo Dresden erhält Hilfe aus Steuermitteln. Das Rathaus entlastet den Verein bei der Stadionmiete.

Von Thilo Alexe

Dynamo Dresden kann aufatmen. Der Stadtrat hat am Donnerstagabend mit großer Mehrheit beschlossen, den Traditionsverein bei den Stadionkosten zu entlasten.

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Dresden will die Zuschüsse an die Stadionprojektgesellschaft um jeweils eine Million für die kommenden beiden Spielzeiten erhöhen. Pro Saison fließen dann 3,29 Millionen Euro. Zudem sollen für zwei Jahre befristet insgesamt 400.000 Euro für das Dynamo-Nachwuchszentrum überwiesen werden. Der Effekt der städtischen Hilfe: Dynamos Miete sinkt. Musste der Verein bislang rund zwei Millionen Euro an die Projektgesellschaft bezahlen, sind es künftig etwa 900.000 Euro pro Spielzeit. Damit zählt die Stadionmiete noch immer zu den höchsten in der dritten Liga. Allerdings ist Dynamo Dresden Zuschauerkrösus. In der vergangenen Saison kamen im Schnitt jeweils mehr als 14.000 Zuschauer zu den Heimpartien.

Mehrere Stadträte forderten ein Sanierungs- und Entschuldungskonzept durch den Verein. Auf rund acht Millionen Euro beziffert die Vorlage aus dem Geschäftsbereich von Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) die Verbindlichkeiten des Vereins, die unter anderem durch die Tilgung eines Darlehens des Rechtehändlers Michael Kölmel resultieren. Dresden hat seit der Inbetriebnahme des Stadions etwa vier Millionen Euro an Betriebskosten zugeschossen. Zudem stützte die Stadt das Projekt finanziell mit fast 13Millionen Euro und bürgte mit 40Millionen Euro für den Großteil der Bausumme.

Auf Kritik stieß die Unterstützung für den Nachwuchs. Dies könne dazu führen, dass sich kleinere Vereine ungerecht behandelt fühlten, sagten mehrere Stadträte im Vorfeld. Borea Dresden hatte sich an Fraktionen gewandt und den Schritt kritisch bewertet. Die Grünen hatten angekündigt, den Teil des Beschlusses abzulehnen, der die Nachwuchsförderung regelt. Unmut darüber war zuvor auch in der CDU-Landtagsfraktion laut geworden.